Ausgangslage

Zum Entstehungszeitpunktes des Projektes MentorING (2009/2010) wies auch die Hochschule Emden/Leer in ihren elektrotechnischen und medientechnischen sowie in ihren Informatik-Studiengängen – wie in allen Ingenieurstudiengängen üblich – eine hohe Abbruchquote bzw. Schwundquote auf. Gründe hierfür waren u.a.

  • Studiengebühren (bis 2014)
  • mangelndes Interesse an den aufwändigen Ingenieurstudiengängen
  • die "Randlage" der Hochschule ohne Universität in der näheren Umgebung, von der aus ansonsten Studierende zur praxisorientierteren Fachhochschule wechseln würden
  • die damals gerade erfolgte Umstellung auf die straff durchgeführten Bachelor-Studiengänge mit ihren frühen und strengen Prüfungsgestaltung

Im Bachelor-Studium selbst blieb und bleibt kaum noch Zeit, sich zu orientieren.

Vorhandene Angebote...

Die technischen Studiengänge in Emden hatten zu diesem Zeitpunkt schon Maßnahmen ergriffen wie

  • Verbessern der Vorkenntnisse durch Mathematik-Kurse vor Studienbeginn
  • semesterbegleitendes Unterstützen durch klassische Fachtutorien, die in den kritischen Fächern wie Mathematik, Programmieren u. ä. „automatisch“ und zusätzlich zu Vorlesungen und Übungen angeboten wurden und die regelmäßig eher von den guten Studierenden angenommen wurden
  • Einführen der Studierenden in das Studienleben durch sog. Erstsemesterpaten, die die Hochschule und ihre Funktionsweise erklärten

...erreichten nicht alle diejenigen, die sie dringend brauchen

Eigene Beobachtungen und Berichte – auch anderer Hochschulen – zeigten, dass sich leistungsschwächere Studierende gar nicht oder zu spät darum kümmerten, ihre Leistungsdefizite abzubauen und ins effiziente Studieren zu kommen. So schieden zu viele schon in den ersten Semestern des Ingenieurstudiums aus.

Diese angebotsorientierte Behebung der Defizite durch die oben aufgeführten Maßnahmen alleine schien nicht zu funktionieren. Deshalb wurde die Initiative der NORDMETALL-Stiftung und der Stiftung der Metallindustrie im Nordwesten gerne aufgegriffen und gemeinsam ein Konzept entwickelt, das die bereits vorhandenen und bewährten Instrumente stärker personalisiert-bedarfsorientiert einsetzen sollte.

Für die Entwicklung und Erprobung dieser neuen Maßnahmen wurde die Lehreinheit Elektrotechnik und Informatik des Fachbereichs Technik ausgewählt – mit den dort vertretenen Bachelor-Ingenieur-Studiengängen Elektrotechnik und Medientechnik sowie dem Studiengang Informatik. In den drei Projektjahren nahmen in jedem dieser Studiengänge zwischen 45 und 65 Studierende pro Jahr ihr Studium auf, jeweils zu Beginn des Wintersemesters (Jahrgänge 2010, 2011, 2012, 2013).

Bereits angebotene Standard-Tutorien erreichten nicht die leistungsschwächeren Studenten. Dies sollte mit MentorING durch personalisiert-bedarfsorientierte Instrumente behoben und der Effekt durch eine Wirkungsanalyse gemessen werden.