25. Januar 2011

Mathematikvorkurs WS 2010/2011 … und was er uns gezeigt hat

Die Abteilung E+I der Hochschule Emden/Leer hat zu Beginn des WS 2010/2011 erstmalig einen speziell für Studierende der Fächer „Elektrotechnik und Automatisierungstechnik“, „Informatik“ und „Medientechnik“ konzipierten Vorbereitungskurs angeboten. Dieser Kurs behandelte vor allem die für diese Gruppe wichtigen mathematischen Grundlagengebiete.

Auslöser für das neue Angebot war eine Online-Erhebung, die im Rahmen des USuS-Projekts unter Informatik-Studierenden im Wintersemester 2009/10 stattfand. Die Studierenden äußerten darin die Notwendigkeit einer Auffrischung der schulischen Mathematik-Kenntnisse bzw. Auffüllung von Wissenslücken.

Das USuS-Team wollte diese Aussagen überprüfen und hat sich deshalb nicht nur an der Konzeption und Organisation des Kurses beteiligt, sondern auch dessen Verlauf verfolgt und untersucht. Zu Beginn und am Ende des zweiwöchigen Kurses wurden die Teilnehmenden gebeten, einen Fragenbogen auszufüllen. Anhand dieser Umfrage sollte u. a. herausgefunden werden, woher unsere Studierenden kommen, wie gut ihre Vorkenntnisse und ihre Vorbereitung auf das Studium sind und was der Mathematik - Vorkurs bewirkt hat?

 

Woher kommen unsere Studierenden?

Um die Studierenden mit Hilfe des Vorkurses optimal vorzubereiten, war es wichtig herauszufinden, aus welchen Schultypen sie kamen. Die Befragung zeigte, dass 60% der Elektrotechniker, 51% der Informatiker und 43% der Medientechniker eine Fachhochschulreife oder gleichwertige Qualifikation mitbrachten. 51% der Medientechniker, 39% der Informatiker und 29% der Elektrotechniker hatten Abitur.

 

Welche mathematischen Vorkenntnisse bringen sie mit?

Da Lernschwerpunkte und Abschlussnoten in Mathematik uns genauere Informationen zu den Vorkenntnissen liefern als die Schulform selbst, wurden die Studierenden hierzu gezielt befragt. Eine Mathe- Abschlussnote von 3,0 oder besser erhielten demnach 81% der Elektrotechniker, 50% der Medientechniker und 49% der Informatiker. Betrachtet man die Inhalte des Unterrichts, so zeigte sich, dass 23% der Elektrotechniker, 15% der Informatiker und 8% der Medientechniker mit erhöhten Anforderungen unterrichtet wurden (Mathematik-Leistungskurs).

Diese unterschiedlichen Vorkenntnisse spiegelten sich im Mathematik-Einstufungstest zu Beginn des Vorkurses wider. Zwischen 20 und 60 Punkten bekamen 75% der Elektrotechniker, 48% der Medientechniker und 42% der Informatiker.

Umfassende Mathematik-Vorkenntnisse halfen den Studierenden auch bei der Bewältigung der Übungsaufgaben während des Kurses: 85% der Elektrotechniker erreichten 80 bis 100 Punkte. 90% der Medientechniker und 61% der Informatiker erzielten zwischen 60 und 100 Punkten.

 

Wie gut sind die Studierenden auf das Studium vorbereitet?

Von Vorteil für die Studierenden sind - so zeigen die Beobachtungen von Lehrenden - studienverwandte Leistungsfächer in der Schule oder eine studiennahe Praktika/Berufserfahrung nach der Schule.

Aus der Umfrage ging beispielsweise hervor, dass etwa 25% der Elektrotechniker Elektrotechnik und Physik als erstes Leistungsfach gewählt hatten. 82% konnten auf Erfahrungen aus einer Lehre zurückgreifen, die in direkter Beziehung zum Studium standen.

Bei den Informatikern und Medientechnikern stellt sich die Situation anders dar. Die Medientechniker wurden nicht in ihrer Schule in einem berufsbezogenen Leistungsfach unterrichtet. Bei den Informatikern liegt der Anteil mit Vorkenntnissen aus dem Leistungsfach Informatik bei 15%. Unterstützung durch eine praktische Ausbildung mit direktem Bezug zum Studium hatten 15% der Informatiker und 6% der Medientechniker.

 

Was hat der Mathematikvorkurs aus Sicht der Teilnehmer bewirkt?

Die Studierenden sind sehr zufrieden mit diesem Vorkurs. Ihrer Meinung nach konnte eine Auffrischung und Vertiefung der Kenntnisse erreicht werden. Sie gaben an, während des Kurses auch die Möglichkeit gehabt zu haben, neue Inhalte und Methoden kennen zu lernen. Darüber hinaus hatten die Studierenden Gelegenheit, sich durch die wechselnden Arbeitsgruppen besser kennen zu lernen. Diese Annäherung, das Nachmittagsprogramm und die Freizeitaktivitäten haben die Sozialkontakte unter den Studierenden gefördert und somit den Einstieg in das Studienleben erleichtert.

Die Erfahrungen mit diesem neuartigen Kurs regten die Studierenden auch zu eigenen Ideen für die zukünftige Gestaltung eines Mathe-Vorkurses an. Sie schlugen beispielsweise vor, der Vorstellung einzelner Fachgebiete durch die Professoren mehr Zeit einzuräumen, indem zunächst eine Beschränkung auf die für das erste Semester relevanten Fächer stattfindet. Nach dem Motto: „weniger ist mehr“ sollte hier eine Verwirrung der Studierenden durch eine zu große Fachfülle vermieden werden.

Auch hinsichtlich des Lernstoffumfangs und des Aufwands für die Übungsaufgaben könnten sich die Kursteilnehmenden eine Reduzierung der Themen bzw. Konzentration auf bestimmte Schwerpunkte vorstellen.

Das Vorbereitungsteam wird die Erkenntnisse aus dieser ersten Befragung bei der Planung des Folgekurses berücksichtigen und freut sich auf die neuen Studien-anfänger/innen zum WS 2011/12.

 

 

Praktische Lehre der StudienanfängerInnen - Elektrotechnik

Praktische Lehre der StudienanfängerInnen - Informatik

Praktische Lehre der StudienanfängerInnen - Medientechnik