Richtlinien: Freistellung von der Lehre

1. Forschungssemester 

Nach § 24 Abs. 3, Satz 1 NHG besteht die Möglichkeit für ein Semester ganz oder teilweise von der Lehre freigestellt zu werden. Dies kann nach acht Semestern Lehrtätigkeit geschehen und ist an Voraussetzungen gebunden.

2. Anträge

Antragsberechtigt sind die Professorinnen und Professoren der Hochschule zur Wahrnehmung von Forschungs- und Entwicklungsaufgaben.

2.1 Zeitliche Randbedingungen:

Forschungssemester nach § 24 Abs. 3, Satz 1 NHG können über den Fachbereich beantragt werden. Das Forschungssemester kann in der Regel erstmals nach acht Semestern ununterbrochener Lehrtätigkeit beantragt werden. Eine Wiederholung ist jeweils frühestens nach weiteren acht Semestern Lehrtätigkeit möglich.

2.2 Mitwirken des Fachbereichs:

Die Lehre am betreffenden Fachbereich muss sichergestellt sein. Das Forschungssemester kann nur gewährt werden, wenn die ordnungsgemäße Vertretung der Fächer in der Lehre gewährleistet ist und die Kosten für Lehrbeauftragte gedeckt sind. Dies ist durch die Fachbereichsleitung schriftlich zu erklären und durch einen Beschluss des Fachbereichrates zu bestätigen. 

2.3 Antragsweg:

Anträge sind über den Fachbereich an die Hochschulleitung zu richten. Die Forschungskommission begutachtet die Anträge und gibt eine Empfehlung an die Hochschulleitung zur Entscheidung. 

2.4 Antragsform:

Anträge sind dem Netz zu entnehmen und per Hauspost zu stellen.
Die Beschreibung des Vorhabens soll enthalten: 

  1. Thema, Fragestellung und Zielsetzung 
  2. Einordnung in den Stand der Forschung 
  3. Bereits geleistete Vorarbeiten und Veröffentlichungen 
  4. Zeitplan für die Bearbeitung

3. Berichte 
Mit der Antragstellung übernimmt die Antragstellerin/der Antragsteller die Verpflichtung, über den Verlauf und die Ergebnisse des Forschungssemesters einen Bericht zu erstellen. Der Bericht ist nach Ablauf des Forschungssemesters unaufgefordert - spätestens nach drei Monaten - an die Hochschulleitung zu senden.

3.1 Der Bericht enthält folgende Teile: 

  1. Eine Zusammenfassung des Vorhabens, der Vorgehensweise und der wesentlichen Ergebnisse im Forschungssemester. 
  2. Einen ausführlichen Bericht zur Beschreibung des Vorhabens im Forschungssemester (Ausgangslage, Vorgehensweise, Ergebnisse, Würdigung, Ausblick). 
  3. Kopien der Belegexemplare evtl. Veröffentlichungen, die im Zusammenhang mit dem Forschungssemester stehen. Wird das Vorhaben im Forschungssemester aus bewilligten Mitteln der Hochschule finanziert oder teilfinanziert, dann ist nur der Bericht gemäß Richtlinie "Förderung von Forschungs- und Entwicklungsvorhaben aus Mitteln der Hochschule" zu erstellen

4.Termine

Anträge müssen jeweils spätestens bis zur ersten Woche im Dezember für das folgende Sommersemester und spätestensbis zur dritten Woche im Mai für das darauf folgende Wintersemester der Hochschulleitung vorgelegt werden.

5. Begutachtungskriterien
Die einzelnen Anträge werden von der Leiterin/dem Leiter der Forschungskommission auf Vollständigkeit, Verständlichkeit und Erfüllung der Senatsrichtlinie und den Antragsvoraussetzungen geprüft und ggf. in Rücksprache mit der Antragstellerin/dem Antragsteller Ergänzungen veranlasst. Der Antrag wird der Forschungskommission zur Begutachtung und Empfehlung vorgelegt.

5.1 Kriterien für eine positive Einschätzung sind: 

  • Das Projekt ist klar umrissen. Es gibt eine genaue Zielsetzung und einen nach Möglichkeit kurzen und überschaubaren Zeitraum, in dem Ergebnisse zu erwarten sind. 
  • Das Projekt ist auf starke studentische Beteiligung angelegt, es werden Diplom- oder Studienarbeiten bei dem Projekt einbezogen. Forschungs- und Entwicklungsprojekte, die der Frauenforschung zuzurechnen sind. 
  • Der Antrag sollte einen erkennbaren Bezug zum Lehrgebiet der Antragstellerin/des Antragstellers beinhalten. Die Durchführung des Projektes wird für die Lehre der antragstellenden Person positive Auswirkungen haben. 
  • Es ist zu erkennen, dass durch das Projekt der Technologie- und Wissenstransfer zu anderen, außerhochschulischen Einrichtungen gefördert wird. 
  • Das Projekt ist innovativ, reflektiert den allgemeinen Stand der Forschung und lässt eine eigenständige Leistung im Rahmen des Projekts erwarten.

5.2 Kriterien für eine negative Einschätzung sind:

Bei vorangegangenen Vorhaben ist der Berichtspflicht nicht nachgekommen worden.

5.3 In Sonderfällen kann die Forschungskommission auch externe Gutachterin- nen/Gutachter zur Beratung hinzuziehen.

5.4 Eine Antragsablehnung wird begründet.