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11.04.2017

Große Chance für den Mittelstand

Hochschule beteiligt sich an EU-Projekt „Power to Flex“

Versuchsanlagen für die Speicherung regenerativ erzeugter Energie entwickeln – das ist das Ziel des deutsch-niederländischen Kooperationsprojektes „Power to Flex“. 18 Unternehmen, Wissensinstitute und Behörden sind seit dem vergangenen Jahr damit beschäftigt, Lösungen zu entwickeln, die es insbesondere kleinen und mittelständischen Unternehmen ermöglichen sollen, eine entsprechende Technik in ihren Betrieb zu integrieren. Mit dabei ist auch ein Team des Emder Instituts für Umwelttechnik (EUTEC) an der Hochschule Emden/Leer.

„Wir sind an verschiedenen Arbeitspaketen des Projektes beteiligt“, erklärte Prof. Dr. Sven Steinigeweg vom EUTEC. Er sowie Dr. Piotr Biernacki von der Abteilung Naturwissenschaftliche Technik empfingen in der vergangenen Woche Vertreter fast aller Projektpartner in der Hochschule. Bei dem Treffen wurden der aktuelle Stand der verschiedenen Arbeitspakete und das Projektmanagement besprochen. Ein Teil der Versuchsanlagen wird bereits gebaut.

Das erste Projekt, in das die Hochschule involviert ist, beschäftigt sich mit der Nutzung von Wärme, die bei der bereits bekannten  Methode „Power to Gas“ produziert wird. Beim Power to Gas-Prinzip wird regenerativ erzeugte Energie durch Zugabe von Kohlendioxid in Wasserstoff und speicherbares Methan aufgespalten. „Bei diesem Prozess geht derzeit noch viel Energie in Form von Wärme verloren, die wir gewinnen und nutzen möchten“ so Biernacki. Ein möglicher Nutzen könne beispielsweise die Trocknung von Klärschlamm sein.

Weiterhin soll mit Unterstützung des EUTEC-Teams eine Machbarkeitsstudie erstellt werden, bei der die technische, ökonomische und ökologische Bewertung von Methanol vorgenommen wird. Laut Steinigeweg könne Methanol beispielsweise als Ersatz für Dieselkraftstoff in Schiffstanks zum Einsatz kommen. Auch der Bau eines kompakten Methan- und Methanol-Reaktors als Erweiterung einer Biogasanlage ist angedacht.

Mit der Energieversorgung von Großveranstaltungen wie beispielsweise Musik-Festivals befasst sich wiederum ein weiteres Arbeitspaket innerhalb des Projekts. Dafür wird im niederländischen Werlte ein so genannter Energiecontainer gebaut, in dem regenerative Stromerzeuger und ein Speicher miteinander vernetzt werden.

„Um die großen Ziele der Energiewende zu erreichen, wird es nicht reichen, sich auf das Thema Elektrizität zu fokussieren“, betonte Steinigeweg. Daher würden bei Power to Flex viele unterschiedliche Aspekte der Energiegewinnung berücksichtigt. „Das Projekt ist für uns als Hochschule sehr spannend und durch seinen grenzüberschreitenden Charakter auch eine gute Gelegenheit, um Partnerschaften zu intensivieren“, so Steinigeweg. Zugleich berge es für kleine und mittelständische Unternehmen große Chancen.

Power to Flex wird von der EU und Interreg Deutschland/Nederland mit mehr als drei Millionen Euro gefördert. Die Laufzeit des Projektes beträgt drei Jahre.