Wirkung von POPBL in unterschiedlichen Ländern

POPBL erlaubt nicht nur Schülern ihren individuellen Weg zur Wissenschaft zu finden (Enkulturation, was hier das allmähliche Erlernen der neuen Regeln in der wissenschaftlichen Welt beschreibt), sondern kann auch in verschiedenen Ländern mit ihren unterschiedlichen (Lern-)Kulturen angewandt werden. Es sollte demnach in allen kulturellen Umgebungen effektiv sein. POPBL sollte demnach in allen kulturellen Umgebungen erfolgreich eingesetzt werden können. Für den Einsatz dieser Lernmethode in unterschiedlichen Ländern, die am Projekt beteiligt waren, wurden dennoch landeskulturelle Unterschiede erwartet:

  • Die Distanz zwischen POPBL und dem eigentlichen „traditionellen“ Lehrstil des jeweiligen Landes könnte so groß sein, dass in einigen Ländern POPBL zu fremd ist und man nicht fähig oder bereit ist, diesen Lehr- und Lernstil einzusetzen.
  • In einem der beteiligten Länder ist das Interesse und der Erfolg in naturwissenschaftlichen Fächern bereits sehr hoch. Die Einführung der neuen Lehrmethode kann deshalb kaum noch größere Verbesserungen erbringen. (Ceiling-Effekt: Ein Land wie Finnland mit offensichtlich exzellenten Erfolgen in der Naturwissenschaftslehre wird vielleicht nicht viel davon profitieren, die Lehrmethoden nach POPBL umzustellen)
  • Auch die Erhöhung des Interesses und der Beteiligung speziell der Mädchen hinsichtlich der Naturwissenschaften kann in den verschiedenen Ländern unterschiedlich ausfallen: Dort, wo Mädchen bereits stark an naturwissenschaftlichen Fächern interessiert sind, werden sie womöglich keinen großen Vorteil mitnehmen, wenn ihre Lernmethode auf POPBL umgestellt wird (Ceiling-Effekt).

Alle anderen kulturellen Faktoren sollten keinen Einfluss auf den Ausgang des Lernprozesses haben - wegen des durch POPBL ermöglichten individuellen Zugangs, der auch die Spezifika der einzelnen Kulturen berücksichtigen kann.