Aktionstage "Respektvoller Umgang" 2021

An der Hochschule Emden/Leer legen wir Wert auf einen respektvollen und wertschätzenden Umgang miteinander. Dazu gehört, dass Diskriminierung auf dem Campus keinen Platz haben sollen. Wir setzen uns ein für ein diskriminierungssensibles Studienumfeld.

Die Aktionstage „Respektvoller Umgang“, organisiert durch die Gleichstellungsstelle, geben Studierenden und Beschäftigten die Möglichkeit, sich näher mit Themen sexualisierter Diskriminierung und Gewalt sowie geschlechtlicher Vielfalt an der Hochschule zu befassen. Die Vorträge sind auch für Personen außerhalb unserer Hochschule geöffnet.

  • Die Vorträge und Workshops finden online statt.
  • Bei den Veranstaltungen ist eine Anmeldung an gleichstellung(at)hs-emden-leer.de erforderlich.
  • Einige der Veranstaltungen sind anrechenbar im Rahmen des Nachhaltigkeitszertifikats (siehe Hinweise zu den einzelnen Veranstaltungen und im Moodle Kurs des Nachhaltigkeitszertifikats).

Veranstaltungsprogramm

„Frei leben ohne Gewalt“ - diesem Slogan der bundesweiten Aktion von Terre des Femmes schließen wir uns wie in den Jahren zuvor an und hissen vor den Verwaltungsgebäuden der Hochschule an den Standorten Emden und Leer die Fahnen. Anlass ist der Internationale Tag "Nein zu Gewalt an Frauen" am 25. November. Die blauen Fahnen mit einer Frauenfigur werden Sie bis zum 10. Dezember – dem Tag der Menschenrechte – vor vielen öffentlichen Gebäuden wehen sehen. Damit reihen wir uns als Hochschule ein in die vielen Stimmen, die das Schweigen brechen wollen.

Zudem beteiligen sich Studierende der Medientechnik der Hochschule Emden/Leer in diesem Jahr wieder an der Kampagne „Orange The World“ der Vereinten Nationen. Halten Sie die Augen offen nach den Lichtinstallationen, die auf Gewalt gegen Frauen aufmerksam machen. Das strahlende Orange symbolisiert dabei eine Zukunft ohne Gewalt gegen Frauen.

Auch im Rahmen des Seminars „Femizid: Gewalt gegen Frauen und Gegenstrategien“ im Fachbereich Soziale Arbeit und Gesundheit werden Aktionen von Studierenden durchgeführt, die Gewalt und Belästigung gegenüber Frauen ins Bewusstsein rücken.

Aktuelles zu den Aktionen finden Sie auf der Seite "News".

In diesem Online Vortrag werden Begriffe, die oft in Zusammenhang mit geschlechtlicher Vielfalt auftauchen, wie inter*, trans*, divers und abinär leicht verständlich erklärt. Welche Erfahrungen machen eigentlich trans* und abinäre Personen im Kontext Hochschule? Was für Herausforderungen und Chancen ergeben sich durch geschlechtliche Vielfalt? Neben diesen Fragen, wird es im Vortrag auch darum gehen, welche strukturellen Bedingungen die Diskriminierung von trans* und abinären Studierenden verstärken oder abschwächen und wie in persönlichen Begegnungen im Hochschulalltag ein selbstverständlicher Umgang mit dem Thema geschlechtliche Vielfalt möglich ist.

Referent: Né Fink, Trainer & systemischer Berater für geschlechtliche Vielfalt

Die Veranstaltung ist anrechenbar im Rahmen des Nachhaltigkeitszertifikats.

Ein Workshop für männliche Studierende aller Fachbereiche.

