Die Maßnahmen zum Umgang mit dem Coronavirus trifft insbesondere auch Familien. Aktuelle Informationen hierzu speziell für Beschäftigte / Studierende mit Kindern und pflegende Angehörige sammeln wir auf der Seite des Familienservice.

Vermehrt wird in den Medien von der Gefahr berichtet, dass Homeoffice und das verschärfte Kontaktverbot zu konfliktbeladenen Situationen im häuslichen Umfeld führen können. Für Betroffene haben wir Anlaufstellen und Notfallkontakte auf der Seite zum respektvollen Umgang gesammelt.

Das Coronavirus und seine Folgen wirken sich unterschiedlich auf die Geschlechter aus. Auf unserer News-Seite haben wir hierzu eine Sammlung an Links und weiteren Informationen zusammengestellt.

News & Veranstaltungen

kommende Events der Gleichstellungsstelle

Veranstaltungen

27.11.2020
15:00 Uhr
Eltern-Café – Lebkuchenhäuser bauen, Adventssterne falten und vieles mehr! (Online)
Auch wenn in diesem Jahr fast alles anders ist, findet das große Lebkuchenhäuser bauen vom Familienservice in Kooperation mit dem Asta in einer Online-Version statt. Die benötigten Bastelmaterialien/haltbaren Lebensmittel werden Ihren Familien vorher zur Verfügung gestellt.
Online
01.12.2020
17:30 Uhr
Pflege im Fokus – Pflegeverantwortung in Zeiten von Corona (Online)
Im Zuge der aktuellen Infektionslage gelten in Deutschland seit Mitte März Regelungen zur Beschränkung physischer Kontakte. Diese Regelungen treffen auch den Bereich der Pflege. Das bewährte System ist von heute auf morgen weggebrochen. Wie erlebten und erleben zum Beispiel Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen diese Zeit? Gemeinsam nähern wir uns in einem Vortrag mit anschließendem Erzähl-Café der Thematik.
Online

Geschlechtergerechte Organisationskultur

24.11.2020

In der aktuellen Ausgabe der Campus & Markt (November 2020) erscheint ein Artikel zu geschlechtergerechter Organisationskultur.

»Um diskriminierungsarme Arbeits- und Ausbildungsbedingungen zu schaffen, bedarf es gezielter Maßnahmen der verantwortlichen Personen und Stellen. Die Hochschule ist dabei nicht auf sich alleine gestellt: Der Blick in andere Organisationen und bundesweite Förderprogramme gibt wichtige Impulse für die eigene Gleichstellungsarbeit, deckt blinde Flecken auf und sichert die Qualität.«

Der vollständige Artikel findet sich unter diesem Link (Seite 10, unten).

„Männer können alles - Männer kriegen 'n Herzinfarkt": Karriere auch in Teilzeit und Elternzeit?

19.11.2020

- Informationen der Gleichstellungsstelle änlässlich des Internationalen Männertages am 19. November 2020 -

Die Arbeitswelt ist nicht erst seit den erzwungenen, rasanten Entwicklungen in Folge der Corona-Pandemie in Bewegung. Bereits seit längerer Zeit lässt sich ein tiefgreifender Wandel von Arbeit beobachten: Erwerbsbiographien verzeichnen vermehrt Unterbrechungen, Arbeitswechsel oder Pausen, sei es aufgrund befristeter Projektstellen, persönlicher Lebensumstände, dem Wunsch nach einer beruflichen Veränderung oder aber auch aufgrund von Erkrankungen infolge der Arbeitsbelastung. Auch für viele beschäftigte Männer verliert das Modell der Arbeit in Vollzeit vom Ende der Ausbildung bis zum Renteneintritt an Attraktivität. Unter den Stichworten „Rente mit 40“, „Die 4-Stunden-Woche“, Frugalismus und Downshifting propagieren aktuelle Karriereratgeber eine neue Balance zwischen Arbeit, Privatleben und Familie.

