Einnahmen Überschuss Rechnung

Anstelle der Führung von Büchern und dem Aufstellen von Abschlüssen hat der deutsche Gesetzgeber für einen bestimmten Personenkreis die Einnahmen-Überschuss-Rechnung nach § 4 Abs. 3 EStG als vereinfachte Gewinnermittlungs­methode zugelassen.

Zu dem berechtigten Personenkreis zählen Freiberufler nach § 18 EStG, nicht buchführungspflichtige Gewerbetreibende nach § 15 EStG und Land- und Forstwirte nach § 13 EStG. Sollte ein Mitglied dieses Personenkreises freiwillig Bücher führen und Bilanzen erstellen, fällt es nicht unter den § 4 Abs. 3 EStG.

Im Rahmen der Einnahmen-Überschuss-Rechnung werden die Betriebseinnahmen und die Betriebsausgaben gegenübergestellt, wobei hierbei im Vorhinein zu klären ist, welche Einnahmen als Betriebseinnahmen und welche Ausgaben aus Betriebsausgaben zu erfassen sind.

Die Grundformel für die Gewinnermittlung lautet wie folgt.

Darüber hinaus ist das Zu- und Abflussprinzip nach § 11 EStG zu beachten, d. h. es sind alle Einnahmen und Ausgaben zu berücksichtigen, die in das entsprechende Wirtschaftsjahr fallen.

Anders als bei der bilanziellen Gewinnermittlung, bei der die Umsatzsteuer ein durchlaufender Posten ist, ist diese bei der vereinfachten Gewinnermittlung nach § 4 Abs. 3 EStG wie eine Betriebseinnahme zu behandeln. Die an das Finanzamt abgeführte Umsatzsteuer gilt dem entsprechend als Betriebsausgabe.

Außerdem werden bei der Einnahmen-Überschuss-Rechnung keine Forderungen und Verbindlichkeiten erfasst, was dafür sorgt, dass keine Wertberichtigungen für Forderungen erforderlich sind. Darlehen werden jedoch gesondert festgehalten und Zinsen auf Darlehen gelten im Zahlungszeitpunkt als Betriebsausgabe.

Zudem erfolgt keine Bilanzierung von Vorräten und der Wareneinsatz (Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe) wird direkt bei Zahlung als Betriebsausgabe erfasst. Zu den Betriebsausgaben gehören auch Abschreibungen.

Für Wirtschaftsjahre, die nach dem 31.12.2010 beginnen, muss die Anlage EÜR (Einnahmen-Überschuss-Rechnung) zur Steuerbemessung elektronisch an das Finanzamt übermittelt werden.

Verfasser:Marika Baumann

 

Quelle:

Vgl. Stobbe, Thomas (2014): Steuern kompakt, 13. Auflage, Verlag Wissenschaft & Praxis, S. 145 ff.