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In Leer an Bord: Leonie Walter

Bild: Akka Olthoff

Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Portrait

Die wichtigsten Fakten zu deiner Person? 

Ich bin in Duisburg geboren und habe dort an der Universität Duisburg-Essen Physik (Fachrichtung Theoretische Physik) studiert, aber auch Kurse in den Ingenieurwissenschaften (Schiffbau & Meerestechnik) belegt. Ich bin 34 Jahre alt und seit September 2017 im Fachbereich Seefahrt und Maritime Wissenschaften angestellt.

Was genau machst du dort aktuell?

Im September habe ich endlich meine Doktorarbeit abgegeben – das heißt, diese herausfordernde und anspruchsvolle Phase geht langsam dem Ende entgegen. Im Moment bin ich hauptsächlich im Projekt „Zukunftskutter Nordsee (KuNo)“ beschäftigt. Dort wird ein klimaneutrales und multifunktionales Küstenfischereifahrzeug mit Methanol-elektrischem Antrieb für den Einsatz in der Deutschen Bucht geplant und gebaut, um die Zukunftsfähigkeit der deutschen Fischereibetriebe zu stärken. Ich kümmere mich um die Planung und Durchführung von Experimenten und numerischen Simulationen zu den Themen Stabilität, Seegangsverhalten, Widerstand und Propulsion (Antrieb).

Was war das Thema deiner Dissertation?

Ich habe mich mit der numerischen Simulation von Partikeln (z. B. Steine, Sediment) in Strömungen beschäftigt und dazu einen neuen Algorithmus entwickelt, der unterschiedliche Partikelformen auflösen und berücksichtigen kann. 

Was schätzt du besonders an deiner Arbeit in Leer?

Der Fachbereich ist klein, aber fein. Hier arbeiten Menschen mit so unterschiedlichen Themengebieten nah beieinander, dass man immer neue Impulse außerhalb seines eigenen Spezialgebiets erhält. Und wenn man mal Hilfe braucht, egal ob beruflich oder privat – es gibt immer jemanden, der sich auskennt und einem aus der Patsche hilft. Und wenn tatsächlich mal keiner Ahnung hat, dann lernen wir es halt.

Welche Aufgaben reizen dich besonders?

Ich freue mich darauf, jetzt mit einem neuen Projekt richtig Fahrt aufzunehmen und im Team einen tollen neuen Fischkutter zu planen, zu bauen und zu betreiben, der auch die Fischer begeistert. Dieser Prozess ist eine riesige Herausforderung mit vielen Aspekten. Generell lerne ich gerne etwas Neues dazu.  Am liebsten mit anderen Menschen gemeinsam, die sich auch für das Thema begeistern lassen. Worum es genau geht, ist oft gar nicht so wichtig. Schwierigkeiten und Herausforderungen reizen mich besonders – Stillstand mag ich gar nicht. 

Wo findest du in deiner Freizeit einen guten Ausgleich?

Auch da packe ich gerne Dinge mit anderen Menschen gemeinsam an, etwa in der ehrenamtlichen Jugendarbeit. Mit meiner Familie bin ich gerne mit dem Rucksack, Fahrrad oder Wohnmobil auf Reisen. Berge entspannen mich sofort, ob im Sommer beim Wandern und Klettern oder beim Wintersport.