SchussenAktivplus

Übergeordnetes Ziel des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen des Förderprogams „Risikomanagement von neuen Schadstoffen und Krankheitserregern im Wasserkreislauf“ (RiSKWa) finanzierten Kooperationsprojektes „SchussenAktivplus“ ist es, die Wasserqualität des Bodenseezuflusses Schussen durch weitergehende Behandlung von Kläranlagenabläufen und Mischwasser aus Regenüberlaufbecken nachhaltig zu verbessern (http://schussenaktivplus.de).

In diesem Zusammenhang untersucht das zunächst am Institut für Ingenieurbiologie und Biotechnologie des Abwassers (Karlsruher Instituts für Technologie) und seit 4/2015 an der Hochschule Emden/Leer angesiedelte Teilprojekt „Antibiotika-Resistenz von pathogenen Keimen“ basierend auf mikro- und molekularbiologischen Methoden die Resistenzsituation in fäkal belasteten Oberflächengewässern und bewertet verschiedene Abwasserreinigungstechnologien (u.a. Ozonung mit nachgeschalteter Sand- und/oder Aktivkohlefiltration, Zudosierung pulverisierter Aktivkohle, Leitung von Mischwasser über Retentionsbodenfilter) bezüglich ihrer Eliminationsleistung von fakultativ pathogenen und Antibiotika-resistenten Keimen. Die Verbreitung von Antibiotika-Resistenzen, die von der WHO 2014 als eine der größten Bedrohungen für die menschliche Gesundheit des 21. Jahrhunderts bezeichnet wurde, führt dazu, dass Antibiotika zunehmend ihre Wirksamkeit verlieren und in der Konsequenz nicht mehr für die Behandlung bakterieller Infektionen zur Verfügung stehen.

Während die Resistenzsituation in der Humanmedizin gut untersucht und permanent überwacht wird, ist wenig über die Verbreitung von Antibiotika-resistenten Bakterien und Antibiotika-Resistenzgenen im aquatischen Ökosystem bekannt. Über Abschwemmungen von mit Gülle gedüngten Feldern und die Einleitung von gereinigtem Abwasser werden Oberflächengewässer chronisch mit Antibiotika und Antibiotika-resistenten Keimen belastet, woraus ein potentielles Gesundheitsrisiko resultiert, das derzeit nicht abgeschätzt werden kann.

Bisherige Ergebnisse, wie beispielsweise der Nachweis, dass sogar geringste Konzentrationen von Antibiotika-Abbauprodukten, wie sie praktisch ubiquitär in aquatischen Ökosystemen gemessen werden,  Resistenzen gegen mehrere Antibiotika-Klassen induzieren können, zeigen die Brisanz der Thematik und verdeutlichen wie wichtig es ist, sich mit der Resistenzsituation in der aquatischen Umwelt auseinanderzusetzen, wenn wir auch in Zukunft auf Antibiotika als wirksame Medikamente zurückgreifen wollen.

Publikationen

Identifizierung von Staphylokokken

Schussen bei Oberbaumgarten

Projektdaten

Laufzeit: 01/2012 bis 03/2016

Förderung durch: BMBF Bundesministerium für Forschung und Bildung 

Bearbeiter des Projektes:
Dr. Stefanie Heß