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18.01.2018

Morde statt Kaufverhalten vorhersagen

Ungewöhnliches Statistikprojekt an der Hochschule

Das Thema Statistik einmal in einem ungewöhnlichen Zusammenhang genutzt haben jetzt Studierende aus dem Fachbereich Wirtschaft an der Hoch-schule Emden/Leer. Sie haben mit Hilfe eines speziellen Computerprogramms und nach eigener Recherche ein Projekt entwickelt, das die Vorhersage von Serienmorden zum Inhalt hat.

„Hintergrund war, dass sich aufgrund der ständig zunehmenden Datenflut zeitlich bedeutsame Ereignisse immer besser vorhersagen lassen“, so Prof. Dr. Reinhard Elsner, der das Projekt betreut. Dies sei besonders für Wirtschaftsunternehmen interessant, die sich so beispielweise darüber informieren könnten, wann die Kunden welche Produkte kaufen oder Services in Anspruch nehmen.

Als ein erst auf den zweiten Blick naheliegendes Beispiel haben sich die Studieren-den aus dem 5. bis 7. Semester im Studiengang Betriebswirtschaftslehre mit Serienmorden beschäftigt und ein erstes Instrument entwickelt, das die Möglichkeit und Qualität eines Vorhersageverfahrens für den nächsten Mord beinhaltet. Zu diesem Zweck wurden Täter- und Taten-Daten aus aller Welt im Hinblick auf die Zeitpunkte, die Region und weitere sozio-demographische Aspekte untersucht. Die Studierenden bearbeiteten dies in mehreren Teams, von der Datenerhebung über das Projektmanagement bis zur anschließenden Auswertung und Aufbereitung.

Insgesamt haben sich die Teams mit 33 Tätern und 555 Taten beschäftigt. Dabei kamen einige interessante Erkenntnisse zutage. „Wir haben beispielsweise ermittelt, dass zu 66 Prozent aus Leidenschaft gemordet wird, dass zwischen 1971 und 1980 die meisten Morde geschehen sind und dass Täter und Opfer oft im etwa gleichen Alter sind“, so Kevin Pulawski vom Projektmanagement-Team.

Das Projekt soll laut Pulawski an der Hochschule weiter vertieft werden. So sei unter anderem angedacht, die Recherche auf einen Kontinent zu beschränken und mehr Kategorien mit hineinzunehmen.