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Aktionen gegen Femizide

Mit Schaufensterpuppen und weiteren Aktionen machen Studierende der Sozialen Arbeit derzeit auf das Thema Femizid aufmerksam.

Studierende der Hochschule Emden/Leer setzen Zeichen

In den Wochen vom 16. bis 30. Mai wirken Studierende der Sozialen Arbeit der Hochschule Emden/Leer regional mit zahlreichen Seminarprojekten Femiziden entgegen. Femizide sind Morde an Frauen aufgrund ihres Geschlechts. Meist sind (Ex-)-Partner der Frauen die Täter.

„Immer noch hören wir in den Medien privatisierende Beschreibungen, die von Familiendramen und individuellen Gründen sprechen und damit den strukturellen Charakter verbergen“, kritisiert die Seminarleiterin Dr. Mechthild Exo. Die Studierenden setzen in ihren Projekten das Gelernte in Praxis um. Sie beziehen die Hintergründe frauenfeindlicher Gewalt ein: Ungleichheiten in Geschlechterverhältnissen, gesellschaftliche Verhältnisse, die durch patriarchale Werte, Strukturen und Machtverhältnisse geprägt sind.

Die Studentinnen Natalie, Martha und Sahara erklären: „In unserem Projekt „Femizid vertuscht durch Rassismus“ wollen wir auf die rassistischen Vorurteile am Beispiel des „Ehrenmordes“ aufmerksam machen. Zudem möchten wir darüber aufklären, dass Ehrenmorde an Frauen, unabhängig von welcher Nationalität ausgehend, immer eine Form von Femizid sind.“ Dafür haben die Studierenden Poster aufgehängt. Eine andere Gruppe verteilte bemalte Steine in der Emder Innenstadt, um ein kreatives Zeichen gegen Femizid und Gewalt gegen Frauen zu setzen. „Wir möchten durch kunstvolle Gestaltung und Platzierung in öffentlichen Räumen Bewusstsein schaffen und Solidarität für Opfer und Überlebende ausdrücken. Wir möchten das Thema in den Fokus der Gesellschaft zu rücken und gemeinsam nach Lösungen zu suchen“, begründeten Luisa, Svenja, Yuki und Paulina ihre Aktion.

Mit Schaufensterpuppen und der Instagram-Seite „Du.hast.es.doch.provoziert“ macht eine Gruppe darauf aufmerksam, dass es irrelevant ist, wie sich Betroffene von sexuellen Übergriffen kleiden. Vanessa, Sam, Maxi und Julia fordern: „Die Schuld liegt alleine beim Täter. Stop Victim blaming!“ Die Studierenden bedanken sich herzlich beim Sozialen Kaufhaus „Lüttje Knippke“, das ihnen die Schaufensterpuppen als leihgabe zur Verfügung stellte. Dascha und Hiltje wählten orangefarbenen Schleifen, um an vielen Orten auf dem Campus Zeichen gegen Femizid in Deutschland zu setzen und erinnern an die tragische Zahl von 189 getöteten Frauen im Jahr 2023. „Die orangefarbenen Schleifen, die wir aufhängen, sollen auf die erschreckende Realität von Gewalt gegen Frauen hinweisen und zum Nachdenken anregen. Gemeinsam fordern wir ein Ende von Gewalt gegen Frauen und setzen uns für mehr Aufklärung und Prävention ein.“

Vanessa, Friederike und Caroline konzentrieren darauf, das Handzeichen für den stummen Hilferuf und Hilfehotlines bekannt zu machen. „Dies machen wir mithilfe unserer Instagramseite ‚helpme_femizid‘, ebenso wie durch die Verteilung von Stickern des Handzeichens.“

Die Aktivitäten der Studierenden auf dem Hochschulcampus, in der Stadt Emden sowie in Sozialen Medien schließen sich an den GENDERmai an. Mit einem Veranstaltungsprogramm der Gleichstellungsstelle und des GENDERnet der Hochschule Emden/Leer werden jedes Jahr im Mai Themen mit Genderbezug aufgegriffen.