FAQs - Häufig gestellte Fragen

Welche Ziele verfolgt das Deutschlandstipendium?

Mit dem Deutschlandstipendium unterstützt die Bundesregierung begabte und leistungsfähige Studierende; sie will herausragende Leistungen honorieren und eine neue Stipendienkultur in Deutschland anstoßen. Insbesondere ehemalige Hochschulabsolventinnen und Hochschulabsolventen, Wirtschaftsunternehmen oder Stiftungen sollen angeregt werden, talentierte Studierende mit ihrem Beitrag zu fördern.

Welche Vorteile bringt das Deutschlandstipendium?

Das Deutschlandstipendium setzt Anreize für Spitzenleistungen, auf die unser Land im globalen Wettbewerb angewiesen ist, und wirkt zugleich dem Fachkräftemangel entgegen. Es trägt zur Profilbildung der Hochschulen bei und stärkt das Miteinander auch im regionalen Umfeld: Bund, Förderer und Hochschulen unterstützen gemeinsam junge Menschen bei der Entfaltung ihrer Talente und ermöglichen ihnen, sich voll auf ihr Studium zu konzentrieren. So entstehen auch vor Ort starke Netzwerke, von denen der gesamte Wissenschaftsstandort Deutschland profitiert.

Wer wird gefördert?

Das Deutschlandstipendium fördert an deutschen Hochschulen Studierende aller Nationalitäten, deren bisheriger Werdegang herausragende Studienleistungen erwarten lässt. Zu den Förderkriterien zählen neben besonderen Erfolgen an Schule und/oder Universität auch das gesellschaftliche Engagement zum Beispiel in Vereinen oder in der Hochschulpolitik, in kirchlichen oder politischen Organisationen sowie der Einsatz im sozialen Umfeld, in der Familie oder in einer sozialen Einrichtung. Berücksichtigt wird auch die Überwindung besonderer biografischer Hürden, die sich aus der familiären oder kulturellen Herkunft ergeben.

Wie hoch ist die Förderung und wer bezahlt sie?

Die Förderung pro Stipendium beträgt 300 Euro pro Monat. Sie ist unabhängig vom sonstigen Einkommen der Studierenden und ihrer Eltern. Die eine Hälfte übernehmen private Förderer, die andere Hälfte übernimmt der Bund. Das Deutschlandstipendium wird durch die Hochschule ausgezahlt, an der die Stipendiatin bzw. der Stipendiat immatrikuliert ist. Die Mittel vonseiten privater Stifter werben die Hochschulen ein.

Wie werden die Stipendiaten ausgewählt?

Die Auswahlverfahren werden im Einzelnen durch die Hochschulen festgelegt und bekannt gemacht. Die teilnehmenden Hochschulen schreiben die Stipendien öffentlich aus und informieren über Zahl und eventuelle fachliche Zuordnung der Stipendien sowie über die erforderlichen Nachweise und Unterlagen. Die privaten Mittelgeber können in das Auswahlverfahren einbezogen werden, zum Beispiel als Teilnehmer mit beratender Funktion bei den Sitzungen des Entscheidungsgremiums.

Sind bei der Vergabe Schul- oder Studienleistungen entscheidend?

Schulische und Studienleistungen sind ein wichtiger Anhaltspunkt für die Beurteilung von Leistungsfähigkeit und Talent der Bewerberinnen und Bewerber (Abiturnote etc.). Bei der Auswahl zählen jedoch auch andere Kriterien wie zum Beispiel das Engagement in einem Verein, der Politik oder der Kirche, die Erziehung eigener Kinder, die Pflege von Angehörigen, die Mithilfe im elterlichen Betrieb oder die Bewältigung von besonderen biografischen Hindernissen. Das Bewerbungs- und Auswahlverfahren soll die gesamte Persönlichkeit der Bewerberin oder des Bewerbers berücksichtigen.

Was habe ich als Förderer von meinem Engagement?

Förderer unterstützen die Ausbildung herausragender Fachkräfte und Nachwuchswissenschaftler. Damit leisten sie einen wichtigen Beitrag zur Zukunftsfähigkeit des wissensbasierten Wirtschaftsstandortes Deutschlands. Zugleich stärken sie mit ihrem Engagement die Reputation ihrer Region.
Die konkreten Angebote für Förderer gestaltet jede Hochschule individuell. Denkbar sind zum Beispiel die Veröffentlichung in Medien der Hochschule, die Einladung zu Veranstaltungen oder die Aufnahme der Förderer in das lokale Netzwerk der Hochschule. In jedem Fall ermöglichen die Hochschulen den Förderern, die Stipendiaten zum Beispiel bei Stipendiatentreffen kennenzulernen und talentierte Nachwuchskräfte direkt anzusprechen.

