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Per AR-Lerntraining besser auf Notfälle bei der Geburt vorbereitet

Hochschule gibt im Forschungsverbund „Heb@AR“ neue App heraus

Das Verbundprojekt „Heb@AR“ zur virtuellen Unterstützung bei der Ausbildung von Hebammen, an dem auch der Fachbereich Technik der Hochschule Emden/Leer beteiligt ist, geht in die nächste Phase: Das Team um Prof. Dr. Thies Pfeiffer aus der Abteilung Elektrotechnik & Informatik hat eine App entwickelt, mit der Studierende der Hebammenwissenschaften bestimmte Notfalleinsätze und andere wichtige Fachprozesse trainieren können.

Gestartet ist das Projekt Heb@AR (Augmented Reality gestütztes Lernen in der hochschulischen Hebammenausbildung), das gemeinsam mit WissenschaftlerInnen der Hochschule für Gesundheit (HS Gesundheit) und der Ruhr-Universität Bochum (RUB) realisiert wird, im November 2019. Nach langer Konzeptionierung, Entwicklungszeit und umfangreichen Erprobungen zusammen mit den Projektpartnern wurde jetzt eine iOS- und Android-Smartphone-App veröffentlicht. Mittels Augmented Reality (AR) können die Studierenden nun verschiedene Prozessabläufe mit einer detailgetreuen Darstellung der jeweiligen Situationen und der Materialen sowie unter Einbezug einer didaktischen Anleitung trainieren. Die App unterstützt dabei die Intensivierung der Trainings in den so genannten SkillsLabs, also den Laboren an den Hochschulen, indem sie vorhandene Materialien und Trainingspuppen in realistische Trainingsszenarien einbindet.

„So können die Studierenden ihr Wissen in verschiedenen Notfallszenarien erproben und entsprechendes Handlungsfeedback erhalten“, erklärt Prof. Dr. Thies Pfeiffer, der das Projekt seitens der Hochschule Emden/Leer gemeinsam mit dem wissenschaftlichen Mitarbeiter Jonas Blattgerste bearbeitet.  Darüber hinaus würden auch verschiedene Szenarien zum Training für zu Hause angeboten, um Praxistrainings im SkillsLab vorzubereiten oder das Erprobte in der Nacharbeit oder in der Vorbereitung von Prüfungen zu festigen.

Die App wurde bereits im Rahmen des Projektes in dem Studiengang Hebammenwissenschaft (B.Sc.) an der Hochschule für Gesundheit Bochum curricular verankert. Die gewonnenen Erfahrungen werden kontinuierlich in die App eingearbeitet. Darüber hinaus finden erste Erprobungen der Anwendung an der Fachhochschule Bielefeld und in Zukunft an der Universität Köln statt. „Die AR-Trainings dienen zur Unterstützung der Ausbildung im SkillsLab und führen die Studierenden durch anspruchsvolle Szenarien, die sonst nur mit viel Aufwand und unter direkter Betreuung durchzuführen wären. Dies ermöglicht, dass Studierende selbstbestimmt ihre Handlungskompetenz verbessern können und sicherer mit Notfallsituationen umgehen können.“, erklärt Jonas Blattgerste. Für die Einführung in die Nutzung der App stehen verschiedene Referenzvideos zur Verfügung, darunter finden sich Themen wie Reanimation, die Vorbereitung eines Kaiserschnitts oder ein Anatomie-Training. Die App Heb@AR ist kostenlos für Android- und iOS-Geräte in den jeweiligen AppStores verfügbar.

Eine Praxisvorstellung der Anwendung erfolgt vom 12. bis 14. September im Rahmen der Fachtagung DELFI 2022 in Karlsruhe (https://delfi-tagung.de/). Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert das Vorhaben mit einem Gesamtvolumen von rund 865.000 Euro. Für das Teilprojekt, das seitens der Hochschule Emden/Leer betreut wird, stehen etwa 380.000 Euro zur Verfügung.

Weitere Informationen gibt es unter https://bit.ly/3aT01DT sowie unter https://mixality.de/hebar/.

Ansprechpartner:

Prof. Dr. Thies Pfeiffer

Hochschule Emden/Leer

thies.pfeiffer@hs-emden-leer.de

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