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14.11.2017

Können Stereotype Forschung und Technik beeinflussen?

Gender und Technik ist Thema im Wintersemester

An der Hochschule Emden/Leer gibt es im laufenden Wintersemester eine Gastprofessur im Bereich „Technik und Gender“. Vertreten wird diese von der Physikerin und Soziologin Dr. Martina Erlemann.

Erlemann hat sich in ihrer beruflichen Laufbahn bereits früh für die Wissenschaftssoziologie, die Geschlechterforschung und für die Geschichte der Naturwissenschaften interessiert. Sie war bereits an vielen unterschiedlichen Universitäten und Institutionen tätig, darunter die TU Berlin, die Universitäten Wien und Klagenfurt sowie das Centre for Gender Research an der Universität Uppsala.

„An meiner Gastprofessur in Emden reizen mich viele Aspekte“, erklärt sie. Dazu gehöre zum einen die Herausforderung, Forschungsergebnisse der Gender Studies für die Natur- und Technikwissenschaften direkt für die berufliche Praxis umzusetzen. Zum anderen liegt ihr viel an der Aufklärung darüber, wie beispielsweise bestimmte geschlechterstereotype Vorannahmen technische Entwicklungsprozesse beeinflussen können. „Indem Studierende lernen, diese zu erkennen, oder auch indem sie etwas über die historischen Kontexte des eigenen Fachs erfahren, bekommen sie die Chance, mit einem vielfältigeren Blick zu lernen und später auch zu forschen“, so Erlemann.

Nicht zuletzt würde so auch ein wichtiger Beitrag zur Chancengerechtigkeit und zur Sicherung des wissenschaftlichen Nachwuchses geleistet. In diesem Semester bietet Erlemann Blockseminare zur Einführung in die Geschlechterforschung für Natur-und Technikwissenschaften, zu Gender in Organisationen sowie eine Diskussionsgruppe zum Thema „Technik Wissenschaft Gesellschaft“ an. Ein Einstieg in die im September gestarteten Seminare ist noch möglich und zum Teil auch für andere Fachbereiche offen. Weitere Informationen erteilt Lisbeth Suhrcke von der Gleichstellungsstelle der Hochschule (lisbeth.suhrcke|at|hs-emden-leer.de, Tel. 807-1140).

Die Gastprofessur ist Bestandteil des vom Land Niedersachsen geförderten Maria-Goeppert-Mayer-Programms. Initiiert wurde sie durch das Projekt „Gender in Lehre und Forschung“.