Studium trotz Kind und Kegel

Nina Schulte-Hobein ist Lehrerin, dreifache Mutter und Studentin. Die 32 jährige Dortmunderin studiert Medieninformatik als Onlinestudium in Teilzeit an der Fachhochschule in Emden. Das Studium findet per Online-Lehre statt, es gibt Lernmaterial, Video-Chats und drei Präsenzwochenenden pro Semester.


Frau Schulte-Hobein, Sie sind studierte Grundschullehrerin mit den Fächern Mathematik, Deutsch, Sachunterricht Naturwissenschaften. Wie kommen Sie dazu ein zweites Studium zu machen?
Nach dem Lehramtsstudium habe ich zunächst auf Vertretungsbasis an einer Grundschule gearbeitet, bin dann aber zur Hauptschule gewechselt, da ich dort eine feste Stelle bekommen konnte. Weil ich mir nicht sicher bin, ob ich den Lehrerberuf in dieser Form bis zum Rentenalter ausführen möchte, wollte ich mir ein zweites Standbein aufbauen. Ich habe während meines ersten Studiums nebenbei Kunst studiert, dort hat mich insbesondere der Bereich „Digitale Medien“ interessiert. Aus diesen Gründen habe ich vor drei Jahren begonnen mich zu informieren, was man mit Informatik, Medien und Design als Studium machen kann. Auf Grund meiner familiären Situation mit den drei kleinen Kindern kam ein Präsenzstudium nicht in Frage und so bin ich an das Online Studium Medieninformatik in Emden gekommen.

Welche Vorteile hat das Onlinestudium für Sie?
Die große Flexibilität ist super! Ich kann nebenbei arbeiten, meine Kinder betreuen und selber meine Zeit einteilen, wann ich mich an den Computer setze zum Lernen. Für mich ist das ein großer Vorteil, ich habe einen größeren Lerneffekt, wenn ich dann lerne wenn es ruhig im Haus ist und nicht dann, wenn der Prof in der Uni steht! In meinem Lehramtsstudium habe ich oft ganz uneffektiv gelernt. Kurz vor der Prüfungsphase habe ich mir allen Stoff schnell „reingezogen“ und nach der Prüfung alles wieder vergessen. Jetzt lerne ich kontinuierlich und behalte viel mehr Wissen. Es gefällt mir, keine Zeit mehr in Vorlesungen verschwenden zu müssen, die langweilig oder überfüllt sind!

Wie klappt das Lernen so ganz alleine, ist das schwierig?
In manchen Fächern bin ich in Lerngruppen, aber meistens lerne ich lieber für mich alleine. Die Mitarbeiter des Betreuungsteams sind außerdem immer für die Studenten da und helfen bei Problemen weiter. Es gibt Chat, E-Mail und Telefonkontakt zu regulären Dienst- und unkonventionellen Hotline-Uhrzeiten. Die Möglichkeit des Nachfragens besteht also immer. Für mich persönlich ist es trotzdem eine Vorliebe geworden, mich erst ein mal selber durchzuarbeiten.(lacht)

Welche Nachteile sehen Sie bei dem Studium, haben Sie einen großen Verzicht auf Ihre Freizeit?
 Ja, bei mir gibt es da schon Einschränkungen. Ich studiere meist abends wenn die Kinder im Bett sind. Da gehen mir also jeden Abend zwei Stunden verloren, in denen ich sonst spülen, putzen oder aufräumen könnte! (lacht) Aber mal ehrlich, es gibt auch Dinge die ich schmerzlicher aufschiebe als den Haushalt: Telefonieren mit meiner Freundin oder langes Fernsehen klappt in der Tat abends nicht mehr regelmäßig. Aber das Studium macht auch wieder so viel Spaß, das ich mir gerne die Zeit dafür nehme, weil es wirklich interessant ist und nicht nur ein Lernstoff, den man sich „reinziehen“ muss.

Was sagt Ihre Familie dazu, unterstützt Sie Ihr Mann?
Ja, mein Mann unterstützt mich voll und ganz. Er findet gut, dass ich mich nochmal neu orientiere. Dadurch bin ich auch wesentlich ausgeglichener als früher.

Was sagen Ihre Kinder? Verstehen die das abendliche Arbeiten am Computer?
Ja, die kriegen das schon noch mit, bei Video Chats gucken sie gerne mal ins Zimmer und finden das ganz interessant und lustig mit der Webcam.

Was für ein berufliches Ziel verfolgen Sie mit dem Bachelorabschluss in Medieninformatik?
Eine Perspektive zu haben neben meinem jetzigen Beruf. Ich könnte mir schon vorstellen, in der Zukunft z.B. in einem Softwarehaus als Softwareentwicklerin zu arbeiten. Aber auch das Thema Erwachsenenbildung im Bereich Informatik könnte mich reizen.

Glauben Sie dass Sie nach dem Bachelor auch noch den Master machen?
Ja, auf jeden Fall! Es macht mir so viel Spaß und das Studium ist fester Teil meines Lebens geworden. Ich kann mir das gar nicht mehr anders denken. Das Lernen zu Hause und die regelmäßigen Präsenzveranstaltungen in Emden, die Semesterferien, das ist irgendwie alles ganz normaler Alltag bei mir geworden. Ich mag das.

Wie sind die Präsenzen in Emden organisiert? Schlafen Sie in Hotels? Ist das nicht teuer auf die Dauer? Kommt Ihre Familie jedes Mal mit, quasi als Kurzurlaub an der Nordsee?
Ich komme in der Regel alleine nach Emden und schlafe meist in Gästezimmern bei Privatvermietern. Weil es so eine Touristenstadt ist, gibt es dort viele Möglichkeiten und die Kosten sind nicht schlimm. Dafür zahle ich ja keine Studiengebühren beim Onlinestudium.

Warum haben Sie sich damals für Emden entschieden, das ist doch ein ganzes Stück von Dortmund entfernt?
Ich hatte mich per Internet informiert und stellte fest, dass für meine Interessen Informatik/Medien als Onlinestudium nur die Standorte Emden und Braunschweig/Wolfenbüttel in Frage kommen. Und da habe ich mich ganz klar für Emden entschieden, weil es am Meer ist, das finde ich schön! Die Autobahn- und Zug-Verbindung nach Emden ist außerdem problemlos.

Muss man ein besonderer Mensch sein für so ein Onlinestudium?
Generell kann ich das nur jedem weiterempfehlen. Man muss nur den Willen haben beruflich noch was Neues zu machen, dann fällt einem das Lernen nicht schwer. Ich glaube jeder merkt schon ganz schnell in den ersten Wochen, ob er ein Typ für das Onlinestudium ist oder nicht. Aber man muss es eben mal ausprobieren um das herauszufinden.

Vielen Dank für das Gespräch und alles Gute für Ihre berufliche Zukunft!

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