Veranstaltungen

  • 17. September 2019: Digitale Woche in Leer „Maritime goes Digital“ 

Assistenzsysteme haben auch in der maritimen Industrie und der Schifffahrt einen immer höheren Stellenwert. Im Rahmen der 2. Digitalen Woche des Landkreises Leer, die vom 14. bis 21. September 2019 stattfand, wurde am 17. September über die Perspektiven und Herausforderungen digitaler Assistenz-systeme in der maritimen Wirtschaft diskutiert. Neben der Vorstellung von technischen Möglichkeiten und Einsatz-gebieten von Assistenzsystemen erhielten die Teilnehmer einen Einblick auf die einhergehenden Auswirkungen auf den Menschen und Herausforderungen, welche in einer Podiumsdiskussion thematisiert werden. Umrahmt wurde die Veranstaltung durch eine Ausstellung, auf der Unternehmen als Hersteller, Kooperationspartner oder Nutzer von Assistenzsystemen in der Schifffahrt ihre Konzepte sowie Produkte und Lösungen präsentieren.

  • 13. Juni 2019: Autonome Schifffahrt: Kapitäne von morgen sind Technologieexperten

Wie hält die Digitalisierung in der Schifffahrt Einzug? Diese Frage war jetzt zentrales Thema bei der Campusexkursion am Fachbereich Seefahrt und Maritime Wissenschaften in Leer. Rund 25 Teilnehmer waren gekommen, um sich über Perspektiven autonomer Schifffahrt und damit verbunden auch über die spannenden neuen Geschäftsfelder zu informieren, die der digitale Wandel in der maritimen Branche mit sich bringt.

Neben drei Impulsvorträgen zu den Themen Digitalisierung im Seeverkehr, der autonomen Schifffahrt und die hierdurch entstehenden Anforderungen an die maritime Wirtschaft wurden auch der Schiffsführungssimulator der Nautitec und der mobile Schiffssimulator der Firma Benntec Systemtechnik besichtigt. Erstgenannter befindet sich im Maritimen Kompetenzzentrum gleich neben dem Fachbereich der Hochschule in Leer und wird seit Jahren intensiv für die Lehre genutzt. Capt. Mario Gehrke von der Firma Benntec Systemtechnik veranschaulichte in seinem Vortrag die Anforderungen an die maritime Wirtschaft im Hinblick auf das autonome Schiff und stellte zudem den mobilen Schiffsführungssimulator vor.

Im Anschluss gab es für alle Teilnehmenden außerdem die Möglichkeit, die behandelten Themen in einem Workshop-Format zu erarbeiten. Auch die digitale Ausbildung des nautischen Personals und die zukünftige Ausrichtung maritimer Unternehmen auf datengetriebene Geschäftsmodelle spielten dabei eine Rolle.

„Es war eine gelungene Veranstaltung mit spannenden Vorträgen“, so Prof. Dr. Jens Klußmann vom Fachbereich Seefahrt und Maritime Wissenschaften, der gemeinsam mit Prof. Kapt. Rudolf Kreutzer in das Thema eingeführt hatte. Janne Silden von Kongsberg Maritime CM Germany informierte zudem über den aktuellen Stand der autonomen Schifffahrt und der Frage, ob autonome Schiffe Alltag oder Zukunftsmusik sind.

Dass dies keineswegs der Fall ist, erläuterte sie an zwei Beispielen. So sei in Finnland bereits die erste vollautonome Fähre bereits erfolgreich getestet worden. Zudem werde derzeit das erste autonome und emissionsfreie Containerschiff der Welt gebaut. Ab 2020 soll es als erstes Containerschiff mit Elektroantrieb im Einsatz sein. „Autonome Schifffahrt ist technisch möglich und in einigen Bereichen dem Menschen voraus - jedoch wird es noch ein langer Weg werden, bis diese Schiffe Einzug in den täglichen Schiffsverkehr halten werden“, gab Klußmann zu bedenken. Zunächst sei dies eher auf kurzen und niedrig frequentierten Strecken denkbar.

Im zweiten Teil der Veranstaltung wurde das Thema in dem Workshop-Format „Design-Thinking“ mit den Teilnehmern in Richtung der Entwicklung datengetriebener Geschäftsmodelle erarbeitet.

