Umsetzungsprojekte

  • Ems-Leda-Shipping GmbH&Co.KG: Digitalisierung der technischen Inspektion von Schiffen 

Das Unternehmen:

Die Ems-Leda-Shipping GmbH & Co. KG wurde im Jahr 2011 gegründet. Etwa 4-5 qualifizierte Mitarbeiter kümmern sich um das Management von bis zu 10-13 Schiffen. Hierbei handelt es sich um Mehrzweckschiffe, Trockenfrachtschiffe, Massengutfrachter und Containerschiffe.

Die Ziele:

Das Ziel des Umsetzungsprojektes ist die Entwicklung einer prototypischen Applikation im Anwendungsszenario der technischen Inspektion von Schiffen. Auf Basis der innovativen Technologie der erweiterten Realität sollen den Mitarbeitern digitale Informationen direkt vor Ort zur Verfügung stehen. Im Kontext des Umsetzungsprojektes sind weitere Ziele Mitarbeiter über die Technologie der augmentierten Realität (AR) zu informieren, im Umgang mit der Technologie zu qualifizieren und diese zu befähigen die Technologie eigenständig einzusetzen. Auf Basis der neu erworbenen Erkenntnisse soll die Ausrichtung auf datengetriebene Geschäftsmodelle eruiert werden. Weiterhin sollen bisher genutzte Dokumente digitalisiert und automatisiert werden. Das Ziel ist ein zentrales rechnergestützes Dokument, in dem alle Inspektionsschritte digital erfasst werden können. Bilder sollen hierbei an den richtigen Stellen in dem Dokument eingefügt werden können.

Der Nutzen:

Von der Durchführung des Umsetzungsprojektes und der Entwicklung der prototypischen Anwendung wird erwartet:

  • Zeitersparnis: Zentrales System an dem alle Informationen an einem Ort zur Verfügung stehen
  • Aktive Unterstützung des Mitarbeiters: Einblendung nächster Inspektionsschritte
  • Mobiles System: überall einsetzbar
  • Entwicklung neuer datengetriebener Geschäftsmodelle

Weiterhin wurde eine prototypische Applikation im Zuge der Inspektion der Hauptmaschine eines Schiffes entwickelt. Konkret handelt es sich hierbei um den Antriebsmotor M43C gemäß Abbildung 2 der Firma Caterpillar. Die Caterpillar, Inc. ist eines der größten Hersteller für Baumaschinen weltweit. Des Weiteren gehören Antriebsmaschinen für Schiffe und Gasturbinen für diverse Bereiche der Industrie zum Produktportfolio.

Bei der entwickelten Applikation handelt es sich um eine markerbasierte Anwendung, d.h. sobald ein zuvor definierter Marker (Abbildung 3) erkannt wird, werden entsprechende virtuelle Informationen vor Ort angezeigt. Die entwickelte Anwendung bietet die Auswahl zwischen einer Sichtprüfung und einer Auswahl mehreren Alarmtests gemäß Abbildung 4. Diese wurden zuvor mit der Fa. Ems-Leda-Shipping ausgewählt. Aufgrund des limitierten Zeitrahmens handelt es sich hierbei um kleine ausgewählte Testszenarien. Die Sichtprüfung und definierten Testszenarien werden anhand von Schritt-für-Schritt Anleitungen aufgezeigt.

Als Testszenario wurde beispielsweise der Funktionstest eines Ölnebeldetektors (Abbildung 5) verwendet. Hierbei handelt es sich um ein Bauteil zum Schutz des Antriebssystems. Er dient der Triebraumüberwachung, wobei die Trübung der Triebraumatmosphäre und der vorherrschende Druck überwacht werden. Unterstützt werden die Inspektionsschritte mittels Illustrationen und Zusatzinformationen. Ein Verweis auf die entsprechende Stelle im Benutzerhandbuch der Antriebsmaschine ist bei jedem Inspektionsschritt vorhanden.

Die HoloLens als autarkes Computersystem bietet den Vorteil eines mobilen Systems. Somit stehen dem Mitarbeiter sämtliche Informationen vor Ort zur Verfügung. Konkret ist der Arbeitsprozess mittels der HoloLens in drei Bereiche unterteilt.

  1. Anwendung mit Anleitungen
  2. Pdf-Reader mit Zugriff auf Benutzerhandbücher
  3. Dokumentation der Inspektion mittels Excel

Die Hauptkomponente stellt die zuvor erläuterte Applikation dar. Sie unterstützt den Mitarbeiter aktiv in Form von Anleitungen während des Inspektionsprozesses. Die Anwendung kann jederzeit pausiert und unterbrochen werden. Hierdurch ist der Zugriff auf die Benutzeroberfläche der HoloLens möglich. Der Zugriff auf Programme wie beispielsweise ein pdf-Reader oder das Tabellenkalkulationsprogramm Excel sind hierdurch möglich. Tritt ein Problem während der Inspektion auf oder sind die Informationen der Schritt-für-Schritt Anleitungen nicht ausreichend, kann die Applikation unterbrochen werden und ein Blick in das Benutzerhandbuch getätigt werden. Weiterhin kann eine Dokumentation der Inspektionsschritte mittels der entworfenen Excel-Tabelle vorgenommen werden. Das Fortführen der entworfenen Applikation ist jederzeit möglich. Zudem können die Fenster der Anwendungen beliebig platziert und skaliert werden. Sie können somit individuell an die Bedürfnisse des Anwenders angepasst und im Sichtfeld des Nutzers platziert werden.

HS Bereederungs GmbH&Co.KG: „Digitalisierung von Bestellungen“ 

Das Unternehmen

Die HS Bereederungs GmbH & Co. KG wurde im Jahr 2000 gegründet und beschäftigt zurzeit mehr als 250 Mitarbeiter auf der ganzen Welt. Sie kümmert sich um das Management von  35 Schiffen. Hierbei handelt es sich um Container- und Küstenmotorschiffe sowie Mehrzweck- und Massengutfrachter.

Das Ziel

Das Ziel des Umsetzungsprojektes war die Realisierung einer Schnittstelle zwischen Bestellwesen und Buchhaltung der Reederei. Durch eine sofortige Übergabe von anstehenden Rechnungsbeträgen, direkt nach Auftragserteilung sollte eine bessere Planung in der Buchhaltung ermöglicht werden. Eine „Just-in-Time-Buchhaltung“ war somit das Ziel im weitesten Sinne. Treiber dieses Prozesses war die Suche nach einer Möglichkeit einer genaueren Budgetplanung. Weiterhin ermöglicht die Umsetzung einer solchen Schnittstelle eine schnellere Identifizierung versteckter Kosten, die im täglichen Management der Flotte auftreten können.

Das Ergebnis

Das Ergebnis der umgesetzten Schnittstelle ist, dass in einem definierten Intervall (einmal täglich in den Nachtstunden) auf die SQL Datenbank des Flottenmanagementsystems lesend zugegriffen wird und hierbei alle ausstehenden (offenen) Rechnungsbeträge aufsummiert werden. Dieser aufsummierte Wert wird anschließend in das Buchhaltungssystem importiert und steht dem Buchhalter dann als offener Betrag im Buchhaltungssystem zur Verfügung. Hierdurch wurde eine übersichtlichere Budgetplanung ermöglicht. Das Ergebnis stellt hierbei den ersten Schritt in Richtung „Just-in-Time-Buchhaltung“ dar. Für eine noch bessere Nutzung der übermittelten Daten ist die Aufteilung in einzelne Posten, Zuteilung der offenen Posten zu den einzelnen Buchungskonten (Schiffen), und Fälligkeiten der offenen Beträge der nächste Schritt.