Neuer Job noch während des Studiums

Von der Grafik zum Programmieren

Katinka Baeck ist gelernte Mediengestalterin. Zurzeit studiert Sie neben Ihrer Arbeit Medieninformatik (Bachelor) im Online-Studiengang der Hochschule Emden/Leer. Obwohl Sie Ihr Studium noch nicht abgeschlossen hat, bewarb Sie sich auf eine Programmierstelle und hatte erfolg!

1) Warum Medieninformatik und nicht die klassische Informatik?
Ich habe mich für die Medieninformatik entschieden, weil es eine super Ergänzung zu meiner Ausbildung als Mediengestalterin ist.


2) Wieso haben Sie sich für ein Online-Studium entschieden?
Nach meiner Ausbildung konnte ich mir nicht vorstellen, das Arbeiten aufzugeben. Aber trotzdem wollte ich unbedingt studieren. Da kam für mich nur ein Online-Studium infrage.


3) Hat sich durch das Studium etwas für Sie geändert?
Oh ja, jede Menge! Seit ich studiere, habe ich weniger Zeit für die Dinge, die ich in meiner Freizeit gerne mache. Meine Freunde sehe ich nicht mehr so häufig wie früher und ich kann auch nicht mehr jede Einladung am Wochenende annehmen. Das ist manchmal schwer, aber es lohnt sich trotzdem! Es gibt nämlich auch jede Menge Dinge, die sich zum Positiven verändert haben. Ich habe, obwohl ich noch keinen Abschluss habe, einen wirklich tollen Job in meiner Nähe gefunden. Ohne mein Studium wäre das nicht möglich gewesen. Außerdem habe ich viele neue Kontakte geknüpft, beruflich und privat.


4) Handelt es sich bei Ihrem neuen Job um eine Stelle als Programmiererin?
Ja, das ist richtig. Eigentlich wollte ich mein Studium erst zu Ende bringen, bevor ich mich auf eine Informatikerstelle bewerbe. „Eins nach dem anderen“, habe ich mir gedacht. Trotzdem hat es mich interessiert, welche Jobs es auf dem Markt gibt. Ich wollte herausfinden, wie meine Chancen stehen und was ich mir an Qualifikation noch aneignen muss.
Und dann habe ich eine Stellenausschreibung in unserem Moodle-Forum1 entdeckt. Total spannend, wie auf mich zugeschnitten und auch noch direkt bei mir in der Nähe. Ich habe hin und her überlegt, ob ich mich bewerben soll. Dann habe ich es aber doch nicht getan. Irgendwie hatte ich das Gefühl, es sei noch zu früh dafür. Eine ganze Weile später habe ich die Anzeige dann an anderer Stelle wieder entdeckt und konnte mir diese zweite Chance einfach nicht entgehen lassen. Ich habe mich beworben. Und siehe da! Ich habe die Stelle bekommen.


5) Was ist das für ein Unternehmen, in dem Sie arbeiten und was sind Ihre Aufgaben?
Ich arbeite in der Katalogproduktion des E/D/E in Wuppertal. Wir sind Europas größter Einkaufs- und Marketingverbund für ca. 1400 angeschlossene mittelständige Handelsunternehmen. Jedes Jahr erstellen wir mehrere dutzend Kataloge mit teilweise über 1000 Seiten. Um diese Aufgabe zu bewältigen, ist nicht nur eine Software zur Verwaltung der ganzen Produktdaten notwendig, sondern auch eine Software, die diese Daten aufbereitet und schließlich in unsere Satzsoftware importiert. Und genau das ist meine Aufgabe. Ich betreue die Software zur Aufbereitung der Daten, entwickle sie weiter, programmiere Katalog-Layouts und supporte meine Kollegen, die schließlich die Kataloge setzen und ein tolles neues Produkt zaubern.
Meine Arbeit ist sehr kreativ und vielfältig und in Hochzeiten setze ich auch selber Kataloge. Das ist toll, denn so kann ich auch noch meine Fähigkeiten als Mediengestalterin mit einbringen.


