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Hyperloop im Europäischen Parlament

Prof. Dr. Thomas Schüning (v.l., Hochschule Emden/Leer), Tim Houter (Hardt Hyperloop), Klaus Rudischauser (HDP Director General), Prof. Dr. Walter Neu (Hochschule Emden/Leer), Jens Gieseke (MEP, TRAN), Carlos Villalba (HDP -Project Developer) und Íñigo Cruz Martínez (DG MOVE, Policy Officer).

Emder Institut bringt Technologie in die Brüsseler Debatte

Welchen rechtlichen Rahmen braucht es, damit Innovationen im Massenverkehr möglich werden? Um diese Frage ging es am Mittwoch (4. November) bei einer öffentlichen Anhörung des Verkehrsausschusses (TRAN) des Europäischen Parlaments in Brüssel. Unter dem Titel „Hyperloop and Rail: What regulatory approach to enable innovation in mass transit“ diskutierten Expertinnen und Experten aus Schienenverkehr und Hyperloop-Forschung. Beteiligt an der Anhörung, die auf Initiative des Europaabgeordneten Jens Gieseke stattfand, waren auch Prof. Dr. Thomas Schüning und Prof. Dr. Walter Neu vom Institut für Hyperloop Technologie (IHT) der Hochschule Emden/Leer.

Hyperloop gilt neben Luft, Wasser, Schiene und Straße als mögliches fünftes, ergänzendes Verkehrsmittel: Kapseln schweben in Röhren bei geringem Luftdruck mit Geschwindigkeiten, die vergleichbar mit Flugzeugen sind. Der Betrieb kann vollständig klimaneutral und ohne Emissionen erfolgen. An der Hochschule Emden/Leer gibt es seit März 2025 „goTube“, eine 27 Meter lange Teströhre, offiziell eröffnet vom niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur, die wichtige Erkenntnisse für Forschungsprojekte und in der Lehre liefert.

Unter dem Vorsitz der Ausschussvorsitzenden Elissavet Vozemberg-Vrionidi fand im Europäischen Parlament eine vielbeachtete Anhörung zur Zukunft des Schienen- und Hochgeschwindigkeitsverkehrs statt. Neben rund zehn persönlich anwesenden Europaabgeordneten und zahlreichen parlamentarischen Assistenten stieß die Sitzung auch in der Fachöffentlichkeit auf großes Interesse: Rund sechzig Beobachter verfolgten die Debatte live im Saal, während die Sitzung zusätzlich über einen öffentlichen Webstream übertragen wurde.

Im Zentrum der Anhörung standen zwei Vorträge von Vertretern der Bahnindustrie zur Zukunft des Schienenverkehrs, unter anderem mit Beiträgen von UNIFE, der SNCF sowie drei Präsentationen von Dieter Michell-Auli (Deutsche Rail Operations), Gabriele Semino (Neoways und TU München) und Tim Houter (Hardt Hyperloop), Projektpartnern des IHT, die technologische und wirtschaftliche Potentiale von Hyperloop-Systemen beleuchteten. 

Die Resonanz im Ausschuss war durchweg positiv. In der anschließenden Fragerunde signalisierten mehrere Europaabgeordnete ihre Unterstützung für die innovative Transporttechnologie, darunter der Abgeordnete Jens Gieseke und die Abgeordnete Jeannette Baljeu, die sich als fundierte Befürworter von Hyperloop-Initiativen positionierten. Die zentralen Kernbotschaften und Argumente für den Aufbau eines europäischen Hyperloop-Netzwerks wurden klar präsentiert.

Die Anhörung markiert damit einen Erfolg für die strategische Interessenvertretung auf europäischer Ebene und fiel in eine wichtige Phase. Die Verhandlungen über den nächsten mehrjährigen EU-Finanzrahmen laufen. Der Fokus richtet sich dabei auf die anstehenden Abstimmungen im November im Rahmen der Verhandlungen über den künftigen EU-Haushalt. Im Rahmen der Vorbereitung konnte das IHT gemeinsam mit dem Hyperloop Development Programm und den Partnern des IHT Vorschläge zur Hyperloopentwicklung an die Berichterstatter zum 10. Forschungsrahmenprogramm sowie dem Europäischen Wettbewerbsfonds einbringen. 

„Entscheidend wird sein, ob die vorgeschlagenen Änderungsanträge zu den Berichten über das 10. Forschungsrahmenprogramm sowie den Europäischen Wettbewerbsfonds im parlamentarischen Verfahren berücksichtigt werden“, so Prof. Dr. Thomas Schüning. Auf nationaler Ebene sei eine Umsetzung der im Koalitionsvertrag der Bundesregierung vereinbarten Hyperloop-Referenzstrecke auf gutem Weg.

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