Woher kommt der Judenhass in der arabisch-islamischen Welt?

Dr. Matthias Küntzel

Dr. Matthias Küntzel

Politikwissenschaftler und Publizist Matthias Küntzel zu Gast in Emden

Woher kommt der Judenhass in der arabisch-islamischen Welt? Zu diesem Thema referiert am 28. November um 18.00 Uhr in der Hochschule in Emden (Raum S 302 NEO) der bekannte Hamburger Politikwissenschaftler, Historiker und Publizist Dr. Matthias Küntzel. Hierzu wird herzlich eingeladen. Der Vortrag ist kostenfrei.

Der Antisemitismus und die Leugnung des Holocaust sind in den islamischen Gesellschaften des Mittleren und Nahen Ostens erheblich weiter verbreitet, als in anderen Teilen der Welt. Warum ist das so? Oft wird diese Frage mit einem Hinweis auf Israel, dessen Politik diesen Judenhass angeblich schüre, beantwortet. Doch diese Antwort greift zu kurz.

Sie ignoriert, dass Nazi-Deutschland seit 1937 all seine Möglichkeiten nutzte, um den Antisemitismus in diesem Teil der Welt zu schüren. So wurden die judenfeindlichen Kampagnen der ägyptischen Moslembruderschaft bereits zehn Jahre vor der Gründung Israels von Berlin aus angestachelt und finanziert.

Das wichtigste Instrument der Nazis war Radio Zeesen, ein südlich von Berlin stationierter Kurzwellensender. Von hier aus wurde die antisemitische Propaganda der Nazis unter Muslimen verbreitet: Man sendete in zwei arabischen Dialekten, aber auch auf Persisch, Türkisch und Hindi. Die Propaganda wandte sich an die nicht-alphabetisierten und religiös orientierten Menschen und wurde mehrmals täglich zwischen April 1939 bis April 1945 ausgestrahlt.

Über diese Radiopropaganda und deren Folgen erschienen kürzlich umfangreiche Studien in den USA und in Großbritannien. Hierzulande aber ist über dieses Kapitel unserer Geschichte wenig bekannt.

Inzwischen hat der islamistische Terror auch Deutschland erreicht. Und doch wird immer noch viel zu wenig wird über dessen Ursprünge in den Dreißigerjahren des letzten Jahrhunderts und über den Judenhass, der ihm von Anfang an eingeschrieben war, diskutiert. Dabei stehen auch die gezielten islamistischen Angriffe auf jüdische Einrichtungen und Juden in Toulouse, Paris, Brüssel oder Kopenhagen in der Tradition dieses alt-neuen antisemitischen Programms.

Dr. Matthias Küntzel, Politikwissenschaftler und Historiker aus Hamburg, hat die historische Verbindung von Islamismus und Antisemitismus bereits 2002 in seinem Buch „Djihad und Judenhass. Über den neuen antijüdischen Krieg“ thematisiert. Sein mehrfach preisgekröntes Buch erschien auf Englisch, Französisch, Hebräisch und Griechisch und löste eine internationale Debatte über die Ursprünge des Antisemitismus im Nahen Osten aus. Von 2004 bis 2015 war Küntzel externer associate researcher beim Vidal Sassoon International Center for the Study of Antisemitism (SICSA) an der Hebrew University in Jerusalem. 2011 wurde er von der Anti-Defamation League (ADL) mit dem Ehrlich-Schwerin-Menschenrechtspreis ausgezeichnet. Weitere Informationen unter www.matthiaskuentzel.de.

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