News Fachbereichs Seefahrt & Maritime Wissenschaften

Virtuelle Realität in und für regionale Unternehmen

Online-Seminar der Hochschule informierte über neue Technologien

In Zeiten, in denen diverse Einschränkungen den Arbeitsalltag völlig verändert haben, stehen vor allem klein- und mittelständische Unternehmen vor vielen Problemen. Wie können Mitarbeiter trotz Kurzarbeit ausreichend geschult werden? Wie können Produkte trotz Kontaktverboten einem großen Publikum zugänglich gemacht werden?

Der Fachbereich Seefahrt und Maritime Wissenschaften der Hochschule Emden/Leer hatte in diesem Zusammenhang zu einem Online-Seminar mit dem Titel „Augmented Reality – Virtuelles Verstehen und Erleben von Produkten und Dienstleistungen in der neuen Normalität“ eingeladen. Dabei wurde den Teilnehmern aufgezeigt, wie sie Kunden und Geschäftspartnern ein virtuelles Erleben und Verstehen von Produkten und Dienstleistungen ermöglichen und damit die momentan eingeschränkte Realität der Kunden sowie auch die der Mitarbeiter mit Hilfe von Augmented Reality (AR) erweitern und sich gleichzeitig für die digitale Zukunft rüsten können. Die dafür notwendige grundsätzliche Einführung in die Thematik wurde von Alexander Riedel, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Hochschule Emden/Leer am Fachbereich Seefahrt und Maritime Wissenschaften, übernommen.

Dabei wurden den Teilnehmer zunächst die Grundlagen zum Thema Augmented Reality beigebracht und Anwendungsmöglichkeiten anhand ausgewählter Best-Practice-Beispiele aufgezeigt. Für den Übergang von der Theorie in die Praxis sorgten die Vorträge der eingeladenen Experten. Zunächst informierte Lars Knoke von der Microsoft Deutschland GmbH die Teilnehmer in seinem Vortrag „Mixed Reality Update – HoloLens 2“ über die Eigenschaften und Einsatzmöglichkeiten der neuen Datenbrille HoloLens2. Im Anschluss daran gab Denny Haschke von der MEYER WERFT GmbH & Co. KG interessante Einblicke, wie Augmented Reality sowie auch Virtual Reality (VR) in der Meyer Werft zum Einsatz kommen. Dabei stellte sich heraus, dass AR zum jetzigen Zeitpunkt im Bereich des Schiffbaus noch in den Kinderschuhen steckt und noch eine Menge Arbeit für die tatsächliche Nutzung investiert werden muss.

Die VR-Technik hingegen nutzt das Unternehmen bereits deutlich umfassender, so dass laut Haschke mittlerweile bis zu sechs Millionen Objekte in einer VR-Session geladen werden können. Um es deutlicher auszudrücken: Zwei komplette Schiffe können mittels VR virtuell übereinandergelegt beziehungsweise miteinander verglichen werden. Somit ermöglicht die VR-Technik Mitarbeitern aus dem Bereich der Fertigung, Zulieferern sowie der Reederei, eine konkrete Vorstellung davon zu bekommen, wie das Schiff einmal aussehen soll.

Den Abschluss des Online-Seminars und den damit vollständigen Übergang in die Praxis machte Udo Corleis von der Radius Media GmbH mit seinem Vortrag „ARealive – Präsentation im virtuellen Raum“. Per Live-Übertragung zeigte Corleis in Echtzeit, wie ganze Schiffe oder Stahlkonstruktionen mittels AR inmitten eines Raumes eingeblendet und anschließend an den virtuellen Modellen gearbeitet werden kann. Bei seinen Vorführungen betonte er zudem, dass dasselbe Modell von verschiedenen Personen in unterschiedlichen Räumen aufgerufen werden kann, so dass eine räumliche Trennung der Beteiligten keinen Einfluss mehr auf die Zusammenarbeit hat.

Die Veranstaltung wurde im Rahmen des Projektes "Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrums Lingen" angeboten. Es ist Bestandteil des Programms „Mittelstand Digital“. Damit unterstützt das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie die kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) und informiert kostenlos über Potenziale und Herausforderungen der Digitalisierung.

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