6) Welche Module haben Ihnen bei der Qualifizierung für die Stelle geholfen?
Das ist schwierig zu sagen. Um meine Arbeit machen zu können, ist wohl das Fachwissen einer ganzen Reihe von Modulen notwendig. Hierzu zählen insbesondere die Module GP1, GP2, OOP und Datenbanken, da ich viel mit Java und SQL arbeite.
Ganz entscheidend für mich persönlich war aber OOP! Ein Modul, für das ich sehr hart gearbeitet habe und bei dem ich jede Menge gelernt habe. Viele verschiedene Puzzle-Teile (Dinge, die ich in meinem Studium gelernt habe) ergaben plötzlich ein Gesamtbild. Das war ein tolles Gefühl und mein persönlicher Schlüssel zur Arbeitswelt. Zum ersten Mal hatte ich das Gefühl, für den Arbeitsmarkt gerüstet zu sein. Dies bestätigt auch meinen Erfolg. Ich habe nur eine Bewerbung geschrieben und habe die Stelle sofort bekommen.


7) Hatten Sie schon Vorkenntnisse im Bereich der Java-Programmierung?
Nein. Ich hatte in meiner Ausbildung und auch anschließend in meinem Berufsleben überwiegend gestalterische Aufgaben. Programmierung war für mich Neuland.


8) Was möchten sie beruflich noch erreichen?
Im Augenblick konzentriere ich mich ganz auf meine Arbeit. Es gibt jede Menge zu tun und unheimlich viel zu lernen. Ich möchte praktische Erfahrungen auf dem Gebiet der Informatik sammeln und mein Fachwissen vertiefen.
Wenn ich in die Zukunft schaue, ist in jedem Fall noch ein Masterstudium geplant, bei dem mir meine Berufserfahrungen sicherlich helfen werden.


9) Was würden Sie anderen gerne mit auf den Weg geben?
Ich erinnere mich noch an den Tag, als ich meine Einführungsveranstaltung in Emden hatte und als Frau Gerstenberger, aus dem Betreuungsteam des Studienganges (OMI-Team), zwei wichtige Dinge sagte:

1. Einzelkämpfer haben keine Chance. Tun Sie sich zusammen. Lernen Sie gemeinsam!

2. Es wird eine Durststrecke in Ihrem Studium geben. Das ist ganz normal. Wichtig ist nur, dass Sie durchhalten.

Beim ersten Punkt war ich damals sehr skeptisch. Das hatte ich mir irgendwie anders vorgestellt. Bei einem Online-Studium lernt man doch zu Hause. Meine Kommilitonen wohnten weit weg, ich sah sie höchstens bei den Präsenzen. Wieso, sollte ich mir also Kommilitonen suchen, um gemeinsam zu lernen? Die Zeit hat mich eines Besseren belehrt. Frau Gerstenberger hatte mit Ihren Äußerungen recht.
Ich habe während meines Studiums viele nette Menschen kennengelernt. Wir haben gemeinsam gelernt, uns gegenseitig motiviert, uns Mut gemacht und unzählige Stunden damit verbracht alles andere zu tun als zu lernen. Ich habe mich aufs Lernen gefreut, habe mich auf die Präsenzen gefreut und genau das hat dazu beigetragen, dass ich durchgehalten habe. Ohne all diese schönen und hilfreichen Momente wäre ich nicht dort angekommen, wo ich jetzt bin.

Beim zweiten Punkt hatte ich mir damals nicht viel gedacht. Schließlich war ich hoch motiviert. Einige Zeit später wusste ich dann aber, was Frau Gerstenberger meinte. Ich hatte eine Durststrecke und war kurz davor, mein Studium abzubrechen. Ich zweifelte an dem, was ich tat und fragte mich, ob sich all dieser Stress und die Arbeit lohnen würde. Ich habe mein Studium fortgesetzt, auch dank aufmunternder Worte durch das OMI-Team. Ich erinnere mich, dass ein Mitarbeiter trotz Elternzeit zur Präsenz kam, um mit mir über mein Studium zu sprechen und mir Mut zu machen.

Also liebe Kommilitonen, kämpf Euch gemeinsam durch das Studium und sucht Euch Gleichgesinnte. Das macht die ganze Arbeit viel einfacher und schöner! Haltet durch, wenn Ihr eine Durststrecke haben werdet. Zweifel und Erschöpfung sind völlig normal. Das Ziel zu erreichen ist eine gute Investition und lohnt sich in jedem Fall!



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