Das kleine Hochschul-ABC

Auszug aus "abi - dein weg in studium und beruf", www.abi.de, Bundesagentur für Arbeit". Hier finden Sie das vollständige Heft als pdf.

Mit dem Bologna-Prozess wurden nicht nur die alten Studiengänge ersetzt, es gibt jetzt auch viele neue Begriffe und Bezeichnungen. Damit Sie mitreden können, hat abi Ihnen die wichtigsten aufgeschrieben.

Akkreditierung

Die zeitlich begrenzte Anerkennung von Studiengängen. Nach Überprüfung von Mindeststandards durch Akkreditierungsagenturen vergibt der Akkreditierungsrat (bestehend aus Vertretern der Länder, Hochschulen, Studierender und der Berufspraxis) die Akkreditierung.

Auswahlverfahren

Ein hochschulinternes Zulassungsverfahren, in dem die Studienplätze etwa nach Abiturdurchschnitt, praktischen Erfahrungen, wie etwa eine abgeschlossene Ausbildung oder einzureichenden Arbeitsproben vergeben werden.

Bachelor

Grundständiges Studium und erster berufsqualifizierender Hochschulabschluss. Die Regelstudienzeit beträgt zwischen drei und vier Jahren.

Bachelorarbeit/Bachelor-Thesis

Im letzten Semester gilt es, mit einer schriftlichen Abschlussarbeit zu zeigen, was man alles gelernt hat. Damit erwirbt man zwischen sechs und zwölf Credit Points.

BaföG

Steht für „Berufsausbildungsförderungsgesetz". Damit wird die finanzielle Förderung durch den Bund bezeichnet, die Studierende erhalten und die in der Regel an das Einkommen der Eltern gekoppelt ist. Beantragen kann man es bei den örtlichen Studentenwerken.

Bologna

Darunter versteht man allgemein den Bologna-Prozess zur Schaffung eines europäischen Hochschulraums, in dessen Zuge alle Studiengänge  in Deutschland bis 2010 auf die Abschlüsse Bachelor und Master umgestellt werden sollten.

Credit Points

Im Bachelorstudium gibt es zusätzlich zu den Noten im einzelnen Fach sogenannte Leistungspunkte, auch Credit Points genannt (heißen zum Teil auch ECTS-Punkte, nach de European Credit Transfer System). Die Credit Points spiegeln den Aufwand wider, der nötig ist, um ein Modul abzuschließen. Das umfasst die Zeit und den Arbeitsaufwand für den unmittelbaren Unterricht, Vor- und Nachbereitungszeit sowie die Vorbereitung auf die Modul-Abschlussprüfung.

Diploma Supplement

Ergänzung zum Abschlusszeugnis, die genauere Auskunft  über den Studienverlauf gibt. Dort werden zum Beispiel alle belegten Module mit Angabe der erworbenen Credit Points und Noten aufgelistet. So wird deutlich, welche Inhalte und Kompetenzen im Studiengang vermittelt wurden und potenzielle Arbeitgeber können sich ein besseres Bild von den Kenntnissen und Fähigkeiten des Absolventen machen.

Exmatrikulation

Das Gegenteil von Einschreibung. Die Exmatrikulation erfolgt am Ende des Studiums oder zwangsweise, weil Prüfungsleistungen mehrmals nicht erbracht wurden.

Immatrikulation

Einschreibung an der Hochschule, damit erhält man den Studierendenstatus.

Master

Weiterführender Studiengang, der nach dem Bachelor aufgenommen werden kann. Er führt zu einem höherqualifizierenden Abschluss. Hier wird zwischen nicht-konsekutiven (eine andere Studienrichtung als im Bachelor wird eingeschlagen) und konsektutiven (tiefer gehende Sepzialisierung des Bachelorstudiums) Masterstudiengängen unterschieden. Außerdem gibt es Weiterbildungsmasterstudiengänge, die den nicht-konsekutiven ähneln, bei denen aber Berufserfahrung vorausgesetzt wird.

Modul

Ein Modul entspricht manchmal nur einer Lehrveranstaltung, oft besteht es jedoch auch aus mehreren thematisch zusammengehörigen Lehrveranstaltungen, die sich teilweise sogar über mehrere Semester erstrecken. Abgeschlossen wird ein Modul in der Regel mit einer Prüfung oder Seminararbeit. Pflichtmodule müssen absolviert werden, bei Wahl- und Wahlpflichtmodulen bleibt Studierenden mehr Gestaltungsspielraum.

Numerus clausus (NC)

Der NC drückt aus, bis zu welcher Durchschnittsnote Abiturienten bei der letzten Zulassung einen Studienplatz bekommen können. Deswegen verändern sich die Werte von Semester zu Semester. Der NC ist also die Abi-Note des Glücklichen/der Glücklichen , die/der im aktuellen Bewerbungsverfahren den „letzten Studienplatz" bekommen hat.

Ranking

Vergleicht Hochschulen nach verschiedenen Kriterien, zum Beispiel Ruf, Ausstattung, Exzellenzinitiativen. Es gibt aber auch für einzelne Fachbereiche Rankings, hier steht meist die Qualität der Forschung im Fokus der Bewertung.

Schlüsselqualifikationen

Der Bachelor setzt neben der Vermittlung von Fachwissen auch stark auf das Training von Schlüsselqualifikationen, Methoden- und Sozialkompetenz. Dazu gehören beispielsweise Fremdsprachen- und Computerkenntnisse, Präsentationstechniken, Kommunikations-, Teamfähigkeit und sonstige „Soft Skillis". Dafür bieten die Hochschulen zum Teil eigene Module an oder schulen diese Fähigkeiten über Pflicht-Praktika.

Zulassungsbeschränkte Studiengänge

Heißt: Meist gibt es mehr Bewerber als Plätze. Hat also ein Studienangebot  etwa einen NC, wird damit nur mitgeteilt, dass hier die Anzahl der zu vergebenden Studienplätze begrenzt ist. Die Vergabe der Studienplätze hängt dann von verschiedenen Auswahlkriterien ab, bei denen die Abiturnote die wichtigste ist - zusätzlich spielen aber auch Wartesemester, gegebenenfalls fachspezifische Auswahlkriterien, Ergebnisse von Eignungstests, Auswahlgesprächen und so weiter eine Rolle.