Dieser Wandel der Arbeitswelt geht Hand in Hand mit einem gesellschaftlichen Wandel in Partnerschaften und Familien. Männer übernehmen zunehmend Tätigkeiten im Haushalt. Rund 70 % der heutigen Väter sagen aus, dass sie die eigene Kinderbetreuung sowie Erziehung als positiv betrachten und mehr Zeit investieren möchten als ihre eigenen Väter. 58 % der Väter mit Kindern unter 6 Jahren möchte die Hälfte der Kinderbetreuung übernehmen. Auch ein Großteil (82 %) der Bevölkerung sieht es als Gewinn, wenn Väter in Vollzeit-Elternzeit gehen oder für die Kinderbetreuung in Teilzeit arbeiten.

Damit entfernt sich die gelebte Realität immer weiter von dem immer noch existierenden und dominanten Idealbild des Mannes als karriereorientierten Vollzeitbeschäftigten. Männer erleben wie Frauen unter umgekehrte Vorzeichen eine Doppelbelastung mit weitreichenden gesundheitlichen Folgen:

Die herrschende Anwesenheitskultur ist oft ein größeres Hindernis als die tatsächlichen beruflichen Erfordernisse. Denn Karrieren im mittleren Management oder als Abteilungsleitung sind laut Corinna Kleinert vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) auch mit weniger als 40 Stunden pro Woche möglich: "Teilzeitkräfte in Führungspositionen arbeiten oft sogar produktiver und effizienter als die Vollzeitkräfte".

Das Aufkommen alternativer Work-Life-Modelle und die Erkenntnisse zur Arbeits- und Gesundheitsbelastung bewirken in Politik und Wirtschaft einen langsamen Wandel. Die Politik unterstützt den Wunsch von aktiven Vätern mit Leistungsangeboten wie Partnermonaten oder Partnerschaftsbonus. Mit der gesetzlichen Einführung der „Brückenteilzeit“ haben Beschäftigte seit 2019 das Recht, ihre Arbeitszeit ohne Anlass und Gründe zu reduzieren und nach einem bestimmten Zeitraum wieder zu ihrem bisher vereinbarten Arbeitsumfang zurückzukehren. Auch große Unternehmen wie die TK-Krankenkasse, die Telekom oder die KfW-Bankengruppe sammeln positive Erfahrungen mit Teilzeitmodellen für Fach- und Führungskräfte. Die Hochschule Emden/Leer unterstützt familiengerechte Arbeits- und Studienbedingungen aktiv und wurde dafür 2019 mit dem Zertifikat „audit familiengerechte hochschule“ ausgezeichnet.

Möchten Sie mehr Informationen zur Elternzeit für Väter erhalten? Dann wenden Sie sich gerne an den Familienservice der Gleichstellungsstelle. Die Gleichstellungsstelle bietet Beratung und Unterstützung für Beschäftigte und Studierende der Hochschule mit Familien- und Pflegeverantwortung – egal ob alleinerziehende Väter und Mütter, nichteheliche und LSBTIQ*-Lebensgemeinschaften, Patchwork- und Pflegefamilien ebenso wie "traditionelle" Partnerschaften und Familien. An der Hochschule ist zudem für Elternzeit ein Prozessablauf im Prozessportal hinterlegt.

