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Biogas soll Alltag in Ghana nachhaltiger machen

Interdisziplinäres Projekt verbindet Technik und Wirtschaft

Mit dem Einsatz nachhaltiger Technologien und Methoden gesellschaftlich relevante Zukunftsthemen anzugehen, ist an der Hochschule Emden/Leer fest in Forschung und Lehre verankert. Viele Zukunftsprobleme haben globale Aspekte. Um den Studierenden auch diese Perspektive zu vermitteln, werden an der Hochschule internationale Projekte mit nachhaltigen Inhalten angeboten, unter anderem in Afrika. Im vergangenen Jahr wurden einige Projekte in Afrika beim Tag der offenen Tür anlässlich des 50-jährigen Hochschuljubiläums von Prof. Dr. Michael Schlaak vorgestellt.

Eines dieser Projekte beschäftigt sich mit Biogas für Ghana. Ein interdisziplinäres Team von den Studentinnen Anna Schmid und Emma Simon aus dem Fachbereich Wirtschaft zusammen mit dem Privatdozenten Dr. habil. Frank Uhlenhut aus dem Fachbereich Technik hat das Thema aufgegriffen. Es wird unterstützt von dem Mitglied des Emder Stadtrates Abdou Ouedraogo, der in Ghana geboren wurde und das Know-how über die örtlichen Gegebenheiten beisteuert.

Biogas entsteht aus biologischen Abfällen wie Lebensmittelresten oder Tierdung und kann unter anderem als Brenngas zum Kochen verwendet werden. „In ländlichen Gegenden in Ghana wird dafür häufig Holz verwendet“, so Ouedraoga. Bei wachsender Bevölkerungszahl könne dies zur Reduzierung der Wälder führen. Längerfristig werde der Boden infolge der Abholzung verarmt, und auch die Biodiversität und die Absorption von Kohlenstoffdioxid durch die Wälder würden abnehmen. Durch das irreversible Abholzen und Verbrennen der Wälder wird zudem die CO2 Emission erhöht, ergänzt Michael Schlaak. Sowohl aus ökologischer wie auch aus wirtschaftlicher Sicht sei es daher sinnvoll, Biogas anstelle von Holz als Energiequelle beim Kochen zu nutzen.

Dass dies vor Ort in Ghana machbar ist, haben die Masterstudentinnen Anna Schmid und Emma Simon herausgefunden. Dafür wurden die Lebensgewohnheiten und die Art der verbrauchten Lebensmittel betrachtet und daraus abgeleitet, ob eine Biogasproduktion in ausreichendem Maße möglich ist. „Es hat sich gezeigt, dass die Nutzung der Lebensmittelreste bei gleichzeitiger Verwendung von Tierdung realistisch ist“, erklärt Privatdozent Dr. habil. Frank Uhlenhut, der an der Hochschule seit vielen Jahren erfolgreich Projekte und studentische Arbeiten im Bereich Umwelt- und Chemietechnik betreut. Die Studentinnen haben die für diesen Einsatz geeigneten Biogasanlagen zusammengestellt und ein Konzept erarbeitet, das eine einfach Bedienung ermöglicht und zudem als ökonomisch tragbar erscheint.

Laut Abdou Ouedraogo, der die regionalen Aspekte in das Projekt einbrachte, könnten bei einer erfolgreichen Einführung von Musteranlagen in den Dörfern auch Start-ups entstehen, die diese Technologie und Lebensweise zum Erfolg führen könnten. Fachlich unterstützt wurden die Studentinnen von Frank Uhlenhut, Für die organisatorischen Abläufe während der Projektzeit wurde außerdem das Institut für projektorientierte Lehre (ipro-L) mit Coach Annabelle-Rose Südmersen ins Boot geholt.

Die spätere Umsetzung der Projektidee in Ghana könnte über den Verein „Nachhaltige Entwicklung in Ostfriesland und der Welt, NEOW e.V.“ erfolgen.

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