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Checkliste für Ihre Online-Lehre

Checkliste für Ihre Online-Lehre

Die Checkliste für Ihre Online-Lehre bietet Ihnen einen Ablauf zur Sicherstellung der Lehrqualität im digitalen Bereich, sowie zur Motivation Ihrer Studierenden.

Geben Sie Sicherheit und Zuversicht: Ermutigen Sie die Studierenden, dass sie das Lernziel erreichen werden und dass die Mitarbeit zu Hause dafür unerlässlich ist und sich lohnt.

    Formulieren Sie Lernziele und Kriterien für die Mitarbeit, die Sie unter diesen besonderen Bedingungen für hilfreich und zielführend erachten.

    Planen Sie die Prüfungen so, dass sie zu den gesetzten Lernzielen und Kompetenzen des Kurses passen

    "Testing drives Learning", d.h. alle expliziten und impliziten Informationen zur Prüfung beeinflussen studentisches Engagement und Mitarbeit. Empfundene Unsicherheit wirkt sich sehr negativ auf die Mitarbeit in der Lehrveranstaltung und auf die Evaluation der Lehrveranstaltung aus. Solange Sie keine konkreten Informationen zur Prüfung haben, können Sie das Sicherheitsempfinden auch auf diese Weise stärken:                                                                                    

                                                                                                 

    • Bitten Sie die Studierenden, ihre Fragen zur Prüfung zu stellen und versprechen Sie, Anworten herauszufinden und mitzuteilen.                                                                   
    • Verteilen Sie die Informationen zur Prüfungen für alle Studierenden an einer exponierten Stelle.                                                          
    • Bitte Sie die Studierenden, die Informationen über ihre Netzwerke weiterzutragen.                                                      
    • Ermutigen Sie zu Engagement und Mitarbeit und versprechen Sie, die außergewöhnliche momentane Lage bei der Prüfungsgestaltung und Bewertung zu berücksichtigen.                                                                      
    • Wertschätzen Sie die Mitarbeit der Studierenden durch Bonuspunktesysteme. (siehe Punkt 7)                 

    Nehmen Sie Ihren Vortrag anhand der Folien mit Powerpoint auf. So sind nur die Folien zu sehen und man hört die Stimme des Lehrenden. Sie können auch einen Podcast oder kleine Videos (zum Beispiel das Zeichnen einer Skizze) mit Ihrem Handy erstellen. Streamingkapazitäten solcher Videos und Audios sind übersichtlich. Ein gutes Lehrbuch (pdf) oder Lernvideo zum Inhalt (auch von anderen erstellt) in Kombination mit einer Aufgabe und Einsendedatum ist ebenfalls wirkungsvoll. Dabei gilt, weniger Ressourcen in die digitale Stoffaufbereitung und Gestaltung stecken als in Aufgabenerstellung und Feedback über den Lernfortschritt für Studierende!                    

    Stellen Sie sich vor der Bereitstellung des Arbeitsauftrags die Frage: „Warum sollte jemand die Antwort/Lösung für diese Aufgabe/das Problem interessieren?“ Mit Sicherheit stellen sich Studierende diese Frage auch. Verhindern Sie die Verschwendung von ihren und den studentischen Ressourcen bei Bearbeitung und Korrektur der Arbeitsergebnisse.

    Fokussieren Sie Schlüsselkompetenzen bei der Bereitstellung von Inhalt und Aufgaben: Für eine produktive Bearbeitung von Aufgaben ist es sinnvoll, inhaltliche Überforderung (cognitive load) zu vermeiden und Inhalte zu reduzieren.

    Schaffen Sie Feedback-Strukturen: Feedback wirkt, wenn es zeitnah und konkret auf die Art und Weise der Aufgabenbewältigung bezogen ist und Rückmeldung zu den Stärken und Schwächen der bisher geleisteten Arbeit gibt. Sie können individuelles Feedback per Mail versenden, Feedback an Gruppen aber auch per Chat, Forum oder mündlich in Videokonferenzen.                                                                              

    Feedback an die Studierenden zurückgeben:                                                                                   

    • individuell wie in Prüfungen üblich                                                                       
    • Clustern Sie alle Antworten von allen Studierenden nach häufigen Fehlern und Schwierigkeiten und geben Sie für alle Studierenden eine gemeinsame Antwort, z.B. beim nächsten Folienvortrag oder als Extra-Aufzeichnung oder Rundmail.
    • Integrieren Sie anonymisierte Beispiele von typischen Schwierigkeiten der Studierenden in ihre Rückmeldung. Erklären Sie, wieso diese fehlerhafte Annahme üblich oder plausibel ist und demonstrieren Sie, wie Sie als Experte handeln würden. Sprechen Sie ihre Gedanken laut aus, damit Studierende ihren inneren Gedankenfluss mitbekommen können.                
    • Stellen Sie zu der identifizierten Schwierigkeit eine weitere Aufgabe zum Üben ein.
    • Wichtig ist hier, nicht allgemein und global typische Fehler zu adressieren, sondern auf die Schwierigkeiten und Fehler genau ihrer Studierenden zu reagieren und auf bedeutsame Fehler zu fokussieren. Sonst ist Feedback überfordernd und demotivierend.

    Überlegen Sie sich Bonuspunktesysteme für die Einreichung und regelmäßige Mitarbeit der Studierenden und rechnen Sie diese auf die Klausur an. Die Bonuspunkte sollten bei ca. 75% der Mitarbeit zu 100 % erreicht werden, dann kann auch mal jemand krank werden. Viele Prüfungsordnungen sehen diese Möglichkeit vor. Bitte nicht strafen, dass wirkt sich kontraproduktiv aus.                                                                                    

    1. Geben Sie für die Bearbeitung von Aufgaben max. zwei Bonuspunkte. 0= nichts abgegeben, 1= etwas gemacht, 2= gut/vollständig erledigt. Die gesamten Bonuspunkte werden summiert und in einem vorher festgelegten Anteil/Prozedere auf die Prüfung angerechnet.                                                              
    2. Geben Sie allen Studierenden für die Mitarbeit eine festgelegte Anzahl von Bonuspunkten im Voraus. Zum Ende des Semesters prüfen Sie die Mitarbeit und kürzen die Bonuspunkte anteilig ein. Der erreichte Bonuswert wird nach vorher festgelegtem Anteil/Prozedere auf die Prüfung angerechnet.                                                                    
    3. Bieten Sie an, dass durch die Mitarbeit keine Punkte abgezogen werden können, sondern man sich nur verbessern kann. Die Mitarbeit kann zum Zünglein an der Waage werden, wenn man in der Abschlussprüfung zwischen zwei Noten steht.                                                                    
    4. Danken sie mehrfach und konkret für studentische Fragen im Chat, Einreichungen, Mitarbeit etc., z.B. in dem bei jeder Abgabe auf der Lernplattform eine Dankesmail automatisch versandt wird. Orientieren Sie sich dabei an Lernsoftware wie bei Alfons von Westermann, Meister Cody etc.                                                                           

    Bieten Sie regelmäßig kleine Zwischentest an, damit die Studierenden ihren Lernzuwachs bei komplexen Aufgaben überprüfen und wahrnehmen können. StudIP und Moodle helfen bei der übersichtlichen Sortierung und Bewertung. Sie können klassische Tests (Multiple-Choice-Tests, Freitextaufgaben) verwenden, aber auch Selbstests oder Aufgaben, bei denen sich die Studierenden gegenseitig kommentieren (Peer Assessment) oder zusammenarbeiten (zB. ein gemeinsames Glossar oder Wiki erstellen). Bei kleinen Gruppen bis 20 Studierende funktioniert auch alles gut über Mail.

    Fragen Sie nach, wer in Lerngruppen arbeitet. Erklären Sie, wie bei der Inhaltsbearbeitung und Aufgabenerfüllung eine gute gegenseitige Unterstützung aussehen kann.                                                                                          

    1. Bieten Sie gezielte Aufgaben an, in der Studierende ihre Arbeitsergebnisse austauschen und kommentieren.                                                                  
    2. Richten Sie Foren, Chaträume oder Etherpads (in Moodle) ein, in denen sich die Studierenden austauschen können!                                                                   
    3. Unterbrechen Sie Ihre Veranstaltung in der Videokonferenz-Software BigBlueButton durch Breakout-Räume, in denen die Studierenden in Kleingruppen arbeiten.                                                                     
    4. Weisen Sie darauf hin, dass die Ostfalia eigene Server für Chat, Foren und kollaborative Dokumente (Powerfolder, Etherpad) bereitstellt, damit Studierende nicht nur externe, nicht datenschutzkonforme Kommunkationsformen verwenden.                      

    Lassen Sie sich von Zeit zu Zeit beschreiben, wie die Studierenden gelernt haben. Dabei geht es nicht um eine Auflistung der Inhalte, sondern um eine Beschreibung der Verarbeitung des Inhalts, z.B. lesen, markieren, zusammenfassen, wesentliches rausschreiben, auswählen, entscheiden, rechnen, vergleichen, vertiefen etc. Ziel ist, bisherige Vorgehensweisen und Arbeitsergebnisse bewußt zu machen, zu verknüpfen und zu reflektieren (deliberate practice).