Weitere Informationen und Angebote

Neuer Newsletter online

22.10.2020

Der neue Newsletter für das 4. Quartal 2020 (Ausgabe 34) ist online. Unsere Themen sind:

sowie Hinweise zu „She likes Tech“

Interdisziplinäre Online-Ringvorlesung geht los

02.10.2020

Passend zum Online-Semester 2020/21 bietet auch das Projekt Gender in Lehre und Forschung eine spannende Veranstaltungsreihe online an. Die interdisziplinäre Ringvorlesung zu aktuellen Themen der Gender-Forschung startet mit den öffentlichen Terminen am Mittwoch, 21.10.2020, um 17:30 Uhr und findet dann fast wöchentlich an 10 Terminen mit jeweils anderen Referierenden online statt. Thematisch geht es von Geschlechter- und Nachhaltigkeitsfragen über Digitale Kompetenzen zum Gender Pay Gap hin zu Feministischer Care-Ökonomie und Citizen Science. Auch methodische Aspekte der Gender-Forschung werden beleuchtet; sei es maritime Berufskultur aus ethnologische Perspektive oder sei es die Diskursanalyse der Debatte um mehr Männer in Sozial- und Bildungsberufen. Ergänzend kommen konkrete politische und ökonomische Aspekte in den Blick: die Forderung der radikalen Arbeitszeitverkürzung und geschlechterspezifische Innovationshemmnisse und -potenziale. Die Ringvorlesung kann als Veranstaltung im Rahmen des interdisziplinären Nachhaltigkeitszertifikats der Hochschule Emden/Leer angerechnet werden.

Für externe Interessierte ist eine Teilnahme nach Anmeldung möglich!

Details zu den Terminen und der Anmeldung zu der „Online-Ringvorlesung: Aktuelle Themen der Gender-Forschung – interdisziplinär und digital“ sind auf folgender Seite zu finden: https://www.hs-emden-leer.de/sl/rv-2020

 

Niedersachsen Technikum: Erfahrungsbericht

11.08.2020

"Wenn man es nicht ausprobiert, kann man es nicht wissen!" - Rieka Janßen hat durch das Niedersachsen-Technikum zum Traumjob gefunden

Rieka Janßen kennt das Problem, das viele Schülerinnen und Schüler umtreibt, nur zu gut: Was will ich beruflich machen? Soll ich lieber eine Ausbildung beginnen oder studieren? Das Niedersachsen-Technikum hat der angehenden Elektrotechnikerin bei der Entscheidungsfindung geholfen. Über ihre Erfahrungen im Niedersachsen-Technikum hat Rieka der Redaktion von Think ING berichtet. Den vollständigen Artikel lesen Sie bitte hier: https://www.think-ing.de/schueler-studierende/netzwerk-nutzen/highlights-aus-dem-netzwerk/ing-des-monats/August-2020

 

Prädikat für Chancengleichheit / Ehrenpreis für Nachhaltigkeit

30.07.2020

Die Hochschule Emden/Leer wird in diesem Jahr zum fünften Mal mit dem TOTAL E-QUALITY Prädikat ausgezeichnet und erhält damit zugleich den Ehrenpreis für Nachhaltigkeit. Insgesamt 56 Organisationen werden in diesem Jahr mit dem TOTAL E-QUALITY Prädikat ausgezeichnet, davon 24 aus der Wissenschaft und nur fünf Organisationen erhalten den Nachhaltigkeitspreis. Das Prädikat wird für drei Jahre verliehen.

„Fünfmal ausgezeichnet zu werden, ist der nachhaltige Beweis des starken Engagements für Chancengleichheit. Als Best Practice Beispiel trägt die Hochschule Emden/Leer zur positiven Entwicklung von Chancengleichheit und Vielfalt in unserer Gesellschaft bei“, so die Jury in ihrer Urteilsbegründung.

Zur Pressemitteilung


Corona - Geschlechterperspektiven

25.05.2020

Die Corona-Pandemie betrifft alle – weltweit. Dennoch gibt es bei genauerer Betrachtung Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Aktuelle Erkenntnisse aber auch vieles, was bereits seit Jahren gefordert wird, erhalten neue Brisanz:

