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Projekt „HyperBRIDGE“ nimmt Fahrt auf

Deutsch-niederländisches Konsortium traf sich in Emden

Rund 30 Akteure aus Hochschulen, Forschungsinstituten und Unternehmen aus Deutschland und den Niederlanden haben sich am Donnerstag an der Hochschule Emden/Leer getroffen, um sich über die ersten wichtigen Schritte des im vergangenen Herbst gestarteten Forschungsprojekts HyperBRIDGE auszutauschen. Das Projekt, das die innovative Hyperloop-Technologie voranbringen soll, verfolgt dabei zwei zentrale Ziele: die technische Weiterentwicklung der Systeme und die aktive Einbindung von Wirtschaft und Gesellschaft, wie Prof. Dr. Marco Rimkus, Präsident der Hochschule Emden/Leer, in seiner Begrüßung betonte.

Hinter dem Begriff Hyperloop verbirgt sich ein zukunftsweisendes Verkehrskonzept, bei dem Passagierkapseln mit Geschwindigkeiten vergleichbar mit denen eines Flugzeugs durch evakuierte Röhren transportiert werden. Die Idee: schneller, effizienter und emissionsfreier Transport in Europa. Bei der Frage, wie aus der Vision Realität werden kann, setzt das Projekt HyperBRIDGE an. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Hochschule Emden/Leer, der Hanzehoogeschool und der Rijksuniversiteit aus Groningen arbeiten gemeinsam mit regionalen Praxispartnern an innovativen Lösungen – von der Materialforschung über die Optimierung der Betriebstechnik bis hin zur Entwicklung intelligenter Systeme. 

Doch das Projekt geht über reine Technik hinaus: „Wir wollen nicht nur Technologie entwickeln, sondern auch Vertrauen schaffen“, betont Kees Mark, Direktor des European Hyperloop Centers in Veendam. Denn nur wenn die Gesellschaft mitgenommen werde, könne eine nachhaltige Transformation gelingen. Dazu gehören klare Antworten auf zentrale Fragen: Wie funktioniert das System? Was bedeutet es für die Region und Europa? Und wie kann man Akzeptanz aufbauen? Um diese Brücke zu schlagen, plant das Projektteam eine breite Vernetzung. Rund 20 Unternehmen werden in gemeinsamen Forschungs-, Test- und Schulungsprogrammen mit Hochschulen, Schulen und Wissensinstitutionen zusammenarbeiten. 

Für die Umsetzung der wissenschaftlichen Aufgaben werden am Campus Emden drei neue wissenschaftliche Stellen im Projekt gefördert. Hier steht vor allem die Weiterentwicklung der Forschungsinfrastrukturen im Fokus – etwa der goTube, einer 27 Meter langen Stahlröhre, die bereits im vergangenen Jahr in Betrieb ging. In ihr sowie im EHC in Veendam werden komplexe Prozesse simuliert und getestet. In Zukunft sollen die Erkenntnisse nicht nur in der Forschung, sondern beispielsweise als interaktive Lernmodule für Schulen oder als Praxiswerkzeug für Unternehmen genutzt werden. Bei den Partnern in Groningen wird unter anderem erforscht, mit welchen Sensoren die Stahlröhren in Emden und beim European Hyperloop Center in Veendam ausgestattet werden können – beide gehören zu den fortschrittlichsten Hyperloop-Forschungsstandorte Europas. „Wir möchten im Austausch mit unseren Partnern unsere Testanlagen harmonisieren und digitalisieren, um eine gemeinsame Basis zu schaffen“, so Prof. Dr. Walter Neu, der die Hyperloop-Aktivitäten gemeinsam mit Prof. Dr.-Ing. Thomas Schüning am Emder Institut für Hyperloop Technologie leitet. Zudem sollen laut Schüning marktorientierte Technologien und Systeme entwickelt werden, die auch für andere Branchen von Interesse sind.

Die gemeinsame Diskussion am Campus Emden bot den Beteiligten eine wertvolle Gelegenheit, den Fortschritt zu reflektieren und die künftige Zusammenarbeit zu stärken. Dabei wurde es auch schon recht konkret: So demonstrierte eine Gruppe um Prof. Dr. Thies Pfeiffer, der für die Gestaltung virtueller Szenarien verantwortlich ist, erste Arbeiten zu den geplanten Virtual Reality-Simulatoren. Innerhalb dieses Themenbereichs sind auch einige der weiteren Partner aktiv eingebunden, etwa das Unternehmen vrame aus Oldenburg, das digitale Zwillinge für Infrastrukturprojekte entwickelt, oder die von einem Emder Hochschulabsolventen gegründete Digitalagentur Quantumfrog. 

Unternehmen, die Interesse daran haben, die virtuellen Umgebungen bei sich zu testen, sind herzlich dazu eingeladen, sich beim Team des Instituts für Hyperlooptechnologie zu melden. 

HyperBRIDGE wird von Interreg VI A Deutschland-Niederlande mit insgesamt 4,8 Millionen Euro unterstützt und vom European Hyperloop Center in Groningen koordiniert. 

 

Kontakt: 

Institut für Hyperloop Technologie 

? info(at)iht-emden.de

https://de.linkedin.com/company/institute-of-hyperloop-technology

https://iht-emden.de