Bereichscontrolling

1. Einleitung

Die aktuelle Wirtschaft ist einem immer stärker werdenden Kostendruck ausgesetzt. Durch Globalisierung, erhöhte Kundenansprüche und zunehmender Konkurrenz müssen immer wieder neue Maßnahmen durchgeführt werden, um die langfristige Existenz gewährleisten zu können. Eine der wichtigsten Aufgaben ist es somit, ein ausgiebiges Controlling zu nutzen, sodass dauerhaft ein Kostenüberblick besteht und rechtzeitig reagiert werden kann. So führen Unternehmen oftmals ein Bereichscontrolling ein, um jeden Bereich abzudecken. Um zu verstehen, was genau unter Bereichscontrolling zu verstehen ist, muss dieser Begriff zunächst definiert werden.

2. Definition

Der Begriff Bereichscontrolling besteht aus dem typischen Controlling und dem Bereichscontrolling, so wird zunächst das Controlling und dann das Bereichscontrolling definiert.

2.1 Definition Controlling

Controlling ist eine spezielle Führungs- oder Managementfunktion, die von unterschiedlichen Aufgabenträgern – unter anderem auch von Controllern – vollzogen wird.[1]

Im Allgemeinen kommt der Begriff „Controlling“ von dem englischen Verb „to control“ und hierunter versteht man, etwas zu steuern. Demensprechend bedeutet Controlling im weitesten Sinne, etwas zu steuern.[2]

2.2 Definition Bereichscontrolling

Bereichscontrolling beschreibt dezentrale Controlling-Stellen. Die Bereiche unterstützen das dezentrale Management in seinen spezifischen Führungsaufgaben. So gibt es verschiedene Bereiche, wie z.B. das F&E-Controlling oder das Produktionscontrolling. Den Bereichen werden spezifische Instrumente und Prozesse angepasst. Beim Bereichscontrolling darf die Gesamtunternehmensperspektive natürlich nicht aus den Augen verloren werden.[3]

3. Aufgaben des Bereichcontrollings

Die wichtigsten Aufgaben des Bereichscontrollings liegen darin, die immer wieder auftretenden Interdependenzen und Koordinationsprobleme durch die Entwicklung verschiedener Führungsteilsysteme zu beheben. Dieses Aufgabenfeld entsteht durch die Organisation, Planung, Kontrolle und die Existenz von bereichsspezifischen Anreizsystemen.[4] Das Bereichscontrolling kann durch Informationen oder Daten aus den einzelnen Bereichen, das Management unterstützen.[5] Infolgedessen können Informationslücken geschlossen werden und eine bessere Zusammenarbeit wird gewährleistet. Das Controlling führt die Aufgaben einzeln für jeden Bereich durch, wobei hier der Vorteil darin besteht, dass Defizite in einzelnen Controlling Sparten nicht durch positive Ergebnisse aus anderen ausgeglichen werden können. Einzelne Probleme kommen so besser zum Vorschein und das Management kann nötige Maßnahmen gezielter durchführen.

Zusammenfassend werden standardisierte Aufgaben des Controllings grundsätzlich in jeder Sparte durchgeführt, allerdings haben diese unterschiedliche Aussagekraft in den Bereichen. Eine der weiteren wichtigen Aufgaben ist es, die Führungsteilsysteme in die Führung der Gesamtorganisation einzubinden. Dadurch entstehen Beziehungen zum Controlling, sodass die Führungsteilsysteme mit den Systemen des gesamten Unternehmens verknüpft werden. Infolgedessen ist eine weitere Aufgabe des Bereichscontrollings, die Kooperation zwischen den Teilsystemen zu gewährleisten. Es wird eine Schnittstellenfunktion ausgeübt.[6]

4. Sparten des Bereichcontrollings

Abbildung 1: Teilbereiche des Bereichscontrollings[7]

Oftmals wird der Tätigkeitsbereich im Controlling als einzelne Aufgabe verstanden, doch eigentlich ist diese eine vielschichtige Tätigkeit. So gibt es viele verschiedene Teilbereiche, welche in folgender Abbildung visualisiert sind.


Im Folgenden werden die Aufgaben und Ziele der wichtigsten Teilbereiche erläutert. 