Sexuelle Belästigung an der Hochschule ist ein schwieriges Thema, emotional aufgeladen und brisant. Aus männlicher Perspektive ist es oft mit Unsicherheiten und Befürchtungen verbunden. Studien zeigen ein großes Ausmaß und weitgehende Auswirkungen für die Betroffenen. In einer Untersuchung der Ruhr-Universität Bochum gaben 17,3 % der Männer und 56,7 % der Frauen an, sexuelle Belästigung während der Studienzeit erlebt zu haben. Das zahlenmäßig größte Problem ist die sexuelle Belästigung unter Studierenden. Die größte Gruppe sind die Mitläufer, die solchen Situationen beiwohnen, aber nicht eingreifen. Der Workshop soll helfen sich zu informieren und handlungssicherer zu werden und er gibt Antworten u. a. zu folgenden Fragen:

Was ist sexuelle Belästigung?

Was macht es schwierig, sich einzumischen?

Was hilft, um einzuschreiten?

Was kann ich tun?

Workshopleitung: Michael Herschelmann, Professor im Fachbereich Soziale Arbeit und Gesundheit, Vertrauensperson der Hochschule Emden/Leer

Im Rahmen der Diskussionen, was Hochschulen gegen sexuelle Belästigung und Gewalt und gegen sexualisierte Diskriminierung tun können, werden häufig auch Maßnahmen für mehr Sicherheit auf dem Campus angeführt. So zählen beispielsweise Campusbegehungen zur Identifizierung sogenannter Angsträume und möglicher Gefahrenquellen oder auch Hochschulbefragungen zu Unsicherheitsgefühlen zum durchaus häufigen Repertoire präventiver Maßnahmen im Handlungsfeld sexualisierter Diskriminierung und Gewalt. Im Vortrag wird zunächst der Stellenwert von Sicherheitsdiskursen sowie baulichen und räumlichen Maßnahmen in der Prävention gegen sexualisierte Diskriminierung und Gewalt an Hochschulen thematisiert, bevor das Konzept der Angsträume näher beleuchtet wird.

Referentin: Lisa Mense, Sozialwissenschaftlerin und stellvertretende Leitung der Koordinations- und Forschungsstelle des Netzwerks Frauen- und Geschlechterforschung NRW, Universität Duisburg-Essen

Die Veranstaltung ist anrechenbar im Rahmen des Nachhaltigkeitszertifikats.

Ein Workshop für alle Studierenden, die sich als bi, lesbisch, trans*, schwul, kinky, ace, pan, queer o.ä bezeichnen oder die sich fragen, ob queer für sie ein passender Begriff sein könnte. Trans*, inter* und abinäre Personen sind explizit eingeladen.

Empowerment bedeutet, uns persönlich und gemeinschaftlich in unserer Selbstbestimmung zu bestärken. Oft sind wir als queere Personen in Alltagssituationen, in denen wir mit unseren Lebensrealitäten ignoriert, weniger ernst genommen oder gekränkt werden. Wir stehen deshalb an der Hochschule, auf der Arbeit oder im privaten Umfeld häufig vor der Entscheidung, ob wir uns überhaupt als bi, lesbisch, trans*, schwul, kinky, pan o.ä. outen wollen. Unsere Erfahrungen mit Geschlecht, Sexualität oder Beziehungsform werden im Alltag leider noch immer verbesondert, nicht verstanden oder unsichtbar gemacht. Das birgt besondere Herausforderungen und kann uns unterschiedliche Hürden im Alltag in den Weg stellen, die es zu meistern gilt.

Im Workshop tauschen wir uns über queere Alltagserfahrungen im Hochschulkontext (z.B. Unsichtbarkeit, unangemessene Fragen, Starren, Toilettensituation etc.) aus. Dann werden wir gemeinsam Umgangsstrategien für solche Situationen entwickeln. Wir arbeiten dafür praktisch mit verschiedenen Methoden. Der Rahmen des Workshops und die Anmeldungen sind vertraulich.

Workshopleitung: Né Fink, Trainer & systemischer Berater für geschlechtliche Vielfalt. Né Fink bezeichnet sich selbst als queer und hat Erfahrungen mit unterschiedlichen queeren Zuschreibungen gemacht (u.a. trans*, schwul, pan).

