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Produktentwicklung mit Nachhaltigkeit vereint

Prof. Dr. Kathrin Ottink informierte an Gymnasium Papenburg

Unter dem Motto „Shaping the Future“ hat Prof. Dr. Kathrin Ottink vom Fachbereich Technik der Hochschule Emden/Leer im Gymnasium Papenburg über nachhaltige Produktion und Produktgestaltung informiert. Im Rahmen des Projekts „Shaping the Future“ gab sie als Gastdozentin und in einem anschließenden Workshop Einblicke in die Welt der klimaschonenden Gestaltungsmöglichkeiten im Maschinenbau. 

Ottink lehrt in der Abteilung Maschinenbau am Campus Emden und bringt das Thema Nachhaltigkeit bereits seit vielen Jahren in ihre Lehrveranstaltungen, aber auch in viele Projekte mit Studierenden ein. Um eine gute Basis für ihr Thema zu schaffen, gab sie den Schülerinnen und Schülern in Papenburg zunächst eine kurze Einführung in das Thema Design. Dabei verdeutlichte sie, dass ein gutes Design nicht nur ästhetisch sei, sondern einen klaren Zweck erfüllt. Im Zusammenhang damit wurde auch der Produktlebenszyklus thematisiert – von der Idee bis zur Entsorgung. Zu den Teilnehmenden gehörten neben den Schülerinnen und Schülern des Gymnasiums auch ihre Austausch-Gäste aus dem finnischen Turku, die über das Projekt „Shaping the Future” nach Papenburg gekommen waren.

Ein wichtiger Diskussionspunkt war das Thema Nachhaltigkeit. Die zentrale Botschaft lautete: Wenn ein Produkt keinen echten Bedarf erfüllt, sollte es gar nicht erst entwickelt werden. In einer Zeit, in der viele Produkte ohne wirklichen Nutzen auf den Markt kommen, wurde dies kritisch hinterfragt. Konkrete Beispiele wie etwa der Umgang mit Restmaterialien aus dem 3D-Druck zeigten, wie nachhaltige Lösungen aussehen könnten – etwa durch Rückführung der Materialien an Unternehmen.

Gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern wurden Anforderungen an Produkte erarbeitet. Diese sollten reparierbar, umweltfreundlich, sicher, nutzerfreundlich und messbar sein. Auch die Frage „Was ist modernes Design?“ wurde diskutiert. Die Antworten zeigten: Modernes Design ist oft einfach, intuitiv und bricht mit traditionellen Konventionen.

In einem Workshop wurden technische Produkte zerlegt und auf Reparierbarkeit und Recycling hin untersucht. Eine Parallelgruppe bearbeitete das Thema Textilien und setzte Ideen zum Up- und Downcycling von gebrauchten Textilien in ersten Entwürfen um. Besonders bei elektronischen Geräten fiel auf, dass viele Komponenten fest verbaut und schwer reparierbar sind – oft sogar durch spezielle Schrauben erschwert. Die Teilnehmenden recherchierten zudem, wie der Begriff Nachhaltigkeit heute in Medien und Unternehmen verwendet wird. Ein weiterer praktischer Teil des Workshops bestand darin, den eigenen CO₂-Fußabdruck zu berechnen. 

Dieser Vormittag bot allen Teilnehmenden wertvolle Einblicke in nachhaltiges Denken, moderne Designprozesse und die Verantwortung von Unternehmen und Konsumenten für die Zukunft.

Zum Projekt:

Das Projekt „Shaping the Future – A Shared Vision for Sustainable Design“ ist eine deutsch-finnische Schülerkooperation im Bereich des nachhaltigen Designs im Schiffbau, mit besonderem Fokus auf das Interieur von Schiffen. Ziel ist es, ökologische, funktionale und ästhetische Gestaltungskonzepte für maritime Innenräume zu entwickeln und dabei europäische Werte wie Nachhaltigkeit, Innovation und Zusammenarbeit zu stärken.

Im Rahmen eines einwöchigen Austauschs in Deutschland (Papenburg) und Finnland (Turku) arbeiten jeweils 20 Schüler*innen in internationalen Teams zusammen. Sie erforschen nachhaltige Materialien, entwickeln Designideen und setzen sich mit Umweltfragen auseinander.

Durch Workshops, Exkursionen und gemeinsame Projektarbeit entstehen innovative Entwürfe für nachhaltige Schiffsinterieurs, die abschließend in einer Ausstellung präsentiert und bewertet werden. Das Projekt fördert neben fachlichen Kompetenzen auch interkulturelles Lernen, Teamarbeit und ein europäisches Bewusstsein für nachhaltige Zukunftsgestaltung.