  • Die Landeskonferenz der Gleichstellungsbeauftragten an Hochschulen in Niedersachsen (lakog niedersachsen) unterstützt die Forderungen der Bundeskonferenz der Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten den Hochschulen (bukof) sowie der Allianz der Gleichstellungsbeauftragten der außeriniversitären Forschungseinreichtungen (AGbaF). Dafür hat die lakog ein Begleitschreiben zum Brief mit dem Betreff "Keine Verstärkung der strukturellen Benachteiligung von Frauen im Kontext der Covid-19-Krise" veröffentlicht, den die bukof und die AGbaF an die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz versandt hat. Die lakog schließt sich den beiden Verbänden in der Forderung an, dass die nun zum Teil ad hoc entwickelten Instrumente zur Bewältigung der Krise gerade jetzt im Sinne der Geschlechtergerechtigkeit ausgestaltet werden müssen.
  • Die Landesarbeitsgemeinschaft kommunaler Frauenbüros Niedersachsen berfürchtet, dass die Corona-Pandemie traditonelle Rollenbilder verfestigt (Pressemitteilung).
  • Der Deutsche Frauenrat sieht in der Corona-Pandemie einen Ausnahmezustand, der die bestehende Ungleichheit zwischen den Geschlechtern deutlicher denn je sichtbarer werden lässt. Daher fordert der Deutsche Frauenrat politische Lösungen für verschiedene Problemfelder wie dem Anstieg häuslicher Gewalt, Einkommensverlusten und der Doppelverantwortung, von denen insbesondere Frauen betroffen sind.
  • Das Netzwerk Familie in der Hochschule, dem auch die Hochschule Emden/Leer angehört,weist ebenfalls auf die Gefahr hin, dass sich traditionelle Rollenbilder in der Krise wieder verstärken. Daher solle die Frage der Geschlechtergerechtigkeit bei der Entwicklung von Instrumenten zur Krisenbewältigung beachtet werden.
  • Eine Gruppe von mehr als 500 Wissenschaftler*innen aus unterschiedlichen Wissenschaftsbereichen kritisiert in ihrem Offenen Brief an die Bundesregierung und die Regierung der Länder, dass insbesondere in der aktuellen Diskussion zu Corona, Expert*innenmeinungen, welche unmittelbar die Politik beeinflussen, sehr unausgewogen aus einer Gruppe von zum einen Männern, aber v.a. auch Wissenschaftler*innen über 60 kommen. Die Gruppe fordert daher, dass die Perspektive der Generation zwischen 25 und 50 stärker in der Diskussion eingebracht wird und in den gefassten Beschlüssen mit berücksichtigung findet. (Update folgt).
  • In ihrem Interview mit dem Tagesspiegel äußert Jutta Allmendinger, Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin, Bedenken gegenüber Empfehlungen der Nationalen Wissenschaftsakademie Leopoldina. Sie vermisse die Perspektive von Familien sowie insbesondere und Frauen.

Regina Frey, Politikwissenschaftlerin und Leiterin der Geschäftsstelle zum Dritten Gleichstellungsbericht der Bundesregierung, beschreibt in diesem kurzen Essay die unterschiedlichen Auswirkungen, die die Pandemie auf Frauen und Männer hat. Das Beispiel Arbeitsmarkt: Gerade hier sind durch die starke Trennung des Arbeitsmarktes in "Frauenberufe" und "Männerberufe" insbesondere Frauen im Einzelhandel, in Krankenhäusern und in der Pflege nicht nur einem höheren Ansteckungsrisiko ausgesetzt, sondern werden sogar als "systemrelevant" bezeichnet.
In diesem Sinne diskutiert auch der aktuelle Zeit-Podcast: "Männer an Maschinen verdienen mehr als Frauen an Menschen"