Die Veranstaltung ist in Kooperation mit dem it.Emsland in Lingen durchgeführt worden.

  • 11. April 2019: „Digitalisierungslösungen für die Wartung und den Rückbau von Offshorewindanlagen“ am Tag der Logistik (Bundesvereinigung der Logistik, kurz BVL)

Der Fachbereich Seefahrt und maritime Wissenschaften war am 11. April zum zweiten Mal Gastgeber der Veranstaltung „Tag der Logistik“ unter der Schirmherrschaft der Bundesvereinigung der Logistik (BVL). Digitalisierungslösungen von Offshorewindparks und deren Zulieferer standen diesmal im Fokus der Veranstaltung.

Roland Strache von der Firma Outsmart stellte in diesem Zusammenhang als erster Referent Beispiele der damit verbundenen Herausforderungen aus einen Serviceunternehmen der Offshorebranche vor. Müssen Ersatzteile oder Personal mit dem Schiff oder per Helikopter zur Plattform auf See gebracht werden, seien damit schnell Kosten von mehreren tausend Euro verbunden, erklärte Strache.

Wie das Inspektionspersonal in Offshore-Park durch Digitalisierungslösungen zum „Servicetechniker der Zukunft“ wird, wurde von Herrn Professor Klußmann vom Fachbereich Seefahrt und maritime Wissenschaften aufgezeigt. In einer Augmented Reality (AR)-Anwendung wurde gezeigt, wie ein Techniker beispielsweise anhand von schrittweisen Anleitungen, Videos und Bildern, die er durch das Tragen der AR-Brille aufrufen kann, Lösungen für Probleme vor Ort findet.

Über das im vergangenen gestartete Interreg-Projekt „Decom Tools“ berichtete Marc Hillers, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Hochschule Emden / Leer. Im Projekt wird mit 12 Partnern aus verschiedenen europäischen Ländern erforscht, wann beispielsweise ein Repowering der Windkraftanlagen sinnvoll ist, in welcher Reihenfolge sie abgebaut werden sollen, ob einzelne Komponenten im Meeresboden verbleiben sollen, wie sich die Häfen in Zukunft aufstellen sollen, um die Anlieferung und den Weitertransport des Windmühlen-Schrotts zu gewährleisten. Digitalisierungslösungen sollen für eine optimale und effiziente Routenplanung der beteiligten Schiffe im Zusammenspiel mit den Häfen erarbeitet werden.   

Ganz praktische Beispiele gab es im Anschluss an die Vorträge beim Planspiel zum Thema „Offshore-Windpark“ sowie beim Digitalisierungscheck für Unternehmen.

  • 09. April 2019: „Cyber Security in der maritimen Industrie“

Die International Maritime Organization (IMO) hat einen Beschluss (MSC Res.428(98)) verabschiedet und Richtlinien (MSC/FAL.1/Circ.3), welche die Flaggenstaaten aufgefordert, ab dem 01. Januar 2021 bei der jährlichen Überprüfung des Reederei DoC (ISM) darauf zu achten, dass die „Cyber-Risiken“ im Safety Management System entsprechend adressiert sind. Um Reedereien dabei zu unterstützen, dieser Anforderung gerecht zu werden und das Personal auf etwaige Cyber-Attacken vorzubereiten, wurde diese Schulung entwickelt, die explizit auf die Bedarfe der Maritimen Wirtschaft ausgerichtet ist. Die Teilnehmer erhielten einen vertieften Einblick über Schutz- und Verteidigungsmaßnahmen und werden befähigt Cyber-Risiken zu bewerten, sowie Gegenmaßnahmen zu planen und umzusetzen.

Dieser Workshop kann auch in abgewandelter Form in den anderen Branchen – Handel, Agrar und Handwerk – eingesetzt werden.

  • 20. Februar 2019: „AIS- Daten innovativ einsetzen – Perspektiven der Nutzung des AIS zur Entwicklung von digitalen Geschäftsmodellen“

Das Automatic Identification System (AIS) ist ein ausrüstungspflichtiges Navigationsgerät mit dem statische und dynamische Schiffsinformationen zwischen AIS-Empfangsstationen - an Bord oder an Land - ausgetauscht werden. Mithilfe dieser Technik gibt es viele Möglichkeiten die Prozesse an Bord zu optimieren. 

