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08.02.2018
Von: Lukas Eschment

Hyperloop: We are back again!

Die Erfolgsstory geht weiter - SpaceX nominiert das Studierendenteam der Universität Oldenburg und Hochschule Emden/Leer zur Hyperloop-Wettbwerb 2018

SpaceX hat unser Team „HyperPodX“ direkt als Teilnehmer des diesjährigen Konstruktionswettbewerbs Hyperloop Pod Competition 2018 zugelassen. Dem Team, initiiert von Engineering Physics Studierenden der Universität Oldenburg und der Hochschule Emden/Leer, gelang erneut der Sprung in die Auswahl der insgesamt 20 nominierten Teilnehmer. Im Konkurrentenfeld finden sich auch 2018 Spitzenuniversitäten, wie z.B. die TUM, Gewinner der Competition 2017, die ETH Zürich, die Keio Privatunniversität aus Japan oder die University of California, Berkley und die University of Texas, Austin. Allerdings lässt sich das Team HyperPodX davon nicht mehr so leicht beeindrucken, schließlich konnten wir uns 2017 aus dem Stand unter den besten sechs Finalisten positionieren und erhielten einen der begehrten Innovationspreise von SpaceX.

Die Teststrecke in Los Angeles ist unverändert und auch 2018 geht es darum, der Schnellste in der der 1,6 km langen, evakuierten Röhre zu sein. Einen großen Unterschied gibt es allerdings: Die Kapseln müssen mit einem eigenen Antrieb ausgestattet sein. „Die Zielmarke unseres Teams liegt bei mindestens 500 km/h nach maximal 600m, danach muss der Bremsvorgang eingeleitet werden“, erläutert Jonathan Chu gemeinsam mit Alejandro Delgadillo, welcher als Team-Captain und Tutor fungiert. Für diese Beschleunigung brauchen wir einen extrem drehmomentstarken Elektromotor und entsprechende Batterietechnik. Insgesamt mussten die Studierenden also ein vollständig neues Konzept erarbeiten und den kritischen Gutachtern von SpaceX vorstellen. „Dies gelang mit Bravour, denn das Team wurde direkt nominiert, ohne das normalerweise obligatorische Skype-Interview zur Klärung potentieller Designschwächen“, so die Professoren Walter Neu und Thomas Schüning, die beiden sogenannten „Faculty Advisor“ des Teams. Nach vorläufigem Zeitplan werden sich alle 20 nominierten Teams im Juli 2018 auf dem Testgelände von SpaceX den Sicherheitschecks stellen und sich für die Teilnahme am Finallauf des Wettbewerbs beweisen müssen. „Bei der phantastischen Motivation und Arbeitsleistung des Teams aus neuen und bewährten Mitgliedern muss ganz klar sein, dass wir uns im Vergleich zu 2017 noch einmal steigern können, auch wenn die Herausforderungen nicht gerade kleiner geworden sind“, erläutert Neu.

Unser Schirmherr, der ESA-Astronaut Thomas Reiter kommentierte die Nominierung mit folgendem Statement: "Das HyperPodX-Team hat bei seiner ersten Teilnahme an dem Hyperloop-Wettbewerb im vergangenen Jahr bereits einen beachtlichen Erfolg erzielt! Junge Studentinnen und Studenten der Hochschulen in Oldenburg und Emden/Leer haben mit neuartigen Ideen, riesigem Engagement und unbändiger Begeisterung in kürzester Zeit eine Transportkapsel entwickelt und in Los Angeles getestet. Auf den vielfältigen Erfahrungen, die hierbei gesammelt wurden, kann das Team nun aufbauen und sich für den Wettbewerb im Sommer dieses Jahres vorbereiten. Aufgrund dieser hervorragenden Vorarbeit bin ich sicher, dass das Team den HyperPodX weiter verbessern und sich gegenüber der Konkurrenz von 19 weiteren Teams behaupten wird. Ich wünsche den jungen angehenden Ingenieurinnen und Ingenieuren für ihr Projekt weiterhin viel Erfolg, und drücke die Daumen zum Erreichen der Vmax!".