"Home-Office" lautet in vielen Betrieben und Unternehmen während der Krise das Motto. Was auf der einen Seite eine Chance zur Digitalisierung und Flexibilisierung der Arbeitswelt ist, kann gleichzeitig für Familien einen Rückfall in alte Rollenmuster bedeuten: Die Frau muss sich um die zu Hause gebliebenen Kinder kümmern und muss Kindererziehung, Hausaufgabenbetreuung, Haushalt und Erwerbsarbeit unter einen Hut bringen - Prof. Jutta Allmendinger, die Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin (WZB), warnte in dieser Hinsicht vor einer Retraditionalisierung der Geschlechterrollen. Die Studie "Eltern während der Corona-Krise - Zur Improvisation gezwungen" des Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung hat hierzu  unterschiedliche Befunde festgestellt. Die Corona-Krise hat die vormals bereits überwiegend traditionelle Aufgabenteilung bei Eltern eher weiter verstärkt, wobei dies nicht für alle Erwerbskonstellationen bei Eltern zutrifft: "Mütter stellen ihre Erwerbsarbeit, mehr als ihre Partner, zugunsten der Kinderbetreuung zurück, zum Teil vermutlich auch deswegen, weil sie durch die überwiegende Teilzeitarbeit einen geringeren Anteil am Haushaltseinkommen haben und ihr Einkommen eher verzichtbar ist als das der Partner." Gleichzeitig ist die Beteiligung von Vätern an den Familienaufgaben während der Coronakrise gewachsen. Allerdings geht der BiB-Direktor Norbert Schneider davon aus, dass die Bereitschaft der Männer zur Haus- und Erziehungsarbeit wieder sinken werde, sobald sich die Lage normalisiert habe.

 

Die fortlaufenden Erhebungen des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung deutet darauf hin, dass die Arbeitszufriedenheit im Home-Office von Frauen und insbesondere Mütter in Vergleich zu Männern stärker gesunken ist. Der Erfahrungsbericht auf der Seite der Initiative PinkStinks veranschaulicht kurz und unterhaltsam eine solche Situation.

Die Daten der Infizierten und der Todesfälle deutet darauf hin, dass Männer einem höheren Risiko ausgesetzt sind, an Covid-19 zu versterben. Was sind die Gründe dafür? Liegt es an genetischen, biologischen Unterschieden oder an den unterschiedlichen Umweltfaktoren, denen Frauen und Männer ausgesetzt sind? Der Beitrag der CNN geht dieser Frage auf Grundlage der gemeldeten Daten nach (Englisch). Eine Aufbereitung der Erkrankungen und Todesfälle nach Geschlecht und nach Land bietet das Forschungsinstitut GlobalHealth 50/50 auf ihrer Webseite (Englisch).
In der internationalen Zusammenarbeit weisen unter anderem sowohl die UNICEF, der Bevölkerungsfond der UN sowie UN WOMEN auf die Gefahren der Pandemie in Bezug auf die Geschlechtergerechtigkeit hin (Dokumente auf Englisch).

Auch bei der Berichterstattung über die Corona-Pandemie lässt sich feststellen, dass unter Expert*innen, Wissenschaftler*innen und Ärzt*innen häufiger Männer befragt werden und zu Wort kommen (70% Männer, 30% Frauen). Zwei Studien zu dieser Frage sind hier zusammengefasst.

Die Krise stellt gerade auch die Hochschulen vor neue Herausforderungen. Bei der Suche nach Lösungen für Studium und Lehre, für die Beschäftigten und Professor*innen stellt sich insbesondere die Frage, wie diese Maßnahmen zugleich auch im Sinne der Gleichstellung zu gestalten sind. Die Bundeskonferenz der Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten an den Hochschulen nach Good-Practice-Beispielen nachgefragt und die Antworten zusammengestellt.

Wie die Hochschule und die Studierenden mit der aktuellen Situation umgehen, ist auch die Frage in der aktuellen Folge "Campus & Karriere" des Deutschlandsfunks. Die Gesprächsgäste diskutieren dabei unter anderem den Offenen Brief aus Forschung und Lehre zum Nicht-Semester.