In dieser Veranstaltung wurden den Teilnehmern zuerst Anwendungsbeispiele aus der Praxis aufgezeigt. So wurde dargestellt, wie AIS Daten aufbereitet werden, um sie für digitale Geschäftsmodelle nutzen zu können, wie AIS Daten im Fleet Performance Management genutzt werden können und darüber hinaus, wie durch Auswertung von AIS Daten der Warenstrom von seltenen Erden beobachtet werden kann. Abschließend wurde in Gruppen darüber diskutiert, welche Chancen und Herausforderungen mit der Nutzung von AIS verbunden sind und welche neuen Geschäftsmodelle auf Basis von AIS-Daten möglich sind.

Die wohl größten Herausforderungen sind die Schaffung einer Akzeptanz bei den Besatzungen bezüglich der Nutzung ihrer AIS-Daten, die Datensicherheit bzw. der Datenschutz und der damit verbundenen Möglichkeit der Datenmanipulation. Im Hinblick auf die Nutzung der Daten besteht noch Unsicherheit bezüglich möglicher Konflikte mit dem Datenschutz. Chancen sahen die Teilnehmer im Bereich der Koordination und der damit verbundenen Planungssicherheit zwischen den einzelnen Beteiligten und dem effizienteren Schiffsbetrieb, sowie der damit verbundenen Steigerung der Sicherheit.

  • 18. September 2018: Kick-Off-Meeting / Eröffnungsveranstaltung des Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Lingen am Standort Leer und Informationsveranstaltung, „Maritime goes digital – Die Perspektiven innovativer Geschäftsmodelle und –prozesse“ im Rahmen der Digitalen Woche des Landkreises Leer

Eine Vielzahl von Prozessen an Bord und an Land läuft seit Jahrzehnten datenbasiert. Dennoch bieten sich nach Ansicht von Alfred Hartmann, Präsident des Verbandes Deutscher Reeder, durch neue digitale Anwendungen erhebliche Potenziale zur Verbesserung des Schiffsbetriebs sowie der Sicherheit an Bord. In seinen „10 Thesen zur Digitalisierung in der Schifffahrt“ stellte er insbesondere die Chancen des Einsatzes von Monitoringmethoden und der Sensortechnik in den Fokus. Er verdeutlichte die Veränderungsprozesse der Branche der letzten Jahre und konstatierte, dass der digitale Wandel kontinuierliches Lernen voraussetze.  Dies stelle auch neue Anforderungen an die Aus- und Weiterbildungseinrichtungen wie die Hochschule Emden/Leer. 

In der Arbeitsgruppe „Chancen und Risiken“, moderiert durch Prof. Dr. Rudolf Kreutzer (Hochschule Emden/Leer), wurde herausgestellt, dass sich in der hohen Anzahl anfallender Daten ohne Konzepte zur Auswertung ein Risiko verberge. Zudem seien Systeme gegen Angriffe von außen oftmals anfällig und erfordern neue Konzepte im Hinblick auf Cyber Security. Thematisiert wurden zudem der Einfluss des sich ändernden Arbeitsumfeldes auf den Menschen und die mit der Digitalisierung einhergehende Transparenz durch Offenlegung von Daten. Chancen sahen die Workshop-Teilnehmer insbesondere in der Entwicklung von neuen Plattformen, die einen besseren Informationsaustausch ermöglichen. Zudem könne die Überprüfung  „traditioneller“ Geschäftsprozesse zu einer Optimierung  des Unternehmens führen und  zu einem verbesserten Datenfluss, der Vermeidung von Datenredundanz und zu einer Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens beitragen.

Die Arbeitsgruppe „Innovationen“ unter der Leitung von Katja Baumann (MARIKO GmbH) widmete sich aktuellen „digitalen“ Entwicklungen der maritimen Wirtschaft. Neben den Anforderungen an neue Systeme zur Ortung und zur Datenaufbereitung wurden die Potenziale des Einsatzes von Drohnen, Sensortechnik und autonomen Systemen diskutiert, die sich nach Ansicht der Workshop-Teilnehmer in den kommenden Jahren zunehmend durchsetzen werden. Der Umgang mit diesen Systemen erfordere neue Konzepte im Hinblick auf die Aus- und Weiterbildung bzw. den Know-how-Transfer an Bord. In diesem Zusammenhang gewännen die Bereiche Virtual Training, Augmented Reality und der Einsatz Künstlicher Intelligenz an Bedeutung beim Entwurf, dem Bau und der Wartung von Schiffen, aber auch beim Schiffsbetrieb. Fortschreitende innovative Entwicklungen seien zudem im Bereich „Plattformen“ (z.B. Onlinehandel) und 3D-Druck zu verzeichnen, die zu neuen Geschäftsmodellen führen könnten.

