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Mit Leib und Seele in der Chemie zu Hause

IHK verabschiedet Auszubildende der Hochschule mit Note 1,0

Die 23-jährige Marie Rohns hat ihre Ausbildung zur Chemielaborantin an der Hochschule Emden/Leer mit der Bestnote 1,0 abgeschlossen. Am Dienstag wurde sie bei einer kleinen Feierstunde am Campus Emden von der IHK für Ostfriesland und Papenburg freigesprochen. Ihre Ausbildung schloss sie als einzige Vertreterin ihres Berufszweigs im Kammerbezirk ab.

Rohns stammt gebürtig aus Soest und kam für ihre Ausbildung vor drei Jahren nach Emden. Ihr Faible für Chemie zeigte sich bereits früh: um das Fach als Leistungskurs belegen zu können, wechselte sie zum anstehenden Abitur sogar die Schule. Nach einem einjährigen Aufenthalt als Au-pair in Kanada stand zunächst eigentlich ein Chemiestudium in Groningen auf dem Plan – die Einschreibung an der dortigen Uni und die Organisation eines WG-Zimmers waren bereits erledigt. Nach ihrer Rückkehr nach Deutschland entschied sie sich jedoch kurzfristig, sich stattdessen auf Ausbildungsplätze zu bewerben. 

„Da das Ausbildungsjahr bereits begonnen hatte, hielt ich es zunächst für eher unwahrscheinlich, noch einen Platz zu finden“, so die 23-Jährige. Umso größer war die Freude, als gleich zwei Zusagen ins Haus flatterten. „Ich habe mich bewusst für die Hochschule entschieden, die ihre Stelle erneut ausgeschrieben hatte – und rückblickend war diese Entscheidung genau die richtige für mich“, sagt sie heute.

Dadurch, dass Rohns sich so kurzfristig entschieden hatte und im November starten konnte, verkürzte sich ihre Ausbildungszeit zunächst um drei Monate. Zudem ließen ihre guten Leistungen es zu, bereits vorzeitig ihre Prüfung abzulegen. 

Chemielaboranten prüfen Produkte und Prozesse. Im ersten Ausbildungsjahr werden ihnen grundlegende Fertigkeiten in der anorganischen und der organischen Chemie vermittelt. In dieser Zeit lernen sie verschiedene Laborbereiche kennen. Im zweiten und dritten Lehrjahr werden Kenntnisse in der instrumentellen Analytik, in der Lebensmittelanalytik und der Mikrobiologie vermittelt. Für Rohns genau das, was sie machen wollte: „Die Ausbildung hat mir gezeigt, wie abwechslungsreich und vielseitig der Beruf der Chemielaborantin sein kann. Ich durfte früh Verantwortung übernehmen, neue Aufgaben ausprobieren und Erfahrungen sammeln, die weit über die klassischen Ausbildungsinhalte hinausgingen.“ Am besten gefiel es der Wahl-Emderin, ihr Wissen direkt in der Praxis anzuwenden und eigenständig Lösungen für Fragestellungen zu erarbeiten. So konnte sie beispielsweise bestehende Methoden weiterentwickeln und anpassen, sodass sie zuverlässig im Labor eingesetzt werden konnten. 

Ihr Wissen gab Marie Rohns auch an andere weiter: Im Rahmen der Kinderhochschule sowie bei der Betreuung von Studierenden hatte sie großen Spaß dabei, die naturwissenschaftlichen Inhalte verständlich zu vermitteln und andere für Chemie zu begeistern – so, wie sie es selbst von ihrer Ausbilderin, Diplom-Chemikern Karin Behrens, erfahren hatte. Behrens koordiniert die Ausbildung der Chemielaboranten und betreut zudem seit 20 Jahren die Studierenden der Chemie- und Umwelttechnik sowie der Biotechnologie bei ihren Praktika.

Rohns bedankte sich am Dienstag für das stets entgegen gebracht Vertrauen und die Unterstützung innerhalb der Hochschule. „Auch meine Familie hat mich auf meinem Weg immer bestärkt“, sagte sie.