Praxisphase/Praxissemester

Was ist eine Praxisphase?

Die Praxisphase (auch Praxissemester) ist eine in das Studium integrierte berufspraktische Tätigkeit in einem Betrieb oder einer anderen Einrichtung der Berufspraxis. Sie wird in der Regel im letzten Studiensemester durchgeführt und ermöglicht Ihnen, den praktischen Anwendungsbezug Ihrer im theoretischen Studienabschnitt erworbenen Kenntnisse.

Während der Praxisphase werden Sie von einer Professorin/einem Professor Ihres Fachbereiches betreut, die/den Sie selbst bestimmen können. Auch die Praxisstelle muss eine verantwortliche Betreuerin/einen verantwortlichen Betreuer benennen, der als Voraussetzung einen Hochschulabschluss in einer für die Betreuung geeigneten Fachrichtung besitzen muss.

Ziele und Grundsätze der Praxisphase

Ziel der Praxisphase ist es, den Anwendungsbezug der im Studium erworbenen Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten durch praktische Mitarbeit in einer Praxisstelle zu erweitern und zu vertiefen. Sie sollen Gelegenheit erhalten, die im Studium vermittelten Kenntnisse und Fertigkeiten auf komplexe Probleme der Praxis anzuwenden.

Dabei sollen Sie die verschiedenen Aspekte der betrieblichen Geschäftsprozesse sowie deren Zusammenwirken kennen lernen und vertiefte Einblicke in technische, organisatorische, ökonomische und soziale Zusammenhänge des Betriebsgeschehens erhalten.

Die Praxisphase soll Ihre Fähigkeit zum erfolgreichen Umsetzen wissenschaftlicher Erkenntnisse und Methoden in vorgegebenen Praxissituationen vermitteln und fördern sowie zur intensiven Verzahnung von Theorie und Praxis in der Ausbildung beitragen.

Wie lange dauert eine Praxisphase?

Die Dauer der Praxisphase beträgt je nach Studiengang zwischen 12 und 20 Wochen (ohne Urlaub; Fehlzeiten - z. B. durch Krankheit - müssen nachgeholt werden). Nähere Informationen entnehmen Sie bitte der für Sie gültigen Prüfungsordnung bzw. Praxisphasenordnung/Praxissemesterordnung.

Zulassungsvoraussetzungen

Die Zulassungsvoraussetzungen unterscheiden sich je nach Studiengang zum Teil erheblich, daher ist eine Auflistung an dieser Stelle nicht möglich. Bitte entnehmen Sie diese Informationen der für Sie gültigen Prüfungsordnung bzw. Praxisphasenordnung/Praxissemesterordnung.

Wie finden Sie eine Stelle?

In der Regel müssen Sie sich selbst um eine Stelle bemühen. Dabei sollten Sie darauf achten, dass das ausgewählte Unternehmen eine adäquate fachliche Betreuung sowie eine auf den Studiengang bezogene Aufgabenstellung ermöglicht.

Achten Sie auf Aushänge an den „Schwarzen Brettern“ der Fachbereiche oder auf mögliche Angebote im Internet. Häufig werden auch entsprechende Stellenanzeigen in der Tageszeitung veröffentlicht.

Viele Professorinnen und Professoren verfügen über Kontakte zu Unternehmen und Institutionen, die Sie ggf. nutzen können. Auch Industrie- und Handelskammern, Handwerkskammern oder Verbände können Hilfestellung leisten.

Was machen Sie, wenn Sie eine Stelle gefunden haben?

Wenn Sie eine Praxisstelle gefunden haben, müssen Sie einen schriftlichen Vertrag mit ihr abschließen, in dem u. a. die Dauer des Vertragsverhältnisses, Pflichten der Praxisstelle und des Studierenden oder Vereinbarungen bezüglich Vergütung und Versicherungsschutz geregelt werden. Die betreuende Professorin/der betreuende Professor muss die Ordnungsmäßigkeit des Vertrages prüfen und diesen vor Aufnahme der Tätigkeit abzeichnen. Musterverträge finden Sie über die Links in der rechten Spalte.

Beachten Sie bitte, dass Sie während der Praxisphase mit allen Rechten und Pflichten an der Hochschule immatrikuliert bleiben und sich z. B. auch zurückmelden müssen. Ggf. ist eine Befreiung von der Zahlung des Studienbeitrages möglich, nähere Informationen finden Sie hier.

Wie sind Sie während der Praxisphase versichert?

Da Sie den Studierendenstatus behalten, genießen Sie wie gehabt den Schutz der studentischen Krankenversicherung.

Gegen Unfall sind Sie kraft Gesetz über die Praxisstelle bzw. über deren Unfallversicherungsträger (z. B. Berufsgenossenschaft oder Gemeinde-Unfall-Versicherungsverband) versichert, wenn sich die Praxisstelle im Inland befindet. Wird die Praxisphase im Ausland absolviert, sind Sie selbst für eine ausreichende Unfallversicherung verantwortlich.

Bitte erkundigen Sie sich bei Ihrer Praxisstelle, ob das Haftpflichtrisiko durch eine bei der Praxisstelle bestehende Gruppenhaftpflichtversicherung abgedeckt wird, andernfalls müssen Sie selbst eine der Dauer und dem Inhalt des Praxisphasen-Vertrages angepasste Haftpflichtversicherung abschließen.

Was können Sie bei Unstimmigkeiten während der Praxisphase machen?

Im Falle von Unstimmigkeiten z. B. bei der Zustimmung zu Praxisphasenverträgen, der Betreuung während der Praxisphase oder der Anerkennung von Leistungen für die Praxisphase können Sie sich in schriftlicher Form formlos an die/den Praxissemesterbeauftragte/n Ihres Fachbereiches wenden.

Falls erforderlich, unterstützt sie/er Sie auch bei Koordinierungsproblemen bezüglich der Zusammenarbeit zwischen Hochschule und Praxisstelle oder bei Abstimmungsproblemen innerhalb der Hochschule.

Wie erfolgt die Anerkennung der Praxisphase?

Die betreuende Professorin/der betreuende Professor entscheidet über die Anerkennung der praktischen Praxisphase. Grundsätzliche Voraussetzungen für die Anerkennung sind

  • ein von allen drei Parteien vor Aufnahme der Tätigkeit unterschriebener Praxisphasen-Vertrag
  • eine Bescheinigung der Praxisstelle über Zeitpunkt und Dauer der Tätigkeit einschließlich etwaiger Fehl- und Urlaubszeiten

sowie eine positive Bewertung der Hochschulbetreuerin/des Hochschulbetreuers für

  • einen von der Praxisstelle abgezeichneten Praxisbericht
  • und eine Präsentation.

Wichtig: Da es je nach Studiengang unterschiedliche Anforderungen geben kann, schauen Sie für Detailinformationen bitte in die für Sie gültige Prüfungsordnung bzw. Praxisphasenordnung/Praxissemesterordnung.