In diesem Kontext seien auch die Gewinnung von Daten und ihre Verknüpfung sehr wertvoll, so das Resumee der Arbeitsgruppe „Geschäftsmodelle“ unter der Leitung von Prof. Dr. Marcus Bentin. Die Analyse großer Datenmengen könne eine mögliche Dienstleistung sein, um eine neue Sichtweise auf vorhandene Daten zu liefern. Dies würde einen Beitrag zur Verbrauchsoptimierung leisten, aber auch eine effiziente Wartung ermöglichen. Angeregt wurde eine Plattform zu entwickeln, die auf Basis der Terminal- und Schiffsdaten (Position, Geschwindigkeit unter Berücksichtigung der Route und des Wetters) den Schiffen gesicherte Terminalslots im Hafen anbieten kann. Zudem wurde über die Initiierung einer Routenbriefing-Plattform beraten, die sämtliche Informationen nebst Formalitäten zu jedem Schiffsrevier bereithält.

Quintessenz des Austausches war, dass sich die maritime Wirtschaft bereits inmitten der digitalen Transformation befindet und es eine Vielzahl innovativer Anwendungen gibt, die schon heute zur Verbesserung des Geschäftsbetriebes bzw. zur Entwicklung neuer Geschäftsmodelle beitragen können.

  • 26. April 2018:Informationsveranstaltung mit Messecharakter „Digitalisierung für den Mittelstand - Augmented Reality (Datenbrillen) im industriellen Umfeld“

Den rund 50 Teilnehmern wurden im Rahmen verschiedener Vorträge und Ausstellungsstände die Mehrwerte der erweiterten Realität durch computergenerierte Inhalte aufgezeigt. „Es geht erst richtig los - Lösungen und Systeme haben sich auch 2017 noch nicht auf breiter Front durchgesetzt und das Marktpotential wird als immens eingeschätzt.“ betonte Prof. Dr.-Ing. Jens Klußmann der Hochschule Emden/Leer. Auch in dieser Veranstaltung war das Potential der verschiedenen Anwendungsmöglichkeiten deutlich zu erkennen. Durch die zahlreich erschienen Unternehmen aus dem Umfeld, war zu erkennen dass ein hohes generelles Interesse an der Technologie besteht. Jedoch wurden, wie auch in der vorangegangen Veranstaltung (Innovationsworkshop), die Probleme mit der Datenaufbereitung und die Investitionsfrage zusammen mit dem Publikum behandelt.

  • 19.04.2018: „Digitalisierungschancen in der maritimen Industrie“ am „Tag der Logistik“

Hightech statt Seefahrer-Romantik: Der Fachbereich Seefahrt und Maritime Wissenschaften konnte in dieser Veranstaltung  zeigen, was in ihm steckt – diesmal mit dem Schwerpunkt Digitalisierung zum Anfassen u.a. mit dem im Oktober 2017 gestarteten Verbundprojekt „Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Lingen“, das klein- und mittelständische Unternehmen in der Fokusbranche Maritime Wirtschaft auf den Weg in die Digitalisierung unterstützt.

„Das Interesse war sehr groß“, freute sich Prof. Dr. Jens Klußmann vom Fachbereich, der die Veranstaltung in Leer organisiert hatte. Die Hochschule hatte erstmals zu diesem besonderen Tag eingeladen, der in mehr als 20 Ländern ausgerichtet wird.

In Leer konnten die Besucher mit Hilfe einer VR-Brille verschiedene Schiffsmodelle begehen, sich beim HyperpodX-Team über das futuristische Transportkapsel-Projekt „Hyperloop“ informieren oder einen digitalisierten Kommissionierungsvorgang mit spezieller „Pick-by-Scan“- und Pick-by-Voice“-Technik nachverfolgen uns selbst austesten.

Rund 40 Besucher waren anlässlich des Tages der Logistik zum Hochschulstandort nach Leer gekommen.