Weitere Infos Veranstaltungen SoSe15


 

18.03.15 18Uhr S310

Der Forschungsstil der reflexiven Grounded Theory

Herr Prof. Dr. Franz Breuer

(Universität Münster, Institut für Psychologie)

Die Grounded Theory (GTM) ist eine „qualitativ“-sozialwissenschaftliche Methodologie, die dazu geeignet ist, auf der Basis sozialweltlicher Erfahrungsdaten (Feldteilnahme, Interviewgespräche u.a.) kategorial-begriffliche Abstraktionen und gegenstandsbezogene Modellierungen und Theorien zu entwickeln. Es wird eine Systematik methodischer „Faustregeln“ gegeben, die ein solches Zustandebringen ermöglichen. Ein Knackpunkt der Methodologie ist die naive Umgehensweise mit dem Vorwissen des/der Forschenden: Es wird (cum grano salis) von einer apriorischen Theoriefreiheit („Offenheit“) ausgegangen. Die selbst-/reflexive Umdeutung der GTM thematisiert die Bedeutung der Person des/der Forschenden, seiner/ihrer „Präkonzepte“ und Feldinteraktionen. Die reflexive Fokussierung und Nutzung der subjektseitigen Voraussetzungen erweitert das methodische Spektrum von Möglichkeiten für das kreative Hervorbringen einer neuen Theorie.

 


 

28.04.15 18Uhr S310

Migrantenkinder und Wir: Wie deutsch ist die Erinnerung an den Nationalsozialismus?

Frau Dr. Rosa Fava

 

Seit Ende der 1990er Jahre diskutieren Pädagogen und Erziehungswissenschaftlerinnen darüber, ob und wie das Lernen über den Nationalsozialismus "anders" konzipiert werden müsse, um "die Migrantenkinder" zu "erreichen", ihnen "die Rolle des Holocaust" zu vermitteln und sie zu "integrieren". Die Diskussionen erreichen, besonders an Gedenktagen für die Opfer des Nationalsozialismus, auch die großen Tages- und Wochenzeitungen. In den Aufsätzen und Artikeln kommen eine Reihe von Selbst- und Fremdbildern über „Migranten“ und „Deutsche“ zum Ausdruck, die weniger mit individuellen Lernmotivationen von Schüler_innen als mehr mit deutscher nationaler Identität zu tun haben. Rosa Fava hat in ihrer Dissertation diskursanlytisch untersucht, welches Wissen über „die Anderen“ und „das deutsche Wir“ die Diskussion prägen. Vor dem theoretischen Hintergrund der Migrationspädagogik und der Rassismuskritik arbeitet sie heraus, wie dabei das Selbstverständnis einer deutschen Aufarbeitungsgemeinschaft aktualisiert wird, indem ihr interesselose „Migrantenkinder“ gegenübergestellt werden.

 

Zur Person:

Rosa Fava hat nach dem Referendariat als Gymnasiallehrerin (Chemie und Geschichte) als Teamerin in der Historischen und Politischen Bildung für Jugendliche und Erwachsene gearbeitet, unter anderem in der KZ-Gedenkstätte Neuengamme / Hamburg. 2004 hat sie in Berlin die Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus mitbegründet. 2013 hat sie der Universität Hamburg / Fachbereich Erziehungswissenschaft ihre Dissertation „Die Neuausrichtung der Erziehung nach Auschwitz in der Einwanderungsgesellschaft. Eine rassismuskritische Diskursanalyse“ vorgelegt, die von der Hans Böckler Stiftung gefördert wurde. Sie hat mehrere Aufsätze zu den Themen Schwarze im Nationalsozialismus, Slowen_innen in Neuengamme, Antisemitismus und Lernen über den NS in der deutschen Einwanderungsgesellschaft verfasst. 2012 bis Januar 2015 leitete sie im Jüdischen Museum Berlin das Projekt „Vielfalt in Schulen“.

 


 

19.05.2014 17:00 S310

Vereinfachte Strukturlegetechnik: eine motivierende Interviewmethode

Frau Prof. Dr. Heike Nolte

(Professorin für Unternehmensführung, Hochschule Emden/Leer)

Erhebungen in Unternehmen und anderen Organisationen werden zunehmend mit dem Hinweis abgelehnt, dass die MitarbeiterInnen der vielen Befragungen überdrüssig seien. Mit der Vereinfachten Strukturlegetechnik steht eine Methode zur Verfügung, die hier Abhilfe schafft.

Über mehrere Jahre hinweg haben Master-Studierende des FB W wiederholt diese Methode bei der Befragung von Volkswagen-Montage-MitarbeiterInnen erfolgreich eingesetzt. Die entsprechenden Erfahrungen werden auf dieser RoSIG-Veranstaltung vorgestellt. Dabei wird auch auf die notwendige Vorbereitung eingegangen, wenn Studierende diese Methode einsetzen sollen.

Zum Verständnis dieser Methode bietet diese Veranstaltung auch einen kurzen Exkurs zu ihren wissenschaftstheoretische Grundlagen, dem epistemologischen Subjektmodell mit seinem dialog-konsenstheoretischem Wahrheitskriterium.

Diese Veranstaltung soll auch dazu dienen, anhand Ihrer Diskussionsbeiträge die Methode weiter zu verfeinern. Möglichkeiten und Grenzen der Anpassung an unterschiedliche soziale Settings sollen gemeinsam erörtert werden. 

 


 

17.06.14 18Uhr S315

Wegweiser zu Ihrer Forschungsförderung

Matthias Schoof

(Wissens- und Technologietransfer Hochschule Emden/Leer)

 

Herr Matthias Schoof, Leiter der Wissens- und Technologietransferstelle, stellt Informationen zu den folgenden Themen vor.

Förderung durch das Präsidium der Hochschule. Förderprogramme des niedersächsischen MWK, der Bundesministerien, ausgewählter Stiftungen und der EU. Recherchemöglichkeiten zu Programmen in ausgewählten Webportalen. Dienstleistungen der Verwaltung und der WTT-Stelle vor, während und nach dem Forschungsprojekt.

 


 

25.06.15 9.30Uhr *fällt aus*

Forschungsfrühstück – Bestandsaufnahme, Ideen und Perspektiven von RoSIG

Zur besseren Planung bitten wir um eine Anmeldung bis zum 22. Juni bei Herrn Morten M. Gloy (morten.gloy|at|hs-emden-leer.de)

 


 

11.03.15 & 27.05.15 16-19h S305 

Forschungswerkstatt

 

 

Eigene Forschungsarbeiten, Datenmaterial, Diskussionen über Erhebung und/oder Auswertung, Auseinandersetzungen mit Methoden und Methodologie – für diese und möglicherweise auch andere Fragen  möchte RoSIG eine Möglichkeit des Austausches bieten.

Einladen möchten wir zu den Werkstatttreffen am 11.03.15 und am 27.05.15 von 16h-19h im Raum S305. Wer Material einbringen oder ein Forschungsdesign vorstellen u.ä.m. möchte, nimmt bitte im Vorfeld Kontakt zu Sylke Bartmann (sylke.bartmann|at|hs-emden-leer.de) auf.

Zur besseren Planung und zur Verschickung des Materials bitten wir um eine Anmeldung bis zum 21. Mai bei Herrn Morten M. Gloy (morten.gloy|at|hs-emden-leer.de)