Chitosan zur Bodenverbesserung

Untersuchungenzur Herstellung von verschiedenen Chitin- und Chitosan-Qualitäten und -Derivaten sowie Entwicklung von Produkten mit Chitosan

Auf landwirtschaftlichen Flächen, auf denen bislang Nahrungsmittel produziert wurden, werden in der Zukunft in immer größerem Umfang nachwachsende Rohstoffe (NaWaRo) für stoffliche und energetische Verwertungen angebaut. Hierdurch werden die Böden, die durch die intensive Bewirtschaftung in ihrer natürlichen Funktion schon gestört sind, durch veränderte Anbaupraxis und -Intensität weiterhin stark degradieren.
Wesentliche Funktionen wie Wasserhaltefähigkeit, Strukturstabilität und Nährstoff-gehalt nehmen drastisch ab. Besonders der intensive Anbau von Energiepflanzen und dazu die sich ändernden klimatischen Bedingungen mit Extrem-Wetterlagen (Trockenperioden mit anschließenden Starkregenfällen) sind in dieser Hinsicht sehr kritisch zu beurteilen. Dies kann bereits in wenigen Jahren zu ökologisch und ökonomisch spürbaren Konsequenzen führen.

Besonders sandhaltige Böden - wie in den niedersächsischen Geest-Gebieten - werden betroffen sein. Das Vorhaben zielt auf die Entwicklung und Erprobung einer nachhaltig wirkenden Kombination aus natürlichen Substraten (bestehend aus Kompost-Produkten verschiedener Rottegrade und Chitin- bzw. Chitosan-Beimengungen) ab, die einerseits den Verlust der o.g. Funktionen verhindert und andererseits eine hohe Effizienz aufweist, um ökonomisch einsetzbar zu sein. In Deutschland werden ebenfalls große Gebiete in Mecklenburg und Brandenburg von den oben erwähnten Veränderungen betroffen sein. Durch die erhöhte Nachfrage nach Chitin- und Chitosan könnte für die Fischerei-Industrie die Weiter-verarbeitung ihrer Produkte (Granat aus der Nordsee) und die Aufarbeitung der Abfälle in Niedersachsen wieder interessant werden und den ökologisch unsinnigen Transport nach Marokko zur Weiterverarbeitung überflüssig machen.

Das Projekt steht im Kontext zu aktuellen nationalen und internationalen Aktivitäten, unter anderem - zur ‚Thematic Strategy for Soil Protection’ der EU, verabschiedet am 22. 09. 2006 - zur Schwerpunktsetzung der Kommission Bodenschutz des Umweltbundesamtes zum Thema "Nachwachsende Rohstoffe und Bodenqualität" mit einer Veranstaltung am 05. 12. 2006 - zu den Programmen KLIMZUG und klimazwei,  bei denen es um die Auswirkungen des Klimawandels und der Folgenabschätzung geht. Weiterhin ist das Projekt im Kontext der Verpflichtungen (cross-compliance) der Landwirtschaft zu sehen, die Humusreserven des Bodens nicht durch Biomasse- und Nährstoffexport zu gefährden (Max. Ausbringung N: 170 kg/ha im Jahr; durchschnittliche Abnahme Humus-C < 75 kg/a Zitat aus Broschüre Cross Compliance 2007) Nachhaltigkeit und Umwelt. Die natürlichen Bodenfunktionen sowie die ursprüngliche Biodiversität werden gefördert. Der Schutz vor Bodenerosion durch Wind und Wasser, Erhalt der Bodenfruchtbarkeit, Erhalt der Fähigkeit, Wasser aufzunehmen, zu filtern und zu speichern sollen unterstützt werden. Sowohl Chitin/Chitosan als auch Kompost sind veredelte Abfall-Stoffe und entsprechen daher dem Gebot der Nachhaltigkeit. Neben den ökologischen Aspekten sollen auch ökonomische Gesichtspunkte berücksichtigt werden.

Projektdaten

Laufzeit: 01.06.2008 - 31.05.2010

Partner: [k]nord

Förderung durch: EFRE, Land Niedersachsen

Kontakt bei EUTEC: Prof. Dr. Eike Siefert, Dr. Wolfgang Lindenthal