Ergebnisse

Das Teilprojekt USuS untersuchte 2008 bis 2012 – aus Sicht der Studierenden – einen Studiengang an einer kleineren Fachhochschule, der bis zur Jahrtausendwende ein Modefach war, zu dem es Studierende mit unterschiedlichen Voraussetzungen hinzog: Auch wenn zu Projektbeginn die Studierendenzahl deutlich zurückgegangen war, war Informatik weiterhin ein „Sammelbecken“ unterschiedlicher Studieninteressierter. Zumeist aus der agrarisch orientierten Region stammend unterschieden sich die untersuchten Studierenden nicht nur hinsichtlich ihrer Motivationslage, sondern auch hinsichtlich der Vorkenntnisse und der Bereitschaft, sich für das Studium zu engagieren (siehe Ergebnisse 2009/2010).

Deshalb wurden unter dem Gesichtspunkt dieser Heterogenität im zweiten Projektjahr solche Interventionsmaßnahmen entwickelt und eingesetzt, die bereits in der Studieneingangsphase mit der vorgefundenen Heterogenität* nun erstmalig explizit umgehen konnten und die bereits praktizierte „Haltestrategie“ der Hochschule in diesem Bereich unterstützten:

  1. Abbau der unterschiedlichen und zum Teil unzureichenden Vorkenntnisse durch einen flächendeckenden quasi-verpflichtenden Einführungskurs mit dem Schwerpunkt Mathematik (Mathe0) als Vorkurs
  2. Nutzung der vorgefundenen Heterogenität hinsichtlich der Vorkenntnisse durch den Einsatz projektorientierter Pflicht-Lehrveranstaltungen auch schon in den ersten Semestern
  3. Abbau und gleichzeitige Ausweitung der Heterogenität durch eine stärkere Praxisorientierung bereits in den ersten Semestern (Besuch von berufsbezogenen Messen, Integration von Absolventen als Praxisreferenten in Lehrveranstaltungen der ersten Semester und damit mehr Klarheit hinsichtlich der Studienanforderungen, aber auch eine beginnende Ausdifferenzierung hinsichtlich der individuellen Berufswünsche)

Eine Evaluierung dieser Maßnahmen bei den Studierenden ergab, dass die Akzeptanz dieser Maßnahmen sehr hoch war und der Nutzen von den Studierenden sehr hoch eingeschätzt wurde, insbesondere hinsichtlich des Mathe0-Angebotes. Auch der Transfer des Gelernten in späteren Klausuren konnte nachgewiesen werden. Detaillierte Einzelergebnisse finden sich in Ergebnisse 2010/2011 und Ergebnisse 2011/2012)

 

Dazugehörende Veröffentlichungen:

Krüger-Basener, Maria, Ezcurra, Luz u. Gössling, Ina: Heterogenität als Herausforderung für Lehrende der Informatik. In: Margret Bülow-Schramm (Hrsg.): Erfolgreich studieren unter Bologna-Bedingungen? Ein empirisches Interventionsprojekt zu hochschuldidaktischer Gestaltung. Bielefeld: Bertelsmann 2013, S. 162-190.

Krüger-Basener, Maria u. Rabe, Dirk: Mathe0 - der Einführungskurs für alle Erstsemester einer technischen Lehreinheit an der Hochschule Emden/Leer. In: Wassong, Thomas u.a. (Hrsg.): Mathematische Vor- und Brückenkurse: Konzepte und Perspektiven. Berlin (Springer Verlag) 2013, S. 309-324.

* Heterogenität sowohl als Unterschiede innerhalb der Studierendengruppe und als auch als Abweichung hinsichtlich der Anforderungen, die die Hochschule stellt