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Für die Naturwissenschaft von Magdeburg an die Küste

Abiturjahrgang experimentierte an der Hochschule und untersuchte Ökosysteme im Watt

Klassenfahrt mit MINT-Charakter: In dieser Woche haben rund 100 Schülerinnen und Schüler aus Magdeburg Naturwissenschaft hautnah in Ostfriesland erlebt. Im Rahmen der an der Schule bereits etablierten „Nawi“-Woche, die den aktuellen Abiturjahrgang des Domgymnasiums an die Küste führte, machten sie auch Station an der Hochschule Emden/Leer.

Für die Gruppe, die in der Emder Jugendherberge untergebracht war, standen unterschiedliche Exkursionen auf dem Programm: Zum einen wurden in der Krummhörn Salzwiesen, Watt und Vögel in Augenschein genommen. Zum anderen gab es viel Raum für Experimente und Versuche zu den Grundlagen der Physik, Chemie und Biotechnologie im Labor. So durften die Schülerinnen und Schüler am Campus Emden nach einer Einführung in das naturwissenschaftliche Studienangebot durch Prof. Dr. Ralf Habermann in verschiedenen Workshops selbst zu Forschenden werden. 

Los ging es am Dienstag mit der Untersuchung von Hefezellen. Dass der Zellaufschluss und die Proteinbestimmung anhand vieler unterschiedlicher Methoden möglich sind, wussten die 18-jährige Swantje und ihre Freundin Wilhelmine bereits. Sie hatten sich für die Variante mit der Ultraschallsonde entschieden, durch die winzige Gasbläschen entstehen, implodieren und die Zellen durch die freigesetzte Energie zerstört werden. Um nicht unvorbereitet in die Versuche zu gehen, hatten sich alle Teilnehmenden zuvor anhand von Fragebögen und auch im Unterricht auf die Workshops vorbereitet. „Man wird hier aber auch gut begleitet“, fand Swantje, die an ihrer Schule Biologie als Leistungskurs belegt hat. 

In anderen Laboren standen wiederum Zahlen im Mittelpunkt: Dort wurde unter anderem die Anzahl der Zellen, die in einem Würfel Hefe stecken, bestimmt. Auch PCR-Tests zum Nachweis von Bakterien standen auf dem Programm. „Die Kombination aus Besuch in der Hochschule und ökologischer Infrastruktur in direkter Nähe ist hier für uns sehr günstig“, erklärte Christian Bartels, der die Gruppe gemeinsam mit weiteren Lehrkräften des Domgymnasiums begleitete. Bevor es in freier Natur an die Vogel- und Wattbeobachtungen ging, hatte es eine Einführung vom Nationalparkhaus gegeben. 

An allen drei Tagen gab es für den Abiturjahrgang entsprechend der jeweiligen Leistungskurse vieles zu entdecken. Nach der Bio- und Prozesstechnologie gab es noch weitere Workshops, die thematisch von Laser und Optik über Quantenkryptographie bis hin zu Technologien im Bereich der erneuerbaren Energien reichten. Die an den drei Tagen erbrachten Leistungen fließen zu 20 Prozent in ihre Leistungskurs-Abschlussnote ein. 

Zur Vorbereitung auf den Besuch waren die Lehrkräfte im vergangenen Jahr zu einem ersten Kennenlernen an den Campus Emden gekommen. „Als mich die Anfrage aus Magdeburg erreichte, habe ich sofort unsere Abteilung Naturwissenschaftliche Technik kontaktiert, und wir alle haben darin ein spannendes Projekt mit Zukunftspotential gesehen“, so Kirsten Agostini von der Zentralen Studienberatung der Hochschule. „Wir freuen uns, den Schülerinnen und Schülern einen praktischen und fachlichen Einblick in unsere Hochschule gegeben zu haben.“ Auf diese Weise werde ein naturwissenschaftliches Studium bereits erlebbar und erleichtere so im besten Fall eine Studienentscheidung. „Und toll wäre es natürlich, wenn diese Wahl dann auf uns fiele“, so Agostini.