Paarbeziehungen beginnen meist mit einer gegenseitigen Anziehung, basierend auf gemeinsamen Werten. Einige Beziehungen verändern sich jedoch in eine Richtung, in der ein Partner Macht über den anderen ausüben will und ausübt. Diese Machausübung kann mit kontrollierendem Verhalten sowie emotionaler und physischer Gewalt einhergehen und wird als häusliche Gewalt bezeichnet. Häusliche Gewalt ist ein bedeutendes globales Gesundheitsproblem, wobei mehr Frauen als Männer Betroffene sind. In diesem Vortrag werden zunächst die Häufigkeit und die Ausprägung häuslicher Gewalt vorgestellt. Weiterhin werden die gesundheitlichen Folgen häuslicher Gewalt beschrieben. Um diese Folgen besser zu identifizieren, ist es notwendig mögliche Betroffene häuslicher Gewalt zu erkennen und Interventionen zu entwickeln. Daher wird in diesem Vortrag abschließend ein Trainingsprogramm zum besseren Erkennen von Betroffenen vorgestellt.

Referentin: Jutta Lindert, Professorin für Gesundheitswissenschaften an der Hochschule Emden/Leer und Beraterin der WHO zu Covid-19 und psychischer Gesundheit

Die Veranstaltung ist anrechenbar im Rahmen des Nachhaltigkeitszertifikats.

- Achtung: Termin verschoben vom 9.12. auf den 15.12. -

Die Hochschule Emden/Leer setzt sich dafür ein, dass die Persönlichkeitsrechte von Menschen und deren individuelle Persönlichkeitsgrenzen respektiert und gewahrt werden. Sexualisierte Diskriminierung und Gewalt stellen eine Verletzung der Persönlichkeitsrechte dar. Doch was unternimmt die Hochschule, wenn persönliche Grenzen verletzt werden? An wen kann ich mich wenden, wenn ich sexuelle Belästigung erfahren oder beobachtet habe? Wo finde ich weitere Informationen zu dem Thema? Diese und andere Fragen sollen in der Veranstaltung zusammen mit den Vertrauenspersonen und der Beschwerdestelle der Hochschule beantwortet werden.

Die Veranstaltung ist anrechenbar im Rahmen des Nachhaltigkeitszertifikats.

Wer macht eigentlich Wissenschaft? Und weshalb ist es in unserer Vorstellung immer noch „der Wissenschaftler“? In dem Film „Picture A Scientist“ führen eine Biologin, eine Chemikerin und eine Geologin das Publikum auf eine Reise durch die Erfahrungen ihrer akademischen Laufbahn – als Frauen der Wissenschaft. Dabei zeigt der Film eindrücklich den Kampf der Wissenschaftlerinnen um Anerkennung, Respekt und Gleichberechtigung.

Informationen zum Film: Der Film ist auf Englisch mit deutschen Untertiteln. Einen Trailer finden Sie hier: https://mindjazz-pictures.de/filme/picture-a-scientist/

Bei Anmeldung erhalten Sie einen Link zum Film für das Streaming zu Hause, welches im Zeitraum vom 3. bis 17. Dezember freigeschaltet ist. Zudem erhalten Sie den Link zum Videokonferenzraum zur Diskussionsrunde.

Die Veranstaltung ist anrechenbar im Rahmen des Nachhaltigkeitszertifikats.

Weitere Informationen

Weitere Informationen zum Thema "Respektvoller Umgang" finden Sie hier auf unserer Website.

Zudem finden Sie weitere hilfreiche Informationen zum Thema sexualisierte Diskriminierung und Gewalt sowie die Möglichkeit einer anonymen Chatberatung auf unserer Unterstützungsplattform https://hs-emden-leer.evermood.com/. Diese digitale Assistenz wurde von der Gleichstellungsstelle zusammen mit den Vertrauenspersonen gegen sexualisierte Diskriminierung und Gewalt eingerichtet, um ein möglichst diskriminierungsarmes Studienumfeld zu gestalten.