Aktionen gegen sexualisierte Diskriminierung und Gewalt

Auf dieser Seite werden Aktionen an der Hochschule Emden/Leer präsentiert, die auf das Thema sexualisierter Diskriminierung und Gewalt gegenüber Frauen aufmerksam zu machen. Denn jede dritte Frau in Deutschland ist mindestens einmal im Leben von körperlicher und/oder sexualisierter Gewalt betroffen. Zwei von drei Frauen haben schon einmal sexuelle Belästigung erlebt. Frauen aller sozialer Schichten sind von Belästigung und Gewalt betroffen. Dabei nutzen lediglich 20 % der Frauen, die Gewalt erfahren, die bestehenden Beratungs- und Unterstützungseinrichtungen (Infografik des Hilfetelefons).

Gegen Catcalling - gegen sexuelle Belästigung

Hinterherrufen oder Nachpfeifen, auch Catcalling genannt, sind verbale Formen sexueller Belästigung. Im Rahmen des Seminars „Femizid: Gewalt gegen Frauen und Gegenstrategien“ im Fachbereich Soziale Arbeit und Gesundheit (WS 2020/21) entstanden zwei Instagram-Seiten, welche Catcalls öffentlich „ankreiden“. Konkrete Erlebnisse werden mit Kreide an zentralen öffentlichen Orten auf den Boden geschrieben mit dem Hinweis #StopptBelästigung. Die Fotos dieser Ankreidungen werden auf den Instagram-Seiten gepostet.

Catcalls of Emden: https://www.instagram.com/catcallsofemden/

Catcalls of Lingen: https://www.instagram.com/catcalls_of_lingen/

Stoppt Femizid!

Frauen sind bei Weitem häufiger als Männer von partnerschaftlicher Gewalt und von Tötungsdelikten durch (Ex-)Partner betroffen (siehe Statistiken des Bundeskriminalamts). Jedoch werden in den Medien Verbrechen an Frauen teilweise als "Eifersuchtsdramen", "private Tragödien" oder "Verbrechen aus Leidenschaft" gekennzeichnet und verharmlost. Dies erfasst allerdings nicht die Ursache, die den Frauenmorden häufig zugrunde liegt: ein Hass auf Frauen und diese als wertlos oder als Eigentum zu betrachten. Der Begriff Femizid steht für die Tötung von Frauen aufgrund ihres Geschlechts. Die folgenden Fotos mit Statements zu dem Thema sind im Rahmen des Femizid-Seminars im Fachbereich Soziale Arbeit und Gesundheit entstanden (WS 20/21).

Orange the World

Zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen am 25. November 2020 fand eine Aktion im Rahmen der "Orange The World"-Kampagne, einer Initiative der Vereinten Nationen, statt. In der Bibliothek wurde hierzu eine Lichtinstallation aufgebaut und ein 360°-Video erzeugt, welches auf dem Youtube-Kanal der Hochschule zu sehen war. Durchgeführt wurde die Aktion von Matthias Lengen, Mitarbeiter in der Medientechnik, und der studentischen Hilfskraft Arne-Erik Noel mit Unterstützung von der Abteilung Health und Sports. Idee und Konzept stammen von Thomas Lemke, Professor für Medientechnik am Fachbereich Technik, Abteilung Elektrotechnik und Informatik.

Anlässlich des Internationalen Tages zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen werden die Fassaden von Gebäuden in der Farbe Orange angestrahlt. In Emden erstrahlten neben dem Rathaus, die Neue Kirche, der Chinesentempel und das Hafentor. Die Hochschule Emden/Leer ergänzte dies durch die virtuelle Begleitung der Aktion mit der Lichtinstallation in der Bibliothek. Das strahlende Orange soll eine Zukunft ohne Gewalt gegen Frauen symbolisieren.

Aktionsmonat Respektvoller Umgang

Im November 2019 fand an der Hochschule ein Aktionsmonat zum Respektvollen Umgang und zu Maßnahmen gegen sexualisierte Diskriminierung und Gewalt statt.

Fünf Jahre zuvor - 2014 - wurde vom Senat der Hochschule Emden/ Leer die „Richtlinie gegen sexualisierte Diskriminierung und Gewalt“ verabschiedet. Zu diesem Anlass fanden im Rahmen des Aktionsmonats Vorträge und eine Ausstellung zu dem Thema statt und es wurden Informationen bereitgestellt. Der Aktionsmonat bot sowohl Anlass, Bilanz zu ziehen bezüglich bisheriger Maßnahmen gegen sexualisierte Diskriminierung und Gewalt als auch die Möglichkeit zur Reflexion über die Frage: Wie können wir eine geschlechtergerechte Hochschulkultur in Zukunft gestalten?

Kooperationen

  • Langjährige Kooperation mit Christina Meyer, Kriminalhaupkommissarin und psychologische Beraterin bei der Zentralen Polizeidirektion Niedersachsen, zum Thema sexuelle Belästigung. Die Zentrale Polizeidirektion Niedersachsen wurde 2021 als Beispiel Guter Praxis gegen sexuelle Belästigung durch die Antidiskriminierungsstelle des Bundes ausgezeichnet (Link).
    • 2014 – Ausstellung Respektvoller Umgang in der Bibliothek der HochschuleEmden/Leer
    • 2014 – Vortrag „Gewaltprävention - Handlungsstrategien für Betroffene - Zivilcourage“
    • 2019 – Moderierte Gesprächsrunde "Hört das denn nie auf? - Von Opferrollen, Gegenwehrverhalten und Eigenmacht im Alltagsleben“

Wenn Sie selbst von häuslicher oder sexualisierter Gewalt betroffen sind, finden Sie unter diesem Link eine Zusammenstellung von Rufnummern und Adressen, die Hilfe anbieten. Zudem bieten dieVertrauenspersonen der Hochschule Emden/Leer Orientierungsberatungen im Umgang mit sexualisierter Diskriminierung und Gewalt an. Auf der Plattform Evermoodfinden Sie weitere Informationen und Hilfestellungen zum Umgang mit sexualisierter Diskriminierung und Gewalt.