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Meldung

Emder Nachhaltigkeitspreis für Schmierstoff-Alternativen

Hochschulpräsident Prof. Dr. Marco Rimkus (v.l.), Stadtwerke-Geschäftsführer Jens Gieselmann, Hauptpreisträger Timo Knöner, Jan-Malte Graß, Felix de Boer, Kilian von Höfen (lobende Erwähnung) und der Zweitplatzierte Paul Hennenberg. Es fehlt Mats Bertelmann, der den dritten Preis erhielt und per Videogruß an der Veranstaltung teilnahm.

Stadtwerke zeichnen Timo Knöner und weitere Studierende aus

Der Emder Hochschulstudent Timo Knöner ist am Donnerstag mit dem ersten Platz des Emder Nachhaltigkeitspreises ausgezeichnet worden. Überzeugt hatte er die Jury mit seiner Abschlussarbeit zu Schmierstoff-Alternativen für das als Ewigkeitschemikalie bekannte Polyteraflourethylen – kurz PTFE. Der mit 500 Euro dotierte Preis wurde am Donnerstag im Kundencenter der Stadtwerke von Geschäftsführer Jens Gieselmann überreicht. Die Stadtwerke vergeben den Preis in Kooperation mit der Hochschule seit 2021. 

PTFE kommt in vielen industriellen Maschinenteilen zum Einsatz, die während ihres Betriebs hoher Beanspruchung durch Reibung ausgesetzt sind. Neben den sehr guten Reibungs- und Verschleißeigenschaften hat der Kunststoff einen großen Nachteil: Er ist in der Biosphäre nicht abbaubar, reichert sich langfristig im Meer und Erdreich sowie in der Tier- und Pflanzenwelt an und wird auch vom Menschen aufgenommen. Zudem gehört er zur Gruppe der so genannten PFAS, von denen einige Verbindungen als gesundheitsschädlich eingestuft wurden. Da derzeit offiziell geprüft wird und offen ist, ob die PFAS-Chemikalien künftig weiter eingesetzt werden dürfen, muss sich die Industrie nach Alternativen umsehen.

In seiner Master-Abschlussarbeit, die an der Hochschule innerhalb des Forschungsprojekts PANTHER entstand, untersuchte Timo Knöner gemeinsam mit seinem Prüfer Prof. Dr.-Ing. Matthias Graf und weiteren Beteiligten das Reibungsverhalten von Polyamid-Glasfaser-Kunststoffen unterschiedlicher Hersteller, die jeweils andere Zusatzstoffe zur Reibungsverbesserung enthielten. Die Ergebnisse stellte das Team im April auf der diesjährigen Hannover Messe vor. Timo Knöner hat sein Studium im vergangenen Jahr erfolgreich abgeschlossen und arbeitet derzeit als Konstrukteur beim Unternehmen TKMS in Emden. „Besonders freut mich, dass wir mit einem hochaktuellen und gesellschaftlich wichtigen Thema die Jury überzeugen konnten“, so der 29-jährige Emder. Die Anerkennung zeige, wie wichtig innovative und nachhaltige Lösungsansätze für die Zukunft seien. 

Mit dem zweiten Platz des Emder Nachhaltigkeitspreises zeichnete die Jury Paul Hennenberg aus, der an der Hochschule Soziale Arbeit studiert hat. In seiner Arbeit mit dem Titel „Permakultur: Ein Projekt der Gemeinwesenarbeit?“, betreut von Prof. Dr. Birgit Griese, entwirft Henneberg ein Projekt, das Permakultur und Gemeinwesenarbeit am Ökowerk Emden verbindet.

Für den dritten Platz fiel die Wahl der Jury auf die eingereichte Arbeit von Mats Bertelmann aus der Naturwissenschaftlichen Technik. Bertelmann hatte untersucht, wie sich Pestizide und die klimabedingte Erwärmung von Gewässern als Stressfaktoren auf den Lebenszyklus so genannter Makroinvertebraten, also Kleinlebewesen in Flüssen, Bächen und Seen auswirken. Betreut wurde er von Prof. Dr. Claudia Gallert aus der Abteilung Naturwissenschaftliche Technik.

Eine lobende Erwähnung gab es zudem für die Seminararbeit „Konzeption und Implementierung eines Digital-Signage-Systems für das Bunkermuseum Emden“ von Jonas Baumann, Fabian Berger, Felix de Boer, Jan-Malte Graß, Kilian von Höfen, Kevin Kaput, Jan Pesec und John Reck für ihre „zupackende Umsetzungskraft“, wie die Jury befand. 

„Gerade in einer Zeit, in der die Bedeutung nachhaltiger Entwicklung an manchen Stellen wieder infrage gestellt wird, setzen unsere Studierenden ein wichtiges Zeichen. Mit ihren Arbeiten zeigen sie, dass Zukunftsfähigkeit, Innovationskraft und Verantwortung zusammengehören. Der Emder Nachhaltigkeitspreis würdigt dieses Engagement und macht deutlich, welchen Beitrag unsere Hochschule für eine nachhaltige Entwicklung leistet“, so Hochschulpräsident Prof. Dr. Marco Rimkus. Dies ergänzte Stadtwerke-Geschäftsführer Jens Gieselmann: „„Nachhaltigkeit lebt von neuen Perspektiven und dem Mut, bestehende Lösungen zu hinterfragen. Die Preisträgerinnen und Preisträger haben mit ihren Arbeiten gezeigt, wie wertvoll wissenschaftliche Forschung für die Bewältigung zukünftiger Herausforderungen ist. Dazu gratuliere ich herzlich“, so Jens Gieselmann.