Die Maßnahmen zum Umgang mit dem Coronavirus trifft insbesondere auch Familien. Aktuelle Informationen hierzu speziell für Beschäftigte / Studierende mit Kindern und pflegende Angehörige sammeln wir auf der Seite des Familienservice.

Vermehrt wird in den Medien von der Gefahr berichtet, dass Homeoffice und das verschärfte Kontaktverbot zu konfliktbeladenen Situationen im häuslichen Umfeld führen können. Für Betroffene haben wir Anlaufstellen und Notfallkontakte auf der Seite zum respektvollen Umgang gesammelt.

Das Coronavirus und seine Folgen wirken sich unterschiedlich auf die Geschlechter aus. Auf unserer News-Seite haben wir hierzu eine Sammlung an Links und weiteren Informationen zusammengestellt.

News

Die Gleichstellungsstelle informiert Sie regelmäßig über Aktuelles.

  • Der neue Newsletter für das 2. Quartal 2020 ist abrufbar!
  • Corona - Geschlechterperspektiven: Die Corona-Pandemie betrifft alle – weltweit. Dennoch gibt es bei genauerer Betrachtung Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Aktuelle Erkenntnisse aber auch vieles, was bereits seit Jahren gefordert wird, erhalten neue Brisanz:
  • Die Landeskonferenz der Gleichstellungsbeauftragten an Hochschulen in Niedersachsen (lakog niedersachsen) unterstützt die Forderungen der Bundeskonferenz der Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten den Hochschulen (bukof) sowie der Allianz der Gleichstellungsbeauftragten der außeriniversitären Forschungseinreichtungen (AGbaF). Dafür hat die lakog ein Begleitschreiben zum Brief mit dem Betreff "Keine Verstärkung der strukturellen Benachteiligung von Frauen im Kontext der Covid-19-Krise" veröffentlicht, den die bukof und die AGbaF an die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz versandt hat. Die lakog schließt sich den beiden Verbänden in der Forderung an, dass die nun zum Teil ad hoc entwickelten Instrumente zur Bewältigung der Krise gerade jetzt im Sinne der Geschlechtergerechtigkeit ausgestaltet werden müssen.
  • Die Landesarbeitsgemeinschaft kommunaler Frauenbüros Niedersachsen berfürchtet, dass die Corona-Pandemie traditonelle Rollenbilder verfestigt (Pressemitteilung).
  • Der Deutsche Frauenrat sieht in der Corona-Pandemie einen Ausnahmezustand, der die bestehende Ungleichheit zwischen den Geschlechtern deutlicher denn je sichtbarer werden lässt. Daher fordert der Deutsche Frauenrat politische Lösungen für verschiedene Problemfelder wie dem Anstieg häuslicher Gewalt, Einkommensverlusten und der Doppelverantwortung, von denen insbesondere Frauen betroffen sind.
  • Das Netzwerk Familie in der Hochschule, dem auch die Hochschule Emden/Leer angehört,weist ebenfalls auf die Gefahr hin, dass sich traditionelle Rollenbilder in der Krise wieder verstärken. Daher solle die Frage der Geschlechtergerechtigkeit bei der Entwicklung von Instrumenten zur Krisenbewältigung beachtet werden.
  • Eine Gruppe von mehr als 500 Wissenschaftler*innen aus unterschiedlichen Wissenschaftsbereichen kritisiert in ihrem Offenen Brief an die Bundesregierung und die Regierung der Länder, dass insbesondere in der aktuellen Diskussion zu Corona, Expert*innenmeinungen, welche unmittelbar die Politik beeinflussen, sehr unausgewogen aus einer Gruppe von zum einen Männern, aber v.a. auch Wissenschaftler*innen über 60 kommen. Die Gruppe fordert daher, dass die Perspektive der Generation zwischen 25 und 50 stärker in der Diskussion eingebracht wird und in den gefassten Beschlüssen mit berücksichtigung findet. (Update folgt).
  • In ihrem Interview mit dem Tagesspiegel äußert Jutta Allmendinger, Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin, Bedenken gegenüber Empfehlungen der Nationalen Wissenschaftsakademie Leopoldina. Sie vermisse die Perspektive von Familien sowie insbesondere und Frauen.