Kann der Förderer Kontakt zu "seiner" Stipendiatin oder "seinem" Stipendiaten aufnehmen?

Ja. Sofern die oder der Geförderte zustimmt, kann die Hochschule die Kontaktdaten übermitteln. Die Förderer können sich an ihre Stipendiatinnen oder Stipendiaten wenden und sie zum Beispiel zu Veranstaltungen einladen oder ihnen ein Praktikum anbieten. Die Teilnahme ist für die Studierenden allerdings nicht verpflichtend.

Kann der Förderer die Mittelverwendung beeinflussen und hat er ein Mitspracherecht bei der Auswahl?

Förderer haben grundsätzlich ein Mitspracherecht bei der Mittelverwendung. Sie können ihre Mittel zum Beispiel gezielt für eine Fachrichtung oder für Studiengänge ihrer Wahl einsetzen. An einen solchen Zweck dürfen zwei Drittel aller Stipendien gebunden sein, die die Hochschule in einem Jahr bewilligt. Die restlichen Stipendien sind ohne Zweckbindung zu vergeben. Auch können sich die Förderer gegebenenfalls beratend am Auswahlverfahren beteiligen. Die Verantwortung für die Auswahl der Stipendiatinnen und Stipendiaten liegt bei den Hochschulen.

Wie lange gilt die Förderzusage?

Die Zusage gilt für zwei Semester, also für den Zeitraum von einem Jahr. Dann prüft die Hochschule, ob die Förderkriterien noch erfüllt sind. Stehen die anteiligen privaten Fördermittel in Höhe von 150 Euro pro Stipendium und Monat weiterhin zur Verfügung, wird anschließend die Förderung für einen weiteren Studienabschnitt gewährt. Das Deutschlandstipendium sieht die Förderung bis zum Ende der Regelstudienzeit vor. Ein längerfristiges Engagement ist daher durchaus erwünscht. Auch kleinere Spenden sind allerdings willkommen: Kleinere Spenden unterschiedlicher privater Mittelgeber können von den Hochschulen zu einem Deutschlandstipendium gemacht werden.

Kann der Förderer die Förderung steuerlich geltend machen?

Ja. Die von Förderern zur Verfügung gestellten Gelder können nach § 10b Absatz 1 des Einkommensteuergesetzes als Ausgaben für steuerbegünstigte Zwecke steuermindernd geltend gemacht werden. Diese können mit anderen Zuwendungen für steuerbegünstigte Zwecke bis zu einer Höhe von 20 Prozent des Gesamtbetrags der Einkünfte oder vier Prozent der Summe der gesamten Umsätze und der im Kalenderjahr aufgewendeten Löhne und Gehälter berücksichtigt werden.

Wie können sich Studierende bewerben?

Studierende können sich nach den Vorgaben der Ausschreibungen ihrer Hochschule für das Deutschlandstipendium bewerben. Studienanfängerinnen und Studienanfänger können sich bewerben, wenn sie die hierfür von der Hochschule geforderten Zugangsvoraussetzungen erfüllen und vor der Aufnahme des Studiums an der jeweiligen Hochschule stehen.

Welche Studiengänge sind förderungsfähig?

Grundsätzlich ist jedes Studium an einer staatlichen oder staatlich anerkannten Hochschule förderungsfähig. Also zum Beispiel auch ein Zweit- oder Ergänzungsstudium, ein Masterstudiengang oder ein berufsbegleitendes/duales Studium.

Muss das Geld zurückgezahlt werden?

Nein. Im Gegensatz zur Förderung nach dem BAföG müssen Stipendiatinnen und Stipendiaten die erhaltenen Mittel nicht zurückzahlen.

Wird das Stipendium beim BAföG angerechnet?

Nein. Die Mittel nach dem BAföG und das Deutschlandstipendium sind zwei sich ergänzende Programme. Studierende können beide Fördermöglichkeiten gleichzeitig ohne Abschläge in Anspruch nehmen.

Weitere Informationen:

www.deutschland-stipendium.de