Ergebnisse (Auswahl)

  1. Der Lerneffekt wurde unterschätzt, insbesondere von den Schülern. (Interviews bzw. Klassenarbeiten)
  2. Lehrende (Lehrer) lernten durch Tun. (Beobachtung)
  3. Jungen brauchten für gute Ergebnisse (Klassenarbeiten) die Mädchen in ihren Gruppen (zumindest bei den 11-13-Jährigen). Mädchen erreichten beste Ergebnisse ohne Jungen. (Klassenarbeiten)
  4. Unterschiede im Arbeitsverhalten bei Jungen (trial and error) und Mädchen (systematischer, aber ängstlicher) (Beobachtung)
  5. Zurückhaltende und Schüchterne profitieren von POPBL. (Beobachtung)
  6. Sehr gute Schüler mögen POPBL nicht immer. (Interviews)
  7. Erfahrene Lehrer schätzen POPBL wegen der Abwechslung und können es schneller/besser anwenden. (Interviews, Beobachtung)

Testergebnisse - vor und nach dem naturwissenschaftlichen Unterricht (Chemie/Physik)

POPBL-Gruppe

Kontrollgruppe

Vergleicht man den Wissensstand (überprüft durch Klassenarbeiten) der POPBL-Gruppe mit dem der Kontrollgruppe, dann ist ein deutlicher Wissenszuwachs zu erkennen. Allerdings war nicht in allen Ländern und Schulen ein so großer Unterschied zwischen den Gruppen zu verzeichnen.

(PO)PBL ermöglicht ...

  • situiertes Lernen, da das Wissen (auch) im Anwendungskontext erworben wird
  • konstruktivistisches Lernen: Der Lernprozess ist an den Konzepten des Lerners orientiert und erweitert diese. Der Schwierigkeitsgrad wird dem Lernvermögen entsprechend (in Höhe und Tempo) selbst gesteigert.
  • Zugänge für verschiedene Lerntypen: mit allen Sinnen (experimentieren)
  • aktivierendes Lernen: besseres Tiefenverständnis und Wiederholungen durch Auseinandersetzung in der Gruppe
  • Nutzen der Heterogenität in Wissen, Motivation und Herangehensweise innerhalb der Gruppe
  • Motivierung: Wecken zusätzlicher Reserven durch spannende Fragestellung
  • Wissensvernetzung: gruppenübergreifende Präsentationen

Grenzen von (PO)PBL

  • Nicht jeder lernt alle Inhalte (bei POPBL kommt es häufig zur Spezialisierung der Gruppenmitglieder, weshalb PBL besser geeignet ist)
  • (PO)PBL ist zeitaufwendig: weniger Stoff und vielleicht weniger Fakten werden gelernt (eher „Tiefenbohrungen“ n. Wagenschein)
  • POPBL ist personalintensiv: höhere Kosten
  • Nicht jeder mag Projektorientierung: Gute Lerner und Studierende mit Praxisvorbildung fühlen sich „zu langsam“ bzw. zu wenig strukturiert.
  • Es gibt Anfangsfrustationen: Es klappt nicht alles; Rollenerwartungen der Lerner werden zunächst nicht erfüllt
  • Ein enger Zusammenhang zum Lerngebiet muss immer hergestellt werden (können)
  • Lerner merkt nicht das Lernen (tacid learning): schlechte Evaluation ...
  • Lehrender muss flexibler sein: Es ist unklar, welche Fragen wann auftreten.
  • Lehrender muss Kontrolle abgeben, was vielen Lehrenden schwerfällt.
  • Lehrender muss auch die Prozesse des Wissenserwerbs beobachten und steuern: für Hochschullehrende unüblich

Konsequenzen für PBL/POPBL-Einsatz

  • Es müssen Themen gewählt werden, die sowohl motivierend als auch im Zeitrahmen bearbeitbar sind, und klar definierte Ziele festgelegt werden
  • Es werden Lehrende benötigt, die eine erweiterte Rolle wahrnehmen wollen (auch als Unterstützer für die Gruppen, als Berater etc.)
  • Der Umgang mit üblichen Frustrationen muss eingeübt werden (besonders in ersten POPBL-Phasen, auch bei Lernern)

Damit (PO)PBL funktioniert muss es gezielt eingesetzt, die notwendigen Ressourcen bereitgestellt und die Lehrenden vorbereitet werden.

(PO)PBL ist ein wichtiger Baustein für die Lehre, da es motivierend und praxisnah ist. Daher wird sein Einsatz in technisch-naturwissenschaftlichen Fächern unbedingt empfohlen.