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Meldung

Wissenschaft in vielen Formaten gezeigt

Rund 160 Gäste beim Forschungsforum an der Hochschule Emden/Leer     

Dass Wissenschaft kein Thema ist, das im metaphorisch gerne herangezogenen Bild des Elfenbeinturms vonstattengeht, hat am Dienstag eindrucksvoll das diesjährige Forschungsforum an der Hochschule Emden/Leer gezeigt. Rund 160 interessierte Gäste waren der Einladung der Wissens- und Technologietransferstelle (WTT) an den Campus Emden gefolgt und ließen sich mit allen Sinnen auf den ansprechenden Mix aus Vorträgen, Science-Slams, Austausch, Filmvorführungen und Infomesse mit zum Teil interaktiven Exponaten ein.

„Genau darum geht es beim Thema Wissenschaft: Neugierig zu machen und eigene Erfahrungen durch Experimente zu ermöglichen“, so Prof. Dr. Carsten Koch, der die Veranstaltung als Vizepräsident für Forschung, Wissenstransfer und Digitalisierung eröffnete.  Und an Themen mangelte es den Organisatoren nicht: von nachhaltigen Schiffsantrieben über Suchtprävention am Arbeitsplatz, nachhaltigen Tourismus oder Wasserstoff als Energiespeicher waren Projekte aus allen vier Fachbereichen der Hochschule vertreten. Zur Wahl standen neben der großen Messe im neuen Hörsaalgebäude verschiedene Vorträge sowie zehnminütige kompakte und laienverständlichen Präsentationen, die Science Slams. Das Publikum kürte dabei Prof. Dr. Knut Tielking mit seinem Beitrag „Na dann Prost! - Warum Kneipen und Alkoholtrinken international ein Thema für die Wissenschaft sind?“ zum Sieger. Der Vortrag gab einen kurzen Einblick in das, was der Professor während seines Forschungssemesters im Bereich der Suchtprävention untersucht hatte.  WTT-Leiterin Katrin Stern überreichte dafür erstmals mit einem Augenzwinkern den „Goldenen Leuchtturm“ als Trophäe. 

Laut Koch war es „ein gutes Jahr für die Forschung“ an beiden Hochschulstandorten. Der Vizepräsident berichtete zudem über die im Gesetzentwurf befindliche Plan, zur Verleihung des Promotionsrechts an niedersächsischen Hochschulen für Angewandte Wissenschaften.

Neben der großen Bandbreite an Forschungsthemen, die am Dienstag am Campus Emden präsentiert wurden, standen im Rahmen der Begrüßung im neuen Hörsaalgebäude die Zukunft der Hafenwirtschaft und Seeschifffahrt im Fokus. Emdens Oberbürgermeister Tim Kruithoff verwies auf die Bedeutung einer funktionierenden Hafeninfrastruktur für den Wohlstand des Landes, während Timo Siebahn, Geschäftsführer des Emder Logistikdienstleisters epas, einen allgemeinen Einblick in die Aktivitäten vor Ort gab. Prof. Dr. Jann Strybny, Lehrender am Fachbereich Seefahrt und Maritime Wissenschaften und Mitglied der Fraunhofer AG Nachhaltige Maritime Mobilität, gab einen Überblick zu den aktuellen Forschungsaktivitäten am Maritimen Campus in Leer. Als Beispiele nannte Strybny das im vergangenen Jahr gestartete Projekt „KuNo“, bei dem ein emissionsfreier und multifunktionaler Fischkutter entwickelt wird, sowie die „Juren AE“, ein ebenfalls klimaschonender Frachtsegler, der die Bevölkerung auf den Marshallinseln versorgt. 

Vom Entstehungsprozess der Juren AE konnten sich die Gäste des Forschungsforums am Abend noch einmal ein ganz konkretes Bild verschaffen: Im Rahmen des Internationalen Filmfestes Emden-Norderney wurde neben zwei weiteren Produktionen der ARTE-Dokumentarfilm „Frachtsegler erobern die Weltmeere“ gezeigt. Für den anschließenden Austausch mit dem Publikum im großen Studio der Medientechnik standen sowohl die Produzenten als auch Prof. Kapt. Michael Vahs Rede und Antwort. Filmfest-Leiter Edzard Wagenaar zeigte sich begeistert vom neuen Format, bei dem auch die Expertise des Fachbereich Soziale Arbeit und Gesundheit und der Abteilung Naturwissenschaftliche Technik einbezogen wurde.