 

Angesichts der Auswirkungen der Pandemie auch auf den Regelbetrieb an den Hochschulen fordern Studierendenvertretungen in einer Petition gegenüber der Hochschulrektorenkonferenz ein "Kann-Semester". Neben der Aussetzung der Regelstudienzeit und der freiwilligen Nutzung von Lehrangeboten fordern sie mit einer Petition auch die Verschiebung aller Fristen und das Recht, Prüfungen wiederholen zu können. Hochschulen seien zwar sehr bemüht, die Lehre auf Online-Formate umzustellen. Trotzdem könnten viele Studenten absehbar nicht die erforderlichen Leistungen erbringen. Als Lösung wird vorgeschlagen, das Sommersemester nicht zur Regelstudienzeit zu zählen. So würden finanzielle Nachteile etwa beim Bafög vermindert. Im Interview erläutern Studierendenvertreter*innnen die Initatitve und die Hintergründe.
Der bundesweite Zusammenschluss der Studierendenvertretungen (fzs) sowie die Landesastenkonferenz Niedersachsen haben gemeinsam die bundesweite Intitiative "Solidaritätssemester jetzt!" ins Leben gerufen. Der entsprechende Forderungskatalog greift die Themen digitale Lehre, Studienfinanzierung und Existenzsicherung und Prüfungswesen auf.
Die Forderung des fzs und der Landesastenkonferenz Niedersachsen nach einer Soforthilfe für Studierende in finanzieller Notlage wird auch vom Landesastentreffen NRW in ihrer Petition aufgegriffen.

Im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie erleben inter* und trans* Personen im Alltag immer wieder Benachteiligungen. Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes berichtet aus ihrem Beratungsalltag, dass viele inter* und trans* Personen seit dem Beginn der Corona-Krise Diskriminierungen auch von staatlicher Seite und öffentlich-rechtlichen Einrichtungen erfahren.

Die vorläufigen Ergebnisse einer Erhebung des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf deuten darauf hin, dass sich die Corona-Krise verschärft auf die gesundheitliche Lage von trans* Personen auswirkt. Zudem leiden insbesondere trans* Personen laut Studie der Münster School of Health (FH Münster) zur Situation von Menschen in Deutschland während der Corona-Pandemie verstärkt an den Folgen eingeschränkter Sozialkontakte.

Der Bundesverband Trans* bietet auf seiner Seite eine Sammlung an Informationen, Ressourcen und Links zu Beratungsangeboten sowie Hinweise für Trans*-Organisationen zu Auswirkungen auf trans* Menschen und Ideen für Community- und Beratungsarbeit in Zeiten von Corona an.

Umfangreiche Materialsammlungen mit Stellungnahmen und wissenschaftlichen Arbeiten zum Thema "COVID-19-Pandemie und Geschlecht" werden fortlaufend im CEWS journal veröffentlicht (Ausgabe 122,Ausgabe 123).

Weitere Lesehinweise zu verschiedenen Themen wie Vereinbarkeit von Erwerbs- und Sorgearbeit, Gewalt gegen Frauen und Mädchen in der Krise und Frauengesundheit hat der Deutsche Frauenrat in ihrem Dossier zum Coronavirus / Covid-19 sowie die Bundeskonferenz der Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten auf Ihrer Hompage zusammengestellt.

Die Corona-Krise lässt nicht nur Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern stärker hervortreten, sondern verschärft auch die Diskriminierungserfahrungen aufgrund anderer Merkmale. So hat die Antidiskriminierungsstelle des Bundes seit Beginn der Corona-Krise über 300 Beratungsanfragen (Stand: 16.06.2020) zu Diskriminierungen im Zusammenhang mit dem Virus erhalten. Bei den berichteten Erfahrungen gibt es zwei Schwerpunkte: Diskriminierungen aus rassistischen Gründen bzw. wegen der ethnischen Herkunft und Diskriminierungen aufgrund einer Behinderung. Die Antidiskrimierungsstelle des Bundes hat auf ihrer Seite hierzu ein FAQ veröffentlicht.