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22.11.2017

Weibliche Talente für die Wissenschaft

Bild: Mitja Braun

Hochschule verleiht zum zweiten Mal  fem:talent-Stipendien  

An der Hochschule Emden/Leer haben am Freitag 18 Frauen das fem:talent-Stipendium erhalten. Insgesamt 64 Bewerberinnen gab es auf die diesjährige Ausschreibung, die mit eines Gesamtsumme von 75.000 Euro dotiert ist.  Die Urkunden wurden im Senatsaal der Hochschule von Hochschulpräsident Prof. Dr. Gerhard Kreutz verliehen. „Als Vorsitzender der Auswahlkommission konnte ich mir ein umfassendes Bild über die hohe Qualität der Bewerbungen verschaffen. Dies ist auch eine Auszeichnung für die Hochschule Emden/Leer“, so Kreutz.

Ziel der besonderen Förderung ist es, Studentinnen und Promovendinnen, die hervorragende Leistungen in Studium oder Beruf erwarten lassen oder erbracht haben, zu unterstützen. „Wir brauchen mehr Frauen in der Wissenschaft und freuen uns, dass uns die Vergabe der Stipendien als gleichstellungsfördernde Maßnahme über unsere erfolgreiche Beteiligung am Professorinnenprigramm II des Bundes und der Länder möglich ist“, betont Jutta Dehoff-Zuch, zentrale Gleichstellungsbeauftragte der Hochschule Emden/Leer.

Einen Festvortrag hielt Dr. Martina Erlemann, Maria-Goeppert-Mayer-Gastprofessorin für Gender und Technik in diesem Semester an der Hochschule Emden/Leer.  Sie unterstrich die Bedeutung einer solchen Förderung und gab einen kurzen Einblick in den aktuellen Forschungsstand zum Thema „Forschungskarrieren und Gender “. Dabei stellte sie insbesondere heraus, dass die Ursachen für die Abnahme des Frauenanteils mit jeder Karrierestufe in den Strukturen und Kulturen der Wissen-schaft liegen. So setzen die Karriereanforderungen von Forschung und Wissenschaft gerade solche Lebensentwürfe voraus, die nach wie vor eher von Männern erwartet oder eher als bei Frauen als selbstverständlich angesehen werden.

Zudem würden einschlägige Forschungsergebnisse zeigen, dass Frauen nach wie vor tendenziell einen schlechteren Zugang zu formellen Förderstrukturen hätten und  immer noch schlechter in informelle Netzwerke eingebunden seien als Männer, so Erlemann. Das fem:talent-Stipendium stellt in diesem Sinne eine optimale Unterstützung von Frauen dar, da es neben der finanziellen auch eine breit aufgestellte ideelle Förderung durch den fem:talent-Pool bietet.

Neben einer internen Vernetzung der Stipendiatinnen aller Fachbereiche werden diese durch verschiedene Veranstaltungen in Bereichen wie wissenschaftliches Arbeiten und Berufseinstieg in der Forschung, Promotionsvorhaben, Ausbau von „Soft Skills“ und Beschäftigung mit Genderfragen unterstützt. Ein besonderer Dank ging an dieser Stelle an die Koordinatorin Dr. Monika Batke, die bereits den ersten Durchgang der fem:talent Stipendiatinnen erfolgreich begleitet hatte. An der Hochschule Emden/Leer ist das fem:talent-Stipendium eine von drei gleichstellungsfördernde Maßnahmen im Rahmen des Professorinnen-Programms II. Da-hinter verbirgt sich eine von Bund und Ländern ins Leben gerufene Maßnahme, die dazu beitragen soll, mehr Frauen auch nach der Promotion in der Wissenschaft zu halten. Bundesweit wurden dafür  rund 300 Millionen Euro zur Verfügung gestellt.