Das White Paper von Elon Musk

Im Jahr 2015 kündigte das von Elon Musk gegründete Unternehmen SpaceX das erste Mal den internationalen Wettbewerb namens „Hyperloop Pod Competition“ an. Die Gruppen sollen dabei funktionierende Transportkapseln, sogenannte Pods entwickeln und diese einer Fachjury präsentieren. Der Wettbewerb soll Studierende und Teams weltweit dazu motivieren, an der Entwicklung und Umsetzung eines solchen System zu arbeiten. Im Februar 2018 wurden 20 aus allen internationalen Bewerbungen ausgewählt und dazu eingeladen, mit ihren Pod in der von SpaceX gebauten Röhre in Kalifornien zum Höchstgeschwindigkeitswettbewerb anzutreten. 2017 waren wir, das Team HyperPodX der Universität Oldenburg und der Hochschule Emden/Leer es, die es unter die besten sechs schafften und durften den Innovationspreis für ihre überzeugende Teamleistung mit nach Deutschland bringen

Hintergrund: HyperPodX

Die Gruppe besteht größtenteils aus Studierenden des internationalen Kooperationsstudiengangs Engineering Physics der Hochschule Emden/Leer und der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg. 2015 gründeten die Studierenden das Team „HyperPodX“, um gemeinsam an der Vision des Hyperloops arbeiten zu können. Mit der Zeit schlossen sich Studierenden aus den Fachrichtungen: Informatik, Maschinenbau, Elektrotechnik, bis hin zu Wirtschaftswissenschaften an. Die Vielzahl an Kompetenzen, gaben dem Team die Möglichkeit, ein Netzwerk aufzubauen und sich im Nord-Westen Deutschlands einen Namen zu machen. Letztes Jahr konnte HyperPodX mit ihrer Kapsel in Kalifornien im Wettbewerb antreten und eine große Öffentlichkeit für dessen Entwicklung begeistern.

Erneute Teilnahme nach dem Erfolg des zweiten Wettbewerbs

Durch den Erfolg der letzten beiden Veranstaltungen rief SpaceX zu einer dritten Wettbewerbsrunde noch im gleichen Jahr auf. Im Sommer 2018 darf HyperPodX, wie auch 2017 schon, gegen die Konkurrenten auf der 1,2km langen Teststrecke antreten. Um es in die Endrunde des zweiten Wettbewerbs zu schaffen, musste das Team erneut die Ingenieure von SpaceX in einer Vorrunde von ihrem Konzept überzeugen. Dieses Jahr wurden insgesamt 20 Studierendengruppen ausgewählt, die ihren Prototypen der Fachjury in Kalifornien präsentieren dürfen und anschließend testen können. So freuen sich vor allem die neuen Mitglieder im Team auf die bevorstehende Zeit bis zum Wettbewerb. „Letztes Semester war ich noch in Vorlesungen und Seminaren und jetzt diskutiere ich mit gestandenen Firmenchefs über unser Sicherheits- und Bremssystem, cool!“, so der aus Syrien stammende Student Georges Makdissi.

Die beiden Schlüssel zum Sieg: Geschwindigkeit und Antriebskonzept

Die Studierenden der Universität Oldenburg und der Hochschule Emden/Leer fokussieren sich für diesen Wettbewerb auf die beiden wesentlichen Punkte: Höchstgeschwindigkeit und bärenstarker Elektromotor. Die Kapsel muss ein selbstfahrendes System beinhalten, welches im Vakuum betrieben werden, beschleunigen, navigieren und sicher bremsen kann, natürlich erst nachdem wir die angezielte Höchstgeschwindigkeit erreicht haben.

Bau des wettbewerbstauglichen Prototyps

Der Startschuss ist gefallen, nach unserem Design und den ersten Computersimulationen beginnt der Bau und die genaue Spezifizierung alles Komponenten unseres Prototyps. Doch halt, eine „Kleinigkeit“ haben wir noch gar nicht erwähnt, das Team muss die benötigten Finanzmittel erwirtschaften bzw. durch Unterstützer einwerben. „Wir freuen uns daher, wenn Sie oder Ihre Firma zum Erfolg des einzigen norddeutschen Teams im Wettbewerb beitragen wollen“, so der für die Finanzierung und Öffentlichkeitsarbeit verantwortliche Student Lukas Eschment: „Sprechen Sie uns gerne an, wir brennen darauf, die vor uns liegenden Herausforderungen mit starken Partnern gemeinsam zu lösen“ (https://hyperpodx.com/)