Regina Frey, Politikwissenschaftlerin und Leiterin der Geschäftsstelle zum Dritten Gleichstellungsbericht der Bundesregierung, beschreibt in diesem kurzen Essay die unterschiedlichen Auswirkungen, die die Pandemie auf Frauen und Männer hat. Das Beispiel Arbeitsmarkt: Gerade hier sind durch die starke Trennung des Arbeitsmarktes in "Frauenberufe" und "Männerberufe" insbesondere Frauen im Einzelhandel, in Krankenhäusern und in der Pflege nicht nur einem höheren Ansteckungsrisiko ausgesetzt, sondern werden sogar als "systemrelevant" bezeichnet.
In diesem Sinne diskutiert auch der aktuelle Zeit-Podcast: "Männer an Maschinen verdienen mehr als Frauen an Menschen"

"Home-Office" lautet in vielen Betrieben und Unternehmen während der Krise das Motto. Was auf der einen Seite eine Chance zur Digitalisierung und Flexibilisierung der Arbeitswelt ist, kann gleichzeitig für Familien einen Rückfall in alte Rollenmuster bedeuten: Die Frau muss sich um die zu Hause gebliebenen Kinder kümmern und muss Kindererziehung, Hausaufgabenbetreuung, Haushalt und Erwerbsarbeit unter einen Hut bringen. Die fortlaufenden Erhebungen des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung deutet darauf hin, dass die Arbeitszufriedenheit im Home-Office von Frauen und insbesondere Mütter in Vergleich zu Männern stärker gesunken ist. Der Erfahrungsbericht auf der Seite der Initiative PinkStinks veranschaulicht kurz und unterhaltsam eine solche Situation.

Die Daten der Infizierten und der Todesfälle deutet darauf hin, dass Männer einem höheren Risiko ausgesetzt sind, an Covid-19 zu versterben. Was sind die Gründe dafür? Liegt es an genetischen, biologischen Unterschieden oder an den unterschiedlichen Umweltfaktoren, denen Frauen und Männer ausgesetzt sind? Der Beitrag der CNN geht dieser Frage auf Grundlage der gemeldeten Daten nach (Englisch). Eine Aufbereitung der Erkrankungen und Todesfälle nach Geschlecht und nach Land bietet das Forschungsinstitut GlobalHealth 50/50 auf ihrer Webseite (Englisch).
In der internationalen Zusammenarbeit weisen unter anderem sowohl die UNICEF, der Bevölkerungsfond der UN sowie UN WOMEN auf die Gefahren der Pandemie in Bezug auf die Geschlechtergerechtigkeit hin (Dokumente auf Englisch).

Auch bei der Berichterstattung über die Corona-Pandemie lässt sich feststellen, dass unter Expert*innen, Wissenschaftler*innen und Ärzt*innen häufiger Männer befragt werden und zu Wort kommen (70% Männer, 30% Frauen). Zwei Studien zu dieser Frage sind hier zusammengefasst.

Die Krise stellt gerade auch die Hochschulen vor neue Herausforderungen. Bei der Suche nach Lösungen für Studium und Lehre, für die Beschäftigten und Professor*innen stellt sich insbesondere die Frage, wie diese Maßnahmen zugleich auch im Sinne der Gleichstellung zu gestalten sind. Die Bundeskonferenz der Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten an den Hochschulen nach Good-Practice-Beispielen nachgefragt und die Antworten zusammengestellt.

Wie die Hochschule und die Studierenden mit der aktuellen Situation umgehen, ist auch die Frage in der aktuellen Folge "Campus & Karriere" des Deutschlandsfunks. Die Gesprächsgäste diskutieren dabei unter anderem den Offenen Brief aus Forschung und Lehre zum Nicht-Semester.

 

Angesichts der Auswirkungen der Pandemie auch auf den Regelbetrieb an den Hochschulen fordern Studierendenvertretungen in einer Petition gegenüber der Hochschulrektorenkonferenz ein "Kann-Semester". Neben der Aussetzung der Regelstudienzeit und der freiwilligen Nutzung von Lehrangeboten fordern sie mit einer Petition auch die Verschiebung aller Fristen und das Recht, Prüfungen wiederholen zu können. Hochschulen seien zwar sehr bemüht, die Lehre auf Online-Formate umzustellen. Trotzdem könnten viele Studenten absehbar nicht die erforderlichen Leistungen erbringen. Als Lösung wird vorgeschlagen, das Sommersemester nicht zur Regelstudienzeit zu zählen. So würden finanzielle Nachteile etwa beim Bafög vermindert. Im Interview erläutern Studierendenvertreter*innnen die Initatitve und die Hintergründe.
Der bundesweite Zusammenschluss der Studierendenvertretungen (fzs) sowie die Landesastenkonferenz Niedersachsen haben gemeinsam die bundesweite Intitiative "Solidaritätssemester jetzt!" ins Leben gerufen. Der entsprechende Forderungskatalog greift die Themen digitale Lehre, Studienfinanzierung und Existenzsicherung und Prüfungswesen auf.
Die Forderung des fzs und der Landesastenkonferenz Niedersachsen nach einer Soforthilfe für Studierende in finanzieller Notlage wird auch vom Landesastentreffen NRW in ihrer Petition aufgegriffen.

Weitere Lesehinweise zu verschiedenen Themen wie Vereinbarkeit von Erwerbs- und Sorgearbeit, Gewalt gegen Frauen und Mädchen in der Krise und Frauengesundheit hat der Deutsche Frauenrat in ihrem Dossier zum Coronavirus / Covid-19 sowie die Bundeskonferenz der Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten auf Ihrer Hompage zusammengestellt.