28. Juni 2012

Abschlusstagung in Hamburg

Vom 31. Mai bis zum 01. Juni 2012 fand in Hamburg die bundesweite Abschlusstagung des BMBF-Projektes USuS statt.

Vertreten waren - neben den USuS-Projekt-Beteiligten - nicht nur Lehrende aus den Fachdisziplinen, sondern auch VertreterInnen aus Hochschuldidaktik und Hochschulpolitik. Es ging hier besonders um die Frage, wie die in UsuS gewonnenen Erkenntnisse in der Praxis Änderungen bewirken können. In diesem Zusammenhang folgten die TagungsteilnehmerInnen mit besonderem Interesse den beiden Keynotes, die sich der Durchlässigkeit von Hochschulen (Prof. Dr. Anke Hanft, Universität Oldenburg) und der Begleitung von Veränderungsprozessen an Hochschulen (Prof. Dr. Ada Pellert, Deutsche Universität für Weiterbildung Berlin) widmeten.

Das Emder Teilprojekt - unter Leitung von Prof. Maria Krüger-Basener - hatte das Thema „Heterogenität als Herausforderung für Lehrende der Informatik“ als Leitfaden seines Panels gewählt und vorgestellt, wie die Unterschiede bei den Studierenden nicht nur didaktisch berücksichtigt, sondern sogar - durch Pair Working- gezielt genutzt werden können. Als Ko-Referentin berichtete Dipl.Ing. Wibke Derboven, die Mitverfasserin einer Abbrecherstudie in den Ingenieur- wissenschaften an der TU Hamburg-Harburg, über Studienverhalten und Abbruchgründe. Es zeigte sich, dass auch Abbrechende keine homogene Gruppe sind und in vielen Fällen nicht an ihren fachlichen Fähigkeiten, sondern an dem Vertrauen in die eigenen fachspezifischen Kompetenzen, an mangelndem Hineinfinden in das Studium und fehlenden beruflichen Vorstellungen scheitern. Hier wurde abgeleitet, dass die Hochschuldidaktik den "Aufforderungscharakter zum Selbstlernen" erhöhen muss.

Besonders beeindruckt zeigte sich das Fachpublikum schließlich von den Äußerungen der Hamburger Senatorin für Wissenschaft und Forschung,     Dr. Dorothee Stapelfeldt. Sie bekundete reges Interesse an den Ergebnissen der USuS-Studie und versprach, Anregungen für ihre Arbeit aufzunehmen.

Wie geht es weiter?

Mit der Abschlusskonferenz ist das Projekt nicht wirklich beendet: Zum einen wird derzeit ein Buch zu den Projektergebnissen vorbereitet, das im Herbst im Bertelsmann Verlag erscheinen wird.

Zum anderen wird bei hochschuldidaktischen und hochschulpolitischen Entscheidungen gerne auf die vorliegenden "belastbaren" Daten aus dem USuS-Projekt zurückgegriffen. USuS-Erkenntnisse lieferten auch Argumentationshilfen für weitere Projektanträge, beispielsweise im Rahmen des inzwischen gestarteten Projekts BEST4HEL und des noch in der Genehmigungsphase befindliche Projekts zur Erhöhung von Studierendenzahlen aus nicht-akademischen Elternhäusern. Hier lassen sich deutliche Synergieeffekte erkennen, auf die das Emder USuS-Team durchaus auch ein wenig stolz ist.

Das Emder Projektteam vor dem Veranstaltungsort an der Universität Hambrug (v.li: Luz Ezcurra, Maria Krüger-Basener, Ina Gößling)