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Lichtwelten mit Sogwirkung

Künstler Michael Batz begeisterte beim Hochschul-Talk in der Kunsthalle

Wie Licht im urbanen Raum auf Menschen wirkt, wie es Architektur verändern und Stimmungen beeinflussen kann, war am Dienstagabend Thema in der Kunsthalle Emden. Anlässlich des bevorstehenden Lichtkunst-Festivals, das Studierende an diesem Wochenende bei der Kunsthalle realisieren werden, hatte die Hochschule Emden/Leer zu einem Gespräch voller faszinierender Eindrücke mit dem bekannten Hamburger Lichtkünstler Michael Batz eingeladen. 

Batz entführte die Anwesenden im Gespräch mit Birte Engelberts, Leiterin des Präsidialbüros an der Hochschule, in seine ganz eigene Welt von Licht und Schatten, erklärte, zeigte Bilder und Videos mit Sogwirkung auf das Publikum. Dabei schlug er den Bogen von der technischen hin zu einer philosophischen Herangehensweise. Batz hat sich in seinem Schaffen unter anderem mit der Illumination des Hamburger Hafens und der Speicherstadt, aber auch des Berliner Reichstags oder des Rheinufers einen Namen gemacht. Er ist zudem Autor und bringt seine Expertise in zahlreiche Theaterinszenierungen im Land ein. 

Licht, so Batz, sei für ihn vor allem Sprache, ein Medium, das insbesondere in Zeiten der voranschreitenden Digitalisierung unentbehrlich sei. Licht mache Erlebnisse erst sichtbar, sei immer in Bewegung, Sein Einsatz könne mal behutsam, etwa bei der stimmungsvollen Beleuchtung einer Kirche am Abend oder durch bewusste Verfremdung, die den Blick schärft. Um etwas auszudrücken, könne es entweder ganz gezielt seine Spots auf etwas richten, aber auch entzogen werden. So verdeutlichte er beispielsweise den Wandel im Hamburger Hafen während seiner wiederkehrenden „Blue Port“-Installationen durch die Beleuchtung bestimmter Schiffe, Anlagen und Gebäude oder vervollständigte optisch die sich noch im Bau befindliche Elbphilharmonie. Auch für Emden sieht Batz großes Potenzial. Der Künstler, der seine Inspiration bei abendlichen Spaziergängen durch Städte findet, ist überzeugt: In Emden ließe sich mit Licht noch vieles bewegen.

Der Künstler berichtete auch von einem seiner bevorstehenden Projekte. So wird er sich unter anderem damit befassen, Eindrücke deutscher Demokratie anhand eines Beleuchtungskonzeptes für die Frankfurter Paulskirche zu vermitteln. „Eine knifflige Aufgabe“, so Batz, der zudem noch in viele Theaterprojekte eingebunden ist und sich in seinen Publikationen insbesondere mit der Aufarbeitung der NS-Zeit befasst.

Begeistert verfolgten neben den Vortragsgästen auch die Studierenden, die ihr Festival-Projekt in einer interdisziplinären Vorlesung vorbereitet haben, die Sichtweisen des Hamburgers. Als kleinen Vorgeschmack auf das Wochenende brachten sie zudem eines ihrer Exponate mit, das farbige Schatten erzeugt und direkt im Anschluss an das Kunstgespräch zum Ausprobieren animierte. 

Alle Exponate des Lichtkunst-Festivals der Studierenden sind am 6., 7. und 8. Februar zwischen 18 und 21 Uhr auf dem Platz vor und im Eingangsbereich der Kunsthalle zu sehen. Die Installationen im Freien sind zum Teil interaktiv gestaltet und laden zum Mitmachen ein – etwa in Form von Selfies mit Engelsflügeln. 

Vorbereitet wurden die Projekte in einer interdisziplinären Vorlesungsveranstaltung von Prof. Dr. Thomas Lemke. Unterstützt werden die Studierenden bei der Umsetzung von ihrem Professor und zwei wissenschaftlichen Mitarbeitern aus der Medientechnik.