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Studierende setzen Projekt auf Deichbrand-Festival um

Freuten sich über die gelungene Umsetzung des Projekts auf dem Deichbrand-Festival (v.l.): Jonas Lühring (Programmierer bei Etherforce), Dr. Michael Heuer (Geschäftsführer Etherforce), Lino Jorzick (Geschäftsführung Etherforce), Matthias Wings (wissenschaftlicher Mitarbeiter der Hochschule Emden/Leer) und die Studierenden Phillip Susemiehl und Mirco Cordes.

Neues Highlight aus der Data Science Werkstatt der Hochschule

– Forschen statt Feiern: Während für die meisten Besucherinnen und Besucher auf dem diesjährigen Deichbrand-Festival in Cuxhaven Bands, Musik und Party im Mittelpunkt standen, hatten Phillip Susemiehl und Mirco Cordes hinter den Kulissen ein ganz anderes Thema im Blick. Im Rahmen eines Praxisprojektes haben die Studierenden der Hochschule Emden/Leer ein technisch hoch anspruchsvolles Forschungsprojekt umgesetzt. 

Um während der Großveranstaltung unter freiem Himmel alles am Laufen zu halten, müssen viele Prozesse regelmäßig überprüft werden - wie etwa das Entsorgungssystem der sanitären Anlagen auf dem Festival. So sammelt sich beispielsweise das Grauwasser, das während des Wochenendes anfällt, in einer so gennannten Abwasserblase. Erreicht das Behältnis einen bestimmten Füllstand, muss es entleert werden. Um diesen kritischen Zeitpunkt zuverlässig melden zu können, haben die Studierenden gemeinsam mit der Etherforce GmbH Sensoren entwickelt und in Betrieb genommen. Diese können über ein funkbasiertes Netzwerkprotokoll Signale über große Distanzen an einen Empfänger melden. Durch das LoRaWAN-System (Long Range Wide Area Network) konnte somit der Füllstand von Abwasserblasen, in denen Grauwasser zwischengespeichert wird, bevor sie durch einen routinierten Abpumpvorgang entleert werden, zuverlässig im Blick behalten werden.

„Dank eines Echtzeit‑Monitorings können die Intervalle der Leerung koordiniert und durch die jeweiligen Fahrzeugführenden organisiert werden, da sie den Füllstand live im Blick behalten“, erklärte Matthias Wings, der das Projekt der Studierenden als wissenschaftlicher Mitarbeiter begleitete. Dies sei ein entscheidender Schritt, da es unnötige Kontrollfahrten und die damit verbundenen Emissionen einspare. Die Blasen haben ein Füllvolumen zwischen 50 und 200 Kubikmetern und müssen teilweise mehrmals täglich entleert werden.

„Der Moment, als die Daten live auf dem Dashboard der Traktoren und Smartphones der beteiligten Fahrzeugführenden erschienen, war für das gesamte Projektteam ein echter Aha‑Moment“, so Phillip Susemiehl. „Wir sind stolz, dass unsere Arbeit nicht nur im Labor, sondern direkt im Feld wirkt und die Abläufe vor Ort optimiert.“ Derartige Projekte würden das Studium und die Lehre an der Hochschule Emden/Leer enorm bereichern, meinte auch Mirco Cordes. 

Für die Organisatoren des Festivals mit seinen rund 60.000 Besucherinnen und Besuchern ist das Projekt ebenfalls ein Gewinn: bereits zum zweiten Mal wurde hier mit der Unterstützung Studierender der Hochschule Emden/Leer ein hilfreicher Beitrag zu einem gelungenen Ablauf in Anspruch genommen. Im vorherigen Projekt wurden – wie auch jetzt wieder – der Betriebszustand der Beleuchtungselemente, die zum Sicherheitskonzept der Veranstaltung gehören, sowie einige Frisch- und Wasserpumpen auf ihre Funktionalität überwacht. Durch die Unterstützung von Malena Wilken, Mitarbeiterin der Hochschule Emden/Leer, wurden diverse Prototypen entwickelt, produziert und schließlich im Feldversuch unter Beweis gestellt. „Die gewonnenen Erkenntnisse gilt es nun in der nächsten Version der Sensor-Hardware zu berücksichtigen“, so Wilken. 

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