Studienbedingungen optimieren

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Langzeitprojekt BEST4HEL soll Studienbedingungen systematisch optimieren

Die Studienbedingungen an der Hochschule Emden/Leer sollen im Rahmen eines Forschungsprojektes in den nächsten fünf Jahren weiter verbessert werden. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat hierfür mehr als 3,9 Mio. Euro bereitgestellt.

Anfang Oktober 2011 haben elf neue Mitarbeiter damit begonnen, in fast allen Fachbereichen neue Förderaktivitäten umzusetzen. Wer erstmalig den Namen des Projektes hört, dürfte ins Stutzen geraten: „BEST4HEL“ hat jedoch nichts damit zu tun, die Besten auf die Hölle vorzubereiten, sondern eher das genaue Gegenteil zu bewirken. Wer genau hinsieht, stellt unweigerlich fest, dass der Hölle ein L fehlt. Das Akronym steht für Bessere Studienbedingungen und Qualität in der Lehre für die Hochschule Emden/Leer, was letztlich bedeutet, dass die Studierenden durch eine noch bessere Hochschulausbildung noch besser auf das Berufsleben vorbereitet werden sollen. „Wir kämpfen in den technischen Studiengängen mit hohen Abbruchquoten“, sagt Prof. Dr. Dirk Rabe von der Abteilung Elektrotechnik und Informatik. „Aber das ist kein Problem der Hochschule Emden/Leer allein, sondern ein Phänomen in technischen Studiengängen an allen deutschen Hochschulen.“ Ohne profunde Kenntnisse der Mathematik läuft in technischen Studiengängen nichts. „Zwischen den von den Studierenden mitgebrachten Kenntnissen und dem, was die Hochschulen an Anforderungen stellen, klafft jedoch eine derart große Lücke, dass viele Studierende frustriert aufgeben“, erklärt Prof. Maria Krüger-Basener, ebenfalls von der Abteilung Elektrotechnik und Informatik.

Und auch eine andere Gruppe von Studierenden hat mit den theoretischen Grundlagen zu kämpfen: die Meister, die ohne Abitur im Zuge der Offenen Hochschule technische Studiengänge belegen dürfen. Sie haben zwar ein Pfund im Gepäck, mit dem sie durchaus wuchern können: ihre gesamte Praxiserfahrung. „Wir nutzen dieses wertvolle Wissen der Praktiker als Hochschule leider noch viel zu wenig“, sagt Prof. Krüger-Basener. Andererseits empfänden viele gestandene Meister die Hürden zum Beispiel in Sachen Mathematik als sehr hoch. Auch an dieser Stelle soll das Projekt Konzepte entwickeln, die es den Meistern erleichtern, diese Hürde zu nehmen.

BEST4HEL ist jedoch keineswegs auf den Fachbereich Technik mit seinen 1990 Studierenden beschränkt, sondern betrifft auch die Fachbereiche Wirtschaft mit 890, den Fachbereich Soziale Arbeit und Gesundheit mit 990 und den in Leer angesiedelten Fachbereich Seefahrt mit 400 Studierenden. Während der Fachbereich Wirtschaft vor einem ähnlichen Mathematik-Verständnisproblem der Studierenden steht wie die Techniker, setzt der Fachbereich Soziale Arbeit und Gesundheit eigene inhaltliche Schwerpunkte. „Im Zuge der Formulierung des Förderantrags haben alle Fachbereiche und Abteilungen die Schwach stellen identifiziert und eigene Lösungswege aufgezeigt“, erklärt Prof. Dr. Rabe. Ein hoher Handlungsbedarf wurde bei den Studiengängen Energieeffizienz, Informatik, Medieninformatik, Medientechnik, Chemietechnik/Umwelttechnik sowie Photonik erkannt. Das bedeutet jedoch nicht, dass die Studierenden anderer Fächer nicht gefördert werden, die Studienbedingungen sollen hochschulweit optimiert werden.