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Für Zeichen von Misshandlung sensibilisieren

Hochschule unterstützt EU-Projekt gegen häusliche Gewalt

Wie können Beschäftigte in medizinischen und psychosozialen Einrichtun-gen dafür sensibilisiert werden, Anzeichen für häusliche Gewalt bei Patienten schnell zu erkennen und sich hilfreich zu verhalten? Dieser Frage geht derzeit ein europaweit vernetztes Projektteam unter dem Titel REVAMP (Recognition and Education in Vio-lence, Abuse and Neglect for Medical and Healthcare Practitioners) mit Beteiligung der Hochschule Emden/Leer nach. Prof. Dr. Jutta Lindert und die wissenschaftliche Mitarbeiterin Sarah Marth befassen sich dabei mit der Entwicklung von Trainingsmo-dulen, die später in allen beteiligten Ländern für die Weiterbildung des medizinischen Personals genutzt werden sollen.

Auch vor dem Hintergrund der Corona-Krise werden Vorfälle häuslicher Gewalt eine aktuelle gesundheitliche Herausforderung. Laut einer Umfrage der Deutschen Pres-seagentur bei den zuständigen Ministerien und Behörden sind seit Beginn der Pan-demie in einigen Bundesländern steigende Fallzahlen registriert worden – zusätzlich dürfte die Dunkelziffer in diesem Bereich sehr hoch sein, wie Lindert zu bedenken gibt. Im Projekt REVAMP werden verschiedene Alters- und Geschlechtsgruppen be-rücksichtigt, die von Gewalt betroffen sein können: von der Kindheit über den mittle-ren Lebensabschnitt bis ins Rentenalter. Jutta Lindert und Sarah Marth haben inner-halb ihres Teilprojekts die Bearbeitung von Wissensvermittlung für Beschäftigte in medizinischen und psychosozialen Einrichtungen, insbesondere für die, die mit Kin-dern, Jugendlichen und Erwachsenen arbeiten, übernommen.

„Aktuell führen wir eine Studie namens ZEISIG (Zuverlässige und sichere Erkennung von Gewaltopfern im Gesundheitssystem) an medizinischen und psychosozialen Ein-richtungen in allen Bundesländern durch“, so Sarah Mart, die ihren Masterabschluss im Fach Epidemiologie an der Universität Bremen gemacht hat. Auf Basis dieser Um-frageergebnisse werden Trainingsmodule erarbeitet. Die Partner des Projektes entwi-ckeln ebenfalls in ihrer Landessprache Trainingsmodule. Diese werden dann in die jeweilige Landessprache übersetzt. Die Module sollen dabei unter anderem einen Überblick zur internationalen Gesetzeslage geben, aber auch über die verschiedenen Typen häuslicher Gewalt aufklären. Weiterhin soll ein Fokus auf trauma-sensitive Kommunikation gelegt werden, wobei besonders einfühlsam und empathisch mit den Patientinnen und Patienten umgegangen wird, so Lindert.
 
Zur Zielgruppe gehören beispielsweise Beschäftigte in Notfallambulanzen, aber auch den unterschiedlichen Abteilungen eines Krankenhauses oder anderen psychosozia-len Einrichtungen wie Beratungsstellen. „Wir kooperieren mit Partnerhochschulen in Frankreich, Griechenland, Norwegen, Island und Großbritannien“, erklärt Lindert, die seit 2013 am Fachbereich Soziale Arbeit und Gesundheit der Hochschule Em-den/Leer lehrt. Projektträgerin ist die britische Universität Keele. Das Forschungspro-jekt hat eine Laufzeit von drei Jahren und wird durch das europäische Austauschpro-gramm Erasmus+ mit einem Volumen von knapp 400.000 Euro gefördert.

Gerne möchten Lindert und Marth noch weitere Teilnehmende für ihre Befragung gewinnen. Diese dauert etwa zehn Minuten, ist online unter dem Link bit.ly/39IQ8pY zu finden und richtet sich ausschließlich an Personen, die in medizinischen und psychosozialen Einrichtungen arbeiten. „Wir alle können dazu bei-tragen, Wissen zu Gewalt in unterschiedlichen Lebensaltern zu verbreiten und hof-fentlich damit dazu beitragen, Gewalt zu reduzieren“, so Lindert, die auf eine rege Teilnahme hofft.

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