DE | EN

Meldung

Geschichten mit viel Liebe zu Spielen entwickeln

Das Gamescom-Team (v.l.): Lisa Meijer, Studentin Verena Schmidt, Jannis Lauer und Hendrik Rump.

Bei Quantumfrog in Oldenburg sind kreative Köpfe aus der Hochschule am Werk

 

Was sich aus seinem Studium der Medientechnik in Emden einmal entwickeln würde, konnte Absolvent Hendrik Rump im Jahr 2010 noch nicht ahnen. Heute beschäftigt der gebürtige Norder in seiner eigenen Agentur 18 Menschen, die die Liebe zum Programmieren, zu Geschichten, die lebendig werden und dem Arbeiten an den gemeinsamen „Babys“ eint. Mit einem großen Anteil ehemaliger und aktueller Studierender hat er die Keimzelle seines Unternehmertums stets bei sich behalten – und möchte dies auch nicht mehr missen.

Rump hat am Fachbereich Technik in Emden Computergrafik und-animation studiert. Damals schon beschäftigten ihn viele kreative Ideen und Konzepte. Eines davon wurde sogar im Rahmen eines Wettbewerbs mit einem Preisgeld von 25.000 Euro prämiert und in Form einer Musikveranstaltung in der Hochschulmensa umgesetzt. Als sein eigentliches Steckenpferd kristallisierte sich schon früh die Gestaltung von Animationen für Computerspiele heraus. Seine Bachelorarbeit schrieb er zum Thema „3D-Kleidungsanimation mit Physik“. Nach seinem Abschluss wagte Hendrik Rump dann den Schritt in die Selbständigkeit und gründete – zunächst als Drei-Personen-Betrieb – die Agentur Quantumfrog in Oldenburg. 

Die Vision, qualitativ hochwertig Spiele mit Tiefe und Mehrwert zu entwickeln, die sich auch im internationalen Wettbewerb durchsetzen können, sollte sich erfüllen – auch, wenn der Weg dorthin zwischenzeitlich von einigen Hürden und Herausforderungen geprägt war. Doch auch kleine und große Erfolge stellten sich ein. Im Jahr 2021 gewann Quantumfrog den Deutschen Computerspielpreis in der Kategorie „Bestes Familienspiel“ für „El Hijo“, das die Geschichte eines Jungen und seiner Mutter erzählt. Bereits im Jahr 2018 gewannen die Oldenburger für das Spiel „Vocabicar“ den Preis in der Kategorie „Bestes Serious Game“.  Das Studio hat darüber hinaus eine Vielzahl renommierter Auszeichnungen erhalten. 

Zu seinen Erfolgen beigetragen haben in den vergangenen Jahren auch viele Studierende sowie Absolventinnen und Absolventen der Hochschule, wie Rump erzählt. Beteiligt waren diese zum Teil auch an einem aktuellen Projekt, mit dem die Agentur gerade einen kecken Protagonisten aus dem Kinderfernsehen der achtziger Jahre zurückholte, der im vergangenen Jahr bereits auf der Kinoleinwand zu sehen war. Im Spiel „Pumuckl und die Krone des Piratenkönigs“ werden die Abenteuer des kleinen Kobolds auf ein Gaming-Level gehoben.

„Es hat wirklich Spaß gemacht, zu sehen wie sich Ideen entwickeln und zu einem schönen Spiel werden“, erzählt Lisa Meijer, die bei der „Pumuckl“-Produktion als Character Artist, Animator, QA-Testerin und für das Marketing zuständig war und ist. Sie knüpfte den Kontakt zum Unternehmen über die Praxisphase während ihres Medientechnik-Studiums in Emden und war später als Werksstudentin bei Quantumfrog beschäftigt. Heute ist sie fest angestellt und übernimmt unter anderem verschiedene Entwicklungs-, Design- oder Marketingaufgaben.  Als Absolventen der Hochschule gesellen sich außerdem Dirk Martes und David Lieb zu der 28-Jährigen. Während Martens als Game Designer, Projektmanager oder Art Director viele planerische und gestalterische Bereich unter sich vereint, ist Lieb in erster Linie als Entwickler und technischer Direktor tätig.

Auch drei neue Werksstudierende sind derzeit bei Quantumfrog beschäftigt. Heute liegen die Schwerpunkte der Agentur neben dem Gamedesign auf der Entwicklung mobiler Applikationen sowie Web- und Desktop Development. „Es ist großartig, jeden Tag von so viel Inspiration und kreativer Energie umgeben zu sein“, sagt Rump. An die Hochschule kommt er gerne regelmäßig zurück, sei es für Workshops, Präsentationen, Projekte oder auch, um mit seinem ehemaligen Professor Ingo Schebesta zu philosophieren. „Die persönliche Verbindung bleibt und ist etwas Besonders“, sagt Rump, bevor er sich wieder in den kreativen Prozess stürzt.