Richtlinien: Anträge auf Lehrverpflichtung von Forschung

1. Voraussetzungen 

Antragsberechtigt sind Professorinnen und Professoren zur Wahrnehmung von Forschungs- und Entwicklungsaufgaben sowie bei Vorliegen besonderer Voraussetzungen auch Lehrkräfte für besondere Aufgaben. 

2. Zeitliche Randbedingungen 

Die Summe der Ermäßigungen ist entsprechend der Regellehrverpflichtungen (LWO) des vorhandenen Lehrpersonals zu begrenzen, dabei werden die besetzten Stellen zugrunde gelegt. Die Ermäßigung für Antragsteller bzw. Antragstellerinnen darf in einem Semester nicht mehr als acht Lehrveranstaltungsstunden betragen. Ist das Volumen der Anträge eines Fachbereichs in Bezug auf die Lehrkapazität des Fachbereichs überproportional hoch, so wird die Forschungskommission dazu zusätzlich noch eine Empfehlung aussprechen. Anträge auf Ermäßigung für Vorhaben, die über mehrere Semester hinweg bearbeitet werden sollen, sind jeweils neu für das folgende Semester zu stellen. 

3. Mitwirkung des Fachbereichs 

Die Lehre am betroffenen Fachbereich muss sichergestellt sein. Die Ermäßigung der Lehrverpflichtung kann nur gewährleistet werden, wenn die ordnungsgemäße Vertretung der Fächer in der Lehre gewährleistet ist und die Kosten gedeckt sind. Dies ist durch die Fachbereichsleitung schriftlich zu erklären und durch einen Beschluss des Fachbereichsrates zu bestätigen. Die Anhörung des Fachbereichsrates erstreckt sich nach § 24 Abs. 3 NHG auch auf die Lehrtätigkeit der antragstellenden Person und das während der Freistellung verfolgte wissenschaftliche Vorhaben. 

4. Anträge 

Anträge sind über den Fachbereich an die Hochschulleitung mit einem im Netz verfügbaren Formblatt zu richten. Die Forschungskommission begutachtet die Anträge und gibt eine Empfehlung an die Hochschulleitung zur Entscheidung. 

5. Berichte 

Mit der Antragstellung übernimmt die Antragstellerin/der Antragsteller die Verpflichtung, über den Verlauf und die Ergebnisse des Vorhabens einen Bericht zu erstellen. Der Bericht ist nach Ablauf des Forschungssemesters unaufgefordert - spätestens nach drei Monaten - an die Hochschulleitung zu senden. Bei mehrsemestrigen Vorhaben reichen im Wiederholungsfall Zwischenberichte (z. B. AGIP, BMBF). 

5.1 Der Bericht enthält folgende Teile: 

1. Eine Zusammenfassung des Vorhabens, der Vorgehensweise und der wesentlichen Ergebnisse des Vorhabens. 

2. Einen Bericht zur Beschreibung des Vorhabens im Forschungssemester (Ausgangslage, Vorgehensweise, Ergebnisse, Würdigung, Ausblick). 

3. Kopien der Belegexemplare evtl. Veröffentlichungen, die im Zusammenhang mit dem Vorhaben stehen 

Wird das Vorhaben im Forschungssemester aus bewilligten Mitteln der Hochschule finanziert oder teilfinanziert, dann ist nur der Bericht gemäß Richtlinie "Förderung von Forschungs- und Entwicklungsvorhaben aus Mitteln der Hochschule" zu erstellen. 

6. Termine 

Anträge müssen jeweils spätestens bis zur ersten Woche im Dezember für das folgende Sommersemester und spätestens bis zur dritten Woche im Mai für das darauf folgende Wintersemester der Hochschulleitung vorgelegt werden. 

7. Begutachtungskriterien 

Die einzelnen Anträge werden von der Leiterin/dem Leiter der Forschungskommission auf Vollständigkeit, Verständlichkeit und Erfüllung der Senatsrichtlinie und den Antragsvoraussetzungen geprüft und ggf. in Rücksprache mit der Antragstellerin/dem Antragsteller Ergänzungen veranlasst. Der Antrag wird der Forschungskommission zur Begutachtung und Empfehlung vorgelegt. 

7.1 Kriterien für eine positive Einschätzung sind:

Das Projekt ist klar umrissen. Es gibt eine genaue Zielsetzung und einen nach Möglichkeit kurzen und überschaubaren Zeitraum, in dem Ergebnisse zu erwarten sind. Das Projekt ist auf starke studentische Beteiligung angelegt, es werden Diplom- oder Studienarbeiten bei dem Projekt einbezogen.

  • Forschungs- und Entwicklungsprojekte, die der Frauenforschung zuzurechnen sind. Der Antrag sollte einen erkennbaren Bezug zum Lehrgebiet der Antragstellerin/des Antragstellers beinhalten. 
  • Die Durchführung des Projektes wird für die Lehre der Antrag stellenden Person positive Auswirkungen haben. 
  • Es ist zu erkennen, dass durch das Projekt der Technologie- und Wissenstransfer zu anderen, außerhochschulischen Einrichtungen gefördert wird. 
  • Das Projekt ist innovativ, reflektiert den allgemeinen Stand der Forschung und lässt eine eigenständige Leistung im Rahmen des Projekts erwarten. 

7.2 Kriterien für eine negative Einschätzung sind: 

  • Bei vorangegangenen Vorhaben ist der Berichtspflicht nicht nachgekommen worden. 

7.3 In Sonderfällen kann die Forschungskommission auch externe Gutachterin- nen/Gutachter zur Beratung hinzuziehen. 

7.4 Eine Antragsablehnung wird begründet.