4.1 Einkaufs- und Beschaffungscontrolling

„Das Beschaffungscontrolling ist als führungsunterstützendes funktionales und institutionelles Subsystem der Unternehmensführung zu definieren, das zur erfolgsorientierten rationalen Sicherung der Koordinationsfähigkeit der Beschaffungsführung die Aufgaben des Beschaffungs- Planungs- und Kontroll-Service sowie der Beschaffungs- Informationsversorgung wahrnimmt.“[8]

Der heutzutage immer stärker werdende Konkurrenzkampf zwischen den Unternehmen, führt immer wieder zu Koordinationsproblemen.[9] Auch im Beschaffungscontrolling werden Einkaufspreise zu einem sehr wichtigen Element, denn diese bilden einen wichtigen Baustein für die Herstellungskosten eines Produktes (z.B. Autoproduktion). Schließlich hat die Beschaffung einen maßgeblichen Einfluss auf den Gewinn des Unternehmens, sodass die Planung, Steuerung und Kontrolle dieser Kosten darauf auslegt werden muss, dass der Gewinn maximiert werden kann. [10] Des Weiteren hat das Beschaffungscontrolling jederzeit Informationen bereitzustellen, um eine Festlegung der optimalen Beschaffungstiefe zu gewährleisten. Hierbei werden unter anderem auch interne Daten aus Produktion und Beschaffung herangezogen. Allerdings bilden nicht nur diese Informationen das Grundgerüst für eine optimale Beschaffung. So besteht im Beschaffungscontrolling eine weitere Aufgabe darin, dass Bewertungskriterien festgelegt werden, anhand derer entschieden wird, welche Produkte bezogen werden und von welchem Lieferanten. Wichtige Auswahlkriterien sind z.B. Qualität und Kosten, aber auch Eigenschaften von Lieferanten spielen hierbei eine wichtige Rolle. Um diese Auswahl zu vereinfachen wird oftmals eine ABC-Analyse herangezogen. [11]

In Zukunft wird das Beschaffungscontrolling im Unternehmen eine immer größer werdende Rolle spielen, denn es lässt sich vermuten, dass der Anteil der Kosten für die Beschaffung am Gesamtprodukt weiterhin steigen wird.

4.2 Personalcontrolling

Abbildung 2: Elemente des Personalcontrollings[12]

Das strategische und operative Personalcontrolling ist ein weiteres Segment des Bereichscontrollings, welches der zielgerichteten Beeinflussung der Kennzahlen im Personalmanagement dient. Es stellt für diese Personalkennzahlen notwendige personalbezogene Informationen, sowie Steuerungs- und Controllinginstrumente zur Verfügung und ermöglicht damit unter operativen und unternehmensstrategischen Gesichtspunkten eine zielgerechte Personalplanung und einen optimierten Personaleinsatz.[13]

Wie anhand der Definition bereits deutlich wurde, umfasst das Personalcontrolling die Sicherstellung eines rationalen Personalmanagements. Durch den immer höher werdenden Kostendruck in der Zeit der Globalisierung spielen neben den Beschaffungskosten auch die Personalkosten einen großen Anteil am Unternehmenserfolg. Unterschieden wird hierbei allerdings zwischen explizitem und implizitem Personalcontrolling. Wobei unter ersteres die institutionalisierten Controllingaufgaben fallen und unter letzteres die Führungsaufgaben, welche eine personalsteuernde Wirkung haben.[14] Durch die steigenden Personalkosten ist eine weitere wichtige Aufgabe des Personalcontrollings, die Kosten für das Personal transparent zu machen.[15] Hierbei steht ebenfalls die Effizienz der Arbeitskräfte im Fokus, aber auch die langfristige Personalentwicklung muss berücksichtigt werden.

Die einzelnen Tätigkeitsfelder lassen sich in faktororientierte und prozessorientierte Elemente unterteilen. Wie oben bereits genannt, fällt hierunter ebenfalls das Personalbeitragscontrolling und das Effizienzcontrolling. Im Folgenden werden die einzelnen Teilbereiche des Personalcontrollings gezeigt.

4.3 Finanzcontrolling

Finanzcontrolling verfolgt das Ziel, den maximal möglichen Rationalitätsgrad zu erreichen, indem es gewährleistet, dass die verfügbaren (Finanz-)mittel und die anzustrebenden Unternehmensziele rational, also effektiv und effizient, verbunden werden.[16]

Es werden im Finanzcontrolling Maßnahmen getroffen, die dafür sorgen, dass liquide Mittel effizient eingesetzt werden, sodass eine hohe Rendite entsteht. Des Weiteren muss eine dauerhafte Liquiditätssicherung gewährleistet werden, um langfristig agieren zu können. Diese Tätigkeit erfolgt in 3 Phasen: Finanz-Planungs-Phase, Realisationsphase sowie Finanz-Kontroll-Phase. Zunächst wird damit begonnen eine Finanzplanung für einen bestimmten Zeitraum zu erstellen. Nach der Planung wird dann innerhalb des Unternehmens versucht diese umzusetzen. Hierbei kommt es oftmals zu Anpassungen, denn es sind nicht alle finanziellen Aufwendungen vorhersehbar. Nach der Realisationsphase wird kontrolliert, ob und in welchem Umfang die Planung umgesetzt wurde. Anhand dieser Phasen lassen sich außerdem verschiedene Einzelaufgaben ableiten. So muss die strukturelle- und die laufende Liquiditätssicherung, die Liquiditätsreserve, die Informationsversorgung, die Planung und Kontrolle, die Gestaltung des Finanzcontrollings – Systems, sowie die betriebswirtschaftliche Beratung gesichert werden.[17]

Das Finanzcontrolling, welches unter anderem für eine langfristige Aktivität auf dem Markt steht, ist entscheidend für eine dauerhafte Liquidität des Unternehmens. Infolgedessen sollte dieses Instrument eine wichtige Rolle im Controlling spielen.

5. Zusammenfassung

Die Globalisierung und die damit verbundenen Konsequenzen werden in der Zukunft immer größere Herausforderungen in der Unternehmensführung bewirken. Um diese Herausforderungen bewältigen zu können, ist ein Einführen eines Bereichscontrollings im Unternehmen eine gute Möglichkeit. Durch das Bereichscontrolling wird ein übergeordneter Bereich geschaffen, der es ermöglicht in jedem Segment ein konsequentes Controlling durchzuführen und so einen Überblick zu behalten. Es besteht zwar die Möglichkeit, dass immer wieder Berechnungen doppelt durchgeführt werden, allerdings werden dadurch Verknüpfungen sichtbar. Die wichtigste Aufgabe des Bereichscontrollings besteht allerdings darin, eine Koordination zwischen den Führungsteilsystemen zu schaffen. Das Bereichscontrolling erfüllt hier die klassische Schnittstellenfunktion zwischen den einzelnen Sparten.[18]

6. Quellenverzeichnis

[1] Vgl. Weber/Schäffler (2014), S.2

[2] Vgl. www.controlingportal.de

[3] Vgl. www.staufenbiel.de

[4] Vgl. Küpper, Hans-Ulrich (2005), S.433

[5] www.controllingportal.de

[6] Vgl. Küpper, Hans-Ulrich (2005), S.434

[7] Eigene Darstellung in Anlehnung an Utz Schäffler/Jürgen Weber (2005), S.V 

[8] Vgl. Reinschmidt, J. (1988) S.87-88

[9] Vgl. Utz Schäffer / Jürgen Weber (2005), S.4

[10] Vgl. Utz Schäffer / Jürgen Weber (2005), S.5

[11] Vgl. Joechen Piontek (2016), S.150

[12] eigene Darstellung in Anlehnung an Utz Schäffer / Jürgen Weber (2005), S.238

[13] www.perwiss.de

[14] Schäffer/Weber (2002), S.92-97

[15] www.dgfp.de

[16] Vgl. Utz Schäffer / Jürgen Weber (2005), S.281

[17] Vgl. Hahn, Dietger (1991), S.29-31

[18] Küpper, Hans-Ulrich (2005), S.434

7. Literaturverzeichnis

Jürgen Weber/Utz Schäffler (2014): Einführung in das Controlling, 14.Auflage, Schäffer/Poeschel, Stuttgart

Küpper, Hans-Ulrich (2005): Controlling, Konzeption, Aufgaben und Instrumente, 1.Auflage, Schäffer/Poeschel, Stuttgart

Reinschmidt, Jörg (1988): Beschaffungs-Controlling mit Kennzahlensystemen, Bergisch Gladbach

Joechen Piontek (2016):Beschaffungscontrolling, 5.Auflage, De Gruyter Oldenbourg

Utz Schäffer / Jürgen Weber (2005): Bereichscontrolling, Funktionsspezifische Anwendungsfelder, Methoden und Instrumente, Schäffer/Poeschel, Stuttgart

Utz Schäffer/ Jürgen Weber (2002): Thesen zum Controlling. In Weber,J./ Hirsch,B. (Hrsg.),(2002): Controlling als akademische Disziplin, Eine Bestandsaufnahme, Wiesbaden

Hahn, Dietger (1991): Planungs- und Kotrollrechnung- PuK, 3. Auflage, Wiesbaden

8. Links

www.controllingportal.de/Fachinfo/Grundlagen/Was-ist-Controlling.html Zugriff: 15.01.2017, 11:45 Uhr.

https://www.staufenbiel.de/wirtschaftswissenschaftler/dossier-controlling/glossar/bereichscontrolling.html, Zugriff: 15.01.2017, 12:15 Uhr

www.controllingportal.de/Fachinfo/Funktional/Personal-Controlling.html, Zugriff: 15.01.2017, 12:45 Uhr

www.perwiss.de/themen/personalcontrolling/, Zugriff: 20.1.2017, 13:00 Uhr

www.dgfp.de/aktuelles/dgfp-news/personalcontrolling-status-quo-und-perspektiven-3675, Zugriff: 20.01.2017, 13:30 Uhr