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05.12.2017

„Den Schalter nicht einfach auf digital umlegen“

4. Hochschulsymposium in Emden

Wie das Thema Digitalisierung sinnvoll in die Lehre eingebracht werden kann war am Montag Thema des 4. Hochschulsymposiums an der Hochschule Emden/Leer. Rund 50 Teilnehmer aus Ostfriesland und darüber hinaus hatten sich für die umfangreiche Tagung mit dem Titel „Chancen der Digitalisierung nutzen: Mit digitalen Tools und Medien die Studier-Energie steigern“ angemeldet.

Den Auftakt machte Jörn Loviscach von der Fachhochschule Bielefeld. Er zeigte in seinem Vortrag „Menschen und Computer in der Hochschullehre“ die Möglichkeiten auf, wie Digitalisierung in den Studienalltag einfließen könne, stellte aber auch stets den jeweiligen Sinn und Nutzen der Maßnahmen auf den Prüfstand. So könne sich Lernstoff beispielsweise in Form von Spielen, so genannten „serious games“, vermitteln lassen, dies habe jedoch auch Abnutzungscharakter. Zudem könne das Abnehmen von Prüfungen durchaus digital erfolgen, Hausarbeiten für „eine Maschine“ anzufertigen, könne jedoch demotivierend sein. Wichtig sei, so Loviscach, „nicht einfach den Schalter auf digital umzulegen, sondern die vielen Randbedingungen zu beachten.“ Unter anderem bedeute dies, Lehrmaterial nicht nur zum Download anzubieten, sondern diese sinnvoll einzubetten und die Studierenden zu einer gezielten Nutzung hinzuführen.

Die Studierenden wiederum dazu zu befähigen, strukturiert und selbstbewusst an diese Herausforderung heranzugehen, sei wiederum Aufgabe der Hochschulen, betonte der Referent. Dies untermauerte auch Hochschulpräsident Prof. Dr. Gerhard Kreutz: „ Digitalisierung wird oft einfach gleichgesetzt mit dem Breitbandausbau oder der Verlegung von Glasfaserkabeln“, so Kreutz. Die größte Herausforderung sei jedoch die Transformation des Themas in die Gesellschaft und Bildungslandschaft.

Jörn Loviscach arbeitet in Bielefeld als Professor für Ingenieurmathematik und technische Informatik. Seine Vorlesungen stellt er unter anderem auf der Internetplattform Youtube bereit, zudem entwickelt er spezielle Softwares und Anwendungen für didaktische Zwecke. Auch die weiteren Vorträge des Symposiums beleuchteten das Thema Digitalisierung in der Lehre aus unterschiedlichen Gesichtspunkten: grundlegend, strategisch und exemplarisch. Am Nachmittag standen verschiedene Workshops zu Szenarien, Tools und Medien für die Hochschullehre auf dem Programm.

„Ziel des Symposiums ist es, den Teilnehmenden Ideen an die Hand zu geben und damit zu einer besseren Lehre und einer höheren Lehrzufriedenheit beizutragen“, so Organisator Dr. Ivo van den Berk von der Campus-Didaktik der Hochschule. Prof. Dr. Carsten Wilken, Vizepräsident für Studium und Lehre sowie Internationales an der Hochschule, dankte van den Berk für seinen Einsatz und die stets hervorragende Wahl der Referenten der Veranstaltungsreihe.

Zum Programm des Symposiums geht es hier.