Tipps zum Home-Office mit Kind(ern)

Home-Office mit Kind? Kann ja nicht so schwer sein!? Die Kitas und Schulen haben geschlossen, (Spielplätze sind gesperrt) und die Großeltern gehören zur Risikogruppe. Home-Office oder Onlinestudium in „Nicht-Corona-Zeiten“ ist eine schöne Idee für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, aber jetzt wird die Videokonferenz oder das Onlineseminar mit Kind zur Herausforderung. Dabei zeigt sich viel Interesse für Tastatur, Maus oder Bildschirm, aber weniger für das Blatt Papier, welches bemalt werden könnte. Home-Office oder Onlineseminare mit Kind wird eine Herausforderung bleiben, ein paar Tipps hat der Familienservice in Zusammenarbeit mit Familien der Hochschule Emden/Leer dennoch zusammengestellt:

  1. Niemand erwartet derzeit Perfektion.
    Die Hochschule hat Verständnis für die derzeitige Situation von beschäftigten und studierenden Eltern. Sollte Ihr Kind durch das Bild laufen, auf Ihren Schoß wollen oder dazwischen sprechen ist das nicht schlimm. Sprechen Sie über schwierige Abgabetermine mit Ihren Dozierenden. Können Sie im Home-Office nur bedingt arbeiten, sprechen Sie mit der Personalabteilung. Der Familienservice kann unterstützend dazu geholt werden. Auch der Personalrat oder die Gleichstellungsstelle steht für Gespräche zur Verfügung.
    Die Perfektion bezieht sich nun auch auf den Haushalt. Kinderbetreuung, Home-Office/Onlinestudium und Haushalt unter einen Hut zu bekommen ist stressig. Perfektion ist fehl am Platz. Feste Rituale helfen auch bei der Hausarbeit, beziehen Sie Ihre Kinder altersgemäß mit ein. 
  2. Erklären Sie Ihrem Kind die derzeitige Situation.
    Auch für Kinder kann die derzeitige Situation beunruhigend und verwirrend sein. Deshalb ist es wichtig, mit den Kindern darüber zu sprechen. Nehmen Sie sich die Zeit und hören Sie sich die Sorgen sowie Ängste Ihrer Kinder an. Zeigen Sie Ihren Kindern, wie sie sich beispielsweise durch Hände waschen schützen können. All das hilft Ihren Kindern die Situation besser zu verstehen und damit umzugehen. Tipps und Links zu: Wie erkläre ich meinem Kind die derzeitige Situation? Finden Sie in unserer Moodle-Gruppe „Hochschulangehörige mit Nachwuchs“.
  3. Machen Sie mit Ihren Kindern einen Tagesplan.
    Beziehen Sie neben ihrem Kind auch Ihre*n Partner*in mit ein. Machen Sie durch Regelungen deutlich, wer gerade als Ansprechpartner für die Kinder da ist (Beispiel: Wer am Arbeitsplatz sitzt arbeitet). Sind Sie alleine, teilen Sie Ihren Tag in Phasen für die Kinder und das Home-Office/Studium ein. Nutzen Sie auch Randzeiten, wenn Ihre Kinder noch oder bereits schlafen. Planen Sie gemeinsam Essenszeiten, Spielzeiten oder Bewegungspausen und bei älteren Kindern Lernzeiten. Der Plan kann schön gestaltet und für alle sichtbar aufgehängt werden. Als Beschäftigte nutzen Sie ruhig alle möglichen Arbeitszeitflexibilisierungen der Hochschule. Kommunizieren Sie Ihre Erreichbarkeit und Arbeitszeit klar mit Ihren Vorgesetzen. Eine möglichst große Transparenz hilft. Beziehen Sie auch weitere Verwandte mit ein. Die Kinderbetreuung über die Großeltern vor Ort ist aufgrund der Ansteckungsgefahr keine gute Idee. Ein Morgenkreis über Skype mit den Großeltern, Tante, Onkel… kann jedoch eine schöne Routine werden und Ihnen ein bisschen Luft verschaffen.
  4. Den eigenen Arbeitsplatz einrichten.
    Home-Office bedeutet mehr als Notebook aufklappen und loslegen. Für Videokonferenzen benötigen Sie eine stabile Internetverbindung, manche Lehrveranstaltungen erfordern bestimmte Software oder das private Notebook ist zu langsam für den Zugriff auf manche Onlinetools. Wenn dann kurz vor Beginn der Videokonferenz die Leitung zusammenbricht und die Kinder plötzlich Aufmerksam einfordern, kann das schnell zu stressigen Situationen für Eltern und Kind führen. Machen Sie sich daher bereits im Vorfeld darüber Gedanken, ob Sie alles dahaben, was Sie benötigen. Können Sie beispielsweise bestimmte Onlinetools aus technischen Gründen nicht verwenden oder ist die Internetverbindung für die Onlinesprechstunde zu langsam, halten Sie Rücksprache mit Ihren Lehrenden bzw. ihren Vorgesetzten. Überlegen Sie, welche Alternativen bei Ihnen funktionieren könnten und machen Sie Vorschläge. Alle an der Hochschule versuchen zurzeit, flexible Lösungen für die momentane Situation zu finden.
  5. Richten Sie ein Home-Office für Ihre Kinder ein.
    Definieren Sie deutlich neben Ihrem eigenen Arbeitsplatz auch einen Arbeitsplatz für Ihre Kinder. Neben den Hausaufgaben kann dieser auch fürs Basteln und Spielen genutzt werden. So „arbeiten“ die Kleinen, genau wie die Großen und können in der Nähe von Ihnen sein.
  6. Haben Sie kein schlechtes Gewissen bei Ablenkungsmanövern.
    Wenn das Home-Office der Kinder nicht mehr hilft, dann greifen Sie ruhig auf Ablenkungsmanöver zurück. Lassen Sie Ihr Kind einen Film gucken oder Hörbücher hören. Wir befinden uns in einer besonderen Situation, Sie brauchen deshalb kein schlechtes Gewissen zu haben.
  7. Nehmen Sie sich Zeit für sich.
    Auch wenn Sie nicht das ganze Pensum am Tag oder unter der Woche schaffen und zu außergewöhnlichen Zeiten arbeiten, nehmen Sie sich Zeit für sich und ihre Familie. Gestalten Sie sich einen arbeitsfreien Tag und atmen Sie einmal tief durch.

Wie kann Online-Lehre familienfreundlich gelingen? Hier gibt es Ideen und Anregungen in einem gemeinsamen Dokument von Gender in der Lehre und dem Familienservice.

Kontakt

Kyra Buschak M.A., Koordinatorin Familienservice