20. Januar 2012

Erstsemester-Einführungsveranstaltung nach neuem Konzept - zum zweiten Mal an der Hochschule Emden /Leer

Zum zweiten Mal hat die Abteilung E+I der Hochschule Emden/Leer auf Initiative des USuS-Projektes hin die StudienanfängerInnen in spezieller Weise auf ihr  Studienleben vorbereitet.

Die Einführungsveranstaltung mit Schwerpunkt Mathematik des WS 2011/2012 begann am 12.09.2011 und umfasste ein  zweiwöchiges Programm.   Der Vorläufer-Kurs wurde von den Studierenden sehr positiv bewertet, wie eine Umfrage zum Mathe0-Kurs 2010 zeigte Diese Aussagen wurden auch durch die Ergebnisse der USuS-Befragung bestätigt: Die Studierenden konnten ihre Vorkenntnisse besser einschätzen und vor allem wurde ihnen bewusst, an welchen mathematischen Themen sie noch arbeiten müssen. Dank dieses Vorkurses fühlten  sich die Studierenden nun besser auf das Studium vorbereitet.

Weitere Erkenntnisse aus der Mathe0-Umfrage 2010 sind in den Ablaufplan des diesjährigen Kurses eingeflossen.  Beispielsweise wurden die mathematischen Inhalte noch einmal den  Ansprüchen und Schwerpunkten von Mathematik 1  angepasst.  Nahezu 100% der Studierenden bewerteten den Kurs  als gut bis sehr gut. Die Lehrveranstaltung insgesamt (Diskussion, Spaß und Verständlichkeit) wurde von 97% der Informatiker, 89% der Elektrotechniker und 87% der Medientechniker mit sehr gut und gut bewertet. Anstelle der Einführungsvorträge für die  verschiedenen Studienfächer gab es dieses Jahr einen studiengangsspezifischen  Abteilungsrundgang. Dadurch wurden die Studierenden mit den für das erste Semester relevanten Fächern und Laboren vertraut gemacht.

Die schulische Vorbildung der Studierenden von 2011 hat sich, in Vergleich mit 2010, nicht erheblich verändert – wohl aber die Mathematiknote!  Der Anteil der Informatiker mit  Mathematik Abschlussnote  von 3,0 oder besser hat sich um 20% erhöht. Außerdem hatten mehr Informatiker Mathematik als erstes Leistungsfach in der Schule gewählt. Das zeigte leider jedoch keinen großen Einfluss auf die Ergebnisse des Einstufungstests. Im Vergleich zum Vorjahr bestanden 2011 viel weniger Informatiker, weniger Elektrotechniker, aber genau so viele Medientechniker wie im Vorjahr diesen Test.
Während die praktische Erfahrung, die die Informatiker vorzuweisen hatten, sich nicht wesentlich geändert hatte, erhöhte sich die Anteil der Elektrotechniker ohne praktische Erfahrung um 30%, bei den Medientechnikern um 20%. Das könnte am doppelten Abiturjahrgang (G8, G9) liegen, da im aktuellen Studienjahrgang viele nach dem Abitur und sofort das Studium begonnen haben. Auf jeden Fall gibt es in diesem Jahr deutlich mehr jüngere Studierende (19 bis  21 Jahre) als im Jahr zuvor.

Das Mathematikvorkurs-Konzept wurde beibehalten. Die Studierenden wurden zunächst im Rahmen einer Vorlesung in ein Thema eingeführt, anschließend haben sie sich in der „Übungsbearbeitung“  nochmal mit dem Thema beschäftigt und anhand von Übungsaufgaben vertieft. Die Bearbeitung der Aufgaben erfolgte selbstständig in wechselnden Zweiergruppen (Pair Working). Am nächsten Tag bekamen die Studierenden ihre korrigierten Lösungsvorschläge zurück und nahmen an der Besprechung der schwierigsten Aufgaben teil. Die  MitarbeiterInnen und studentischen Tutoren wussten nach der  Korrektur genau, auf welche Aufgaben sie in der Besprechung gezielt eingehen mussten. Durch das gemeinsame Lösen der Aufgaben konnte ein besserer Lerneffekt erreicht: werden.  Zum dritten Mal die Materie zu durchdenken hinterlässt Spuren. Die diesjährigen Studierenden aller drei Studiengänge äußerten am Ende, dass der Mathe-Vorkurs zur Auffrischung (50%) und  Vertiefung (25%) ihrer Kenntnisse erfolgreich war.

Diese Aussagen konnten bereits zu Beginn des ersten Semesters durch die  Vorklausur Mathematik 1 bestätigt werden. Wie die nebenstehende Abbildung zeigt, haben sich die Mathematikkenntnisse der Studierenden deutlich verbessert. Über 80% der Studierenden bestanden die Mathe1-Vorklausur!

Die Einführungsveranstaltung beinhaltete aber auch ein Freizeitprogramm. Nachmittags, nach der Vorlesung, gab es Freizeitaktivitäten, die zum Ziel hatten, die Studierenden beim gegenseitigen Kennenlernen zu unterstützen.  Die Erfahrungen haben gezeigt, dass der Einstieg ins Studium leichter  fällt, wenn die Studierenden bereits in einer Gruppe integriert sind.
Die sozialen Kontakte wurden aber auch schon in der Übungsbearbeitung gefordert.  Durch die rotierende Gruppenbildung innerhalb des Mathematikkurses lernten sich Studierende desselben Studienganges schon einmal in kleiner Runde kennen. Bei den Nachmittagsprogrammen hatten sie dann auch die Möglichkeit, Studierende  anderer Studiengängen kennenzulernen.

Das  Organisationsteam ist mit dem Verlauf des Vorkurses sehr zufrieden und bedankt sich ganz herzlich bei allen Beteiligten, vor allen bei den wissenschaftlichen MitarbeiterInnen. Ohne deren motivierende Mitarbeit wäre es  unmöglich, eine solche Veranstaltung erfolgreich durchzuführen
Wir sind sicher, dass die Studierenden viel aus dieser Maßnahme mitnehmen konnten und ihnen der Einstieg in das Studium  erleichtert wurde.

Abb.: Punkteverteilung Einstiegstest